Galaxy S27+: Samsung streicht UWB und degradiert das Plus-Modell

Hüllen des kommenden Samsung Galaxy S27 Pro und Galaxy S27 Ultra
Quelle: SammyGuru
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Ein neuer Eintrag in der chinesischen Regulierungsdatenbank MIIT lässt mich fassungslos den Kopf schütteln. Samsung bereitet vier Modelle seiner kommenden Flaggschiff-Reihe vor, zieht aber ausgerechnet beim Galaxy S27+ die Notbremse bei der Ausstattung. Während das Ultra und ein neues Pro-Modell moderne Nahfunktechnik spendiert bekommen, verliert das Plus-Modell nach fünf Generationen seinen UWB-Chip. Wer über 1.000 Euro auf den Tisch legt, wird künftig bei Kernfunktionen wie SmartTags und modernem Autoschlüssel beschnitten.

MIIT-Zertifizierung entlarvt Samsungs Zweiklassen-Lineup

Die chinesische Behörde MIIT (Ministry of Industry and Information Technology) gewährt uns selten Raum für Spekulationen – hier landen nackte Zulassungsdaten. In den aktuellen Unterlagen tauchen vier konkrete Modellnummern für die S27-Reihe auf: SM-S9580, SM-S9570, SM-S9560 und SM-S9520. Dass bei den Zulieferern bereits die Teilefertigung für vier S27-Modelle anläuft, deckt sich exakt mit diesem frühen Behördengang.

Die Zuordnung der Modellnummern zu den Geräten ist eindeutig:

  • SM-S9580: Galaxy S27 Ultra (mit UWB)
  • SM-S9570: Galaxy S27 Pro (mit UWB)
  • SM-S9560: Galaxy S27+ (ohne UWB)
  • SM-S9520: Galaxy S27 Basismodell (ohne UWB)

Zwar listen die Behördendokumente für alle vier Varianten 5G, Wi-Fi und Bluetooth auf, doch bei Ultra-Wideband (UWB) spaltet Samsung die Reihe auf. Das Ultra und das neue Pro sind als UWB-fähig zertifiziert. Beim regulären S27 und dem S27+ fehlt das Kürzel in den Papieren komplett. Dass das kleinste Basismodell ohne UWB auskommen muss, ist vertraut. Beim Plus-Modell bricht Samsung jedoch mit einer Linie, die seit dem Galaxy S21+ im Jahr 2021 ununterbrochen galt. Selbst als Samsung UWB sogar auf das Galaxy Z Flip 7 packte, galt der Standard als unverrückbar.

Was der Wegfall im Alltag anrichtet: Schlüssel und Auto betroffen

UWB ist kein theoretischer Messwert im Datenblatt. Die Funktechnik misst Entfernungen auf wenige Zentimeter genau und erkennt Richtungen im Raum. Verliert das S27+ diese Hardware, ist Schluss mit bequemer Schlüsselsuche per Augmented-Reality-Pfeil. Ausgerechnet jetzt, wo Samsung mit dem Galaxy SmartTag 3 auf zentimetergenaue UWB-Ortung im weltweiten Suchnetzwerk setzt, verkommt das S27+ zum simplen Schätzgerät via Bluetooth-Signalstärke. Man hört zwar den Ton, weiß aber nicht, unter welchem Sofakissen der Anhänger liegt.

Noch bitterer trifft es Autofahrer. Moderne Fahrzeuge nutzen UWB für den digitalen Autoschlüssel: Das Smartphone bleibt in der Hosentasche, der Wagen entriegelt beim Nähertreten automatisch und bleibt gegen Relais-Diebstähle geschützt. Fällt UWB weg, bleibt nur simples NFC. Das bedeutet: Smartphone entsperren und umständlich an den Türgriff halten wie eine EC-Karte. Wer bisher davon ausging, dass ein Plus-Modell alle modernen Ökosystem-Funktionen abdeckt, erlebt eine böse Überraschung.

Pro-Aufpreis erzwingen: Kalkulierte Abwertung des Plus

Hinter dieser Streichung steckt knallhartes Produktmanagement. Samsung führt mit dem Galaxy S27 Pro ein viertes Flaggschiff ein. Um den Neuling im Regal zwischen dem Plus und dem Ultra überhaupt zu rechtfertigen, braucht es harte Differenzierungsmerkmale. Die Modellabstufung beim S27 Pro und Ultra zeigt, wohin die Reise geht: Das S27 Pro wird zum neuen Einstieg in die echte High-End-Klasse, während das S27+ künftig nichts anderes mehr ist als ein gestrecktes Basis-Handy mit größerem Akku.

Ein kleiner Vorbehalt bleibt: Die Zulassungsdaten betreffen zunächst den chinesischen Markt. Es kommt vor, dass Hersteller einzelne Funkbänder oder Module regional anpassen. Allerdings hat Samsung die UWB-Antennen bei globalen Flaggschiffen bislang nie nach Regionen gesplittet. Bestätigt sich das Datenblatt beim europäischen Launch, ist das ein klassisches Downgrade durch die Hintertür – bei gleichzeitig steigenden Gerätepreisen.

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