Galaxy S28: Samsungs 2nm-Modem beendet den Exynos-Akkudrain

KI-generierte Darstellung ikonischer heller Samsung-Schriftzug auf dunklen Hintergrund
KI-Grafik: Schmidtis Blog
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Wer ein Galaxy-Smartphone mit Exynos im mobilen Datennetz nutzt, kennt den frustrierten Blick auf die Prozentanzeige: Unterwegs saugt das integrierte Modem den Akku spürbar schneller leer als bei Qualcomms Snapdragon. Ein frischer Bericht aus Südkorea belegt nun, dass Samsung diesen Dauer-Kritikpunkt endlich an der Wurzel anpackt. Für das Galaxy S28 wechselt der Hersteller auf ein externes 2nm-Modem und bricht dafür sogar mit alten Traditionen.

Schluss mit Shannon: Das M2800 räumt mit Altlasten auf

Nach Informationen des südkoreanischen Portals The Elec hat Samsungs Halbleiter-Sparte System LSI eine weitreichende Entscheidung getroffen. Das kommende externe 5G-Modem mit der Bezeichnung M2800 wird in einem modernen 2nm-Prozess gefertigt. Die Entwicklung soll 2027 abgeschlossen sein, damit der Chip pünktlich 2028 im Tandem mit dem Exynos 2800 in der Flaggschiff-Reihe des Galaxy S28 aufschlägt.

Gleichzeitig beerdigt der Konzern einen bekannten Namen. Die traditionsreiche Shannon-Marke, unter der Samsung seine Modems jahrelang vermarktete, fliegt komplett raus. Künftig laufen die Chips schlicht unter dem Label M-Serie. Das ist bitter nötig.

Besonders das Shannon 5410 im Galaxy S26 mit Exynos 2600 verärgerte viele Nutzer durch hohen Standby-Verbrauch im 5G-Netz. Der Schritt zurück zur getrennten Architektur überrascht Kenner nicht, denn schon beim Samsung Exynos 2600 mit separatem 5G-Modem zeichnete sich dieser Sonderweg ab. Durch den harten Schnitt auf 2nm sichert sich Samsung nun den thermischen Spielraum, um Qualcomm bei der Netz-Effizienz endlich Paroli zu bieten.

Server-Boom verdrängt Modems: Warum 4nm für KI-Speicher weichen muss

Der Fertigungssprung dient allerdings nicht nur der Laufzeit in der Hosentasche. In den Fabriken von Samsung Foundry tobt ein knallharter Verteilungskampf um freie Wafer. Indem Samsung seine Mobilfunk-Modems von den 4nm-Linien abzieht, entsteht dringend benötigter Platz für ein anderes Milliardengeschäft.

Die freiwerdenden 4nm-Kapazitäten wandern direkt in die Fertigung von Basis-Dies für High Bandwidth Memory (HBM). Dieser Spezial-Speicher ist das Herzstück moderner Rechenzentren für künstliche Intelligenz und wird Samsung von Hyperscalern aus den Händen gerissen.

Hier greift ein kalkulierter Schachzug: Die Serversparte bekommt die dringend benötigten Fertigungskapazitäten für lukrative KI-Aufträge, während das Smartphone-Segment den technologischen Vorzug des modernsten Prozesses erhält. Es passt ins Gesamtbild, wie konsequent Samsung alles auf den 2nm-Prozess setzt und ältere Wafer-Kapazitäten für margenstarke Großkunden freiräumt.

Übergangslösung Galaxy S27: Schadensbegrenzung per Optical Shrink

Bis das 2nm-Silizium marktreif ist, vergehen noch knapp zwei Jahre. Vor dem großen Schnitt im Jahr 2028 schickt Samsung Anfang 2027 das M2700-Modem an den Start. Es arbeitet zusammen mit dem Exynos 2700 im regulären Galaxy S27, im Galaxy S27+ und im Galaxy S27 Pro.

Das Spitzenmodell bleibt davon unberührt. Der Grund ist simpel: Dass das Flaggschiff diese Modems nicht anfasst, bestätigt frühere Berichte, nach denen Samsung den Exynos beim Galaxy S27 Ultra weltweit gestrichen hat und voll auf Qualcomm setzt.

Für die Basis- und Plus-Modelle muss das M2700 noch auf 4nm-Basis auskommen. Samsung behilft sich mit einem Trick namens Optical Shrink: Durch die optische Verkleinerung der Belichtungsmaske schrumpft die Chipfläche um rund 4 Prozent, ohne bestehende Fertigungswerkzeuge umbauen zu müssen. Zusammen mit neu kalibrierten Spannungsstufen soll der gefürchtete Standby-Drain laut internen Tests der Mobile-Experience-Sparte bereits im S27 Geschichte sein. Dank Unterstützung für 3GPP Release 18 und Satellitenfunk (NTN) liefert Samsung ein wichtiges Update, bevor das Galaxy S28 den echten Befreiungsschlag landet.

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