Galaxy Watch: Samsungs gefährlicher Wortbruch bei Updates

Samsung Galaxy Watch 9 mit verschiedenen Armbändern in unterschiedlichen Farbvarianten
Quelle: Samsung
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Samsungs langes Software-Versprechen für ältere Smartwatches steht vor dem Fall. Hinter den Kulissen prüft der Branchenprimus nach aktuellen Berichten einen harten Schnitt: Das vorzeitige Ende großer Betriebssystem-Upgrades für ältere Galaxy Watches. Wer darauf gebaut hat, dass Modelle wie die Galaxy Watch 5 bis zum regulären Laufzeitende jede neue Wear-OS-Generation spendiert bekommen, schaut möglicherweise bald in die Röhre.

Wenn ich mir die jüngsten Entwicklungen in der Mobilsparte ansehe, überrascht dieser Rotstift leider wenig: Sinkende Verkaufszahlen im Wearable-Sektor fressen die Software-Budgets auf. Auslöser der aktuellen Debatte ist ein Leak des Insiders kro (@kro_roe) auf X. Laut dessen Quellen will Samsung zwar den Fluss an Sicherheits-Patches wie zugesagt über die volle Laufzeit aufrechterhalten, die aufwendigen Sprünge auf neue Android- und Wear-OS-Hauptversionen für ältere Generationen jedoch vorzeitig abklemmen.

Auf den Punkt: Was plant Samsung bei den Galaxy-Watch-Updates?

Laut Insider-Berichten erwägt Samsung, für ältere Modellreihen ab der Galaxy Watch 5 keine neuen Wear-OS- und One-UI-Hauptversionen mehr auszurollen. Reguläre Sicherheits-Patches sollen wie zugesagt weiterlaufen, doch funktionale Betriebssystem-Upgrades werden gestrichen.

Kostendruck und Chip-Altlasten bremsen Entwickler aus

Hinter der Kehrtwende steckt ein ungemütlicher Mix aus finanziellem Sparzwang und explodierendem Entwicklungsaufwand. Google bohrt Wear OS mit jedem Versionssprung weiter auf und verlangt modernere Hardware. Jede Anpassung an Samsungs hauseigene One-UI-Watch-Oberfläche verschlingt Entwicklerbudgets, die angesichts rückläufiger Absatzzahlen im Wearable-Markt schlicht keinen Ertrag mehr abwerfen.

Die Portierung neuer System-Iterationen auf ältere 5nm-Chipsätze bindet Kapazitäten, die Samsung lieber auf die aktuellen Plattformen konzentrieren will. Dazu kommt der Dauerärger mit Software-Altlasten. Wer die Firmware-Releases aufmerksam verfolgt, kennt die chronischen Bugs bei Sensoren und Akkulaufzeit, die seit Jahren von Version zu Version mitwandern.

Selbst bei der Software-Pflege älterer Modelle wie der Galaxy Watch 5 Pro zeigte sich zuletzt, wie schwer sich die Entwicklerteams mit der parallelen Code-Wartung älterer Exynos-Prozessoren tun. Die Streichung großer OS-Sprünge soll den Ingenieuren Luft verschaffen, um zumindest die Basisfunktionen fehlerfrei zu halten.

ModellreiheBisherige ZusageGeplanter Status laut LeakSicherheitsupdates
Galaxy Watch 4 / Classic4 Jahre OS-UpgradesReguläres Support-Ende erreichtEingestellt
Galaxy Watch 5 / Pro4 Jahre OS-UpgradesVorzeitiger OS-Stopp in PrüfungBleiben garantiert
Galaxy Watch 6 / Classic4 Jahre OS-UpgradesKünftige OS-Sprünge gefährdetBleiben garantiert
Galaxy Watch 9 / Ultra 25 Jahre OS-UpgradesUnverändert 5 Jahre garantiert5 Jahre garantiert

Bittere Pille für Bestandskunden und fatales Marktsignal

Für Kunden ist diese Kehrtwende schlicht eine Zumutung. Im Gegensatz zum regulären Support-Aus der Galaxy Watch 4, das nach vier Plattform-Upgrades absolut planmäßig über die Bühne ging, wäre ein vorzeitiger Stopp bei der Watch 5 ein handfester Vertrauensbruch. Samsung würde damit rückwirkend ein zentrales Verkaufsversprechen kippen.

Für mich ist dieser Schritt ein fatales Signal für die gesamte Branche. Auf der einen Seite bewirbt Samsung die Modelle Galaxy Watch 9 und Watch Ultra 2 vollmundig mit fünf Jahren Update-Garantie. Auf der anderen Seite zeigt die Kürzungsdebatte bei den Vorgängern, wie schnell solche Zusagen im Ernstfall wieder einkassiert werden können.

Wer mehrere hundert Euro auf den Tresen legt, erwartet Planungssicherheit bis zum letzten Tag des versprochenen Support-Fensters. Zieht Samsung diesen Sparplan tatsächlich durch, verliert das gesamte Android-Lager sein stärkstes Verkaufsargument im Duell mit Apples watchOS.

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