MG IM5: 751 PS und 396 kW Ladeleistung unter 60.000 Euro

Wer den europäischen Elektroauto-Markt im Herbst 2026 beobachtet, sieht eine absurde Kluft: Auf der einen Seite stehen brave Vernunftstromer mit überschaubarer Reichweite, auf der anderen Seite fünf Meter lange Luxusliner für sechsstellige Summen. Mit der neuen Submarke IM – Intelligent Mobility – bricht MG diese Einteilung schlicht auf. Eine ausgewachsene Reiselimousine mit 751 PS, 100-kWh-Batterie und fast 400 kW Ladeleistung für unter 60.000 Euro ist in meinen Augen eine knallharte Kampfansage an die Konkurrenz.
Über 700 Kilometer Reichweite versprechen derzeit viele Datenblätter. Doch meistens bricht das Tempo am Schnelllader ein oder der Kaufpreis explodiert völlig. Der IM5 kombiniert echte Sportwagenwerte mit einer üppigen Serienausstattung, ohne den Kontakt zur Realität normaler Autokäufer zu verlieren.
Porsche-Optik und Wendigkeit dank Allradlenkung
Die Karosserie zeigt sofort, wo die Designer hingeschaut haben. Die Frontpartie trägt Anleihen bisheriger Tesla-Modelle samt einem geschwungenen Scheinwerferband, das sich weit nach oben zieht. Ähnlich wie die aerodynamische Fastback-Linie des MG 07 zitiert das Heck unverhohlen den sportlichen Look aus Zuffenhausen. Mit 1,96 Metern Breite und flachen 1,47 Metern Höhe steht das Ding extrem satt auf der Straße.
Vollständig versenkte Türgriffe bescheren der Limousine einen exzellenten cW-Wert von 0,23. Kunden wählen ab Werk zwischen 19- oder 20-Zoll-Rädern, während die Farbpalette mit Schwarz, Grau, Weiß und Blau überschaubar bleibt. Jede Sonderlackierung schlägt mit 790 Euro Aufpreis zu Buche.
Im Stadtverkehr spielt die Außenlänge von 4,93 Metern überraschenderweise kaum eine Rolle. Eine serienmäßige Allradlenkung drückt den Wendekreis auf unter 10 Meter – ein Manövrierwert, der sonst eher zu einem Kleinwagen passt. Das Kamerasystem mit Rundumblick an Front, Heck und Flanken ist allerdings bitter nötig, denn der Blick durch die schmale Heckscheibe taugt im Alltag nur bedingt.
Kofferraum und Frunk nehmen das Reisegepäck auf, wobei die Heckklappe elektrisch öffnet. Vier Gepäckhaken sichern lose Taschen, und eine integrierte 12-Volt-Steckdose versorgt Laptops oder Kühlboxen direkt aus dem Bordnetz. Genaue Literangaben zum Kofferraumvolumen spart das Datenblatt bisher aus, doch die Nutzbarkeit im Alltag profitiert von der breiten Ladeöffnung.
Bildschirmwand und Kissenpolster gegen den Sparzwang
Wer ein billiges Plastikambiente erwartet, wird im Innenraum eines Besseren belehrt. Das Gestühl bietet feine Lederbezüge mit integrierten Polsterkissen: Sechs Kissen stützen den Rücken, vier Kissen entlasten die Oberschenkel auf einer verlängerten Beinauflage. Die Seitenwangen stützen den Oberkörper bei flotter Kurvenfahrt, geben beim Einsteigen aber angenehm nach. Neben dem dunklen Basiston gibt es für 650 Euro Aufpreis eine helle Variante.
Dass SAIC beim MG 4 Urban auf strikte Gewichtsökonomie setzt, ist bekannt – beim IM5 geht der Hersteller den umgekehrten Weg. Eine Kombination aus Doppel- und Akustikverglasung sperrt Windgeräusche wirksam aus und liefert das Fundament für das Soundsystem mit satten 20 Lautsprechern.
Das Armaturenbrett dominiert ein riesiges 26,3-Zoll-Panoramadisplay, das Navigationskarten, Bordcomputer und kabelloses Smartphone-Mirroring bündelt. Ergänzt wird die Anzeige durch einen Rainy Dark Night Mode für regnerische Nachteinsätze. Ein zweiter 10,5-Zoll-Touchscreen auf der Mittelkonsole steuert die Klimaanlage sowie die Sitzheizung für alle äußeren Sitzplätze.
Im Fond reisen Mitfahrer auf dem Niveau der oberen Mittelklasse. Trotz automatischer Rückfahrfunktion des Fahrersitzes beim Parken bleibt genügend Beinfreiheit erhalten. Eigene USB-C-Ports, verstellbare Ausströmer und das durchgehende Panoramadach schaffen echtes Langstreckenflair. Die Türen entriegeln per Tastendruck – für einen Stromausfall liegt eine mechanische Notentriegelung griffbereit im Türeinstieg.
396 kW am Schnelllader und sportliche Fahrleistungen
Beide Motorvarianten nutzen dasselbe Batteriepaket mit 100 Kilowattstunden Kapazität. Das heckgetriebene Einstiegsmodell leistet 407 PS, sprintet in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und rennt maximal 220 km/h. Der Normverbrauch liegt bei rund 16 kWh pro 100 Kilometer.
Der Allradantrieb liefert puren Überfluss: Zwei Elektromotoren wuchten 751 PS auf die Achsen und katapultieren die Limousine in 3,2 Sekunden auf Tempo 100. Erst bei 268 km/h endet der Vortrieb – ein Wert, den deutsche Premiumhersteller meist teuer extra berechnen.
Schon im Sommer zeigte sich, wie MG den Großangriff mit sportlichen Imageträgern vorbereitet. Der IM5 untermauert das mit einer Spitzenladeleistung von 396 Kilowatt. In gerade einmal 17 Minuten füllt sich der Akku am Schnelllader. An der heimischen Wechselstrom-Wallbox zieht das System standardmäßig 11 Kilowatt.
Preislich startet der IM5 bei 53.990 Euro, während selbst die 751-PS-Rakete unter 60.000 Euro bleibt. Die 7 Jahre oder 150.000 Kilometer Herstellergarantie schaffen Vertrauen. Doch es gibt einen Haken: Wer die Garantie behalten will, muss alle 24 Monate oder 15.000 Kilometer zur Inspektion – für typische Firmenwagen-Vielfahrer bedeutet das mindestens einen Werkstattstopp pro Jahr. Braucht der Markt dieses PS- und Reichweiten-Monster zu diesem Tarif, oder überfordern solche Leistungsdaten im Alltag schlichtweg die Vernunft?
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MG hat schon mit dem Marvel R seine Unzuverlässigkeit gezeigt. Sinnvolle Updates oder unzuverlässige Software, Fehlanzeige und immer wieder Ausfälle von sicherheitsrelevanten Funktionen usw. Sprachübersetzung beim IM 6 genauso grottig wie bei meinem Marvel R😡