Samsung One UI 9: Die neuen KI-Funktionen sind eine teure Erpressung

Samsung degradiert seine eigenen Bestandskunden zu Nutzern zweiter Klasse. Das kommende Summer Unpacked am 22. Juli 2026 dreht sich offiziell um neue Hardware wie das Galaxy Z Fold 8, doch der eigentliche Star ist die Software. Wer die neuen Gemini-Funktionen von One UI 9 auf Basis von Android 17 im Alltag nutzen will, wird von den Südkoreanern gnadenlos zur Kasse gebeten – ein fatales Signal für alle, die nicht jedes Jahr Unsummen für ein neues Flaggschiff ausgeben wollen.
Eigentlich sollte der vierte Build längst am 30. Juni aufschlagen, doch der Rollout wurde stillschweigend verschoben und soll nun erst nächste Woche starten. Man merkt an allen Ecken und Enden: Die Entwickler in Seoul schieben Panik, um die Software pünktlich zum Unpacked-Event auf die neuen Falt-Handys zu pressen.
Die Zweiklassengesellschaft der Galaxy-Nutzer
Der Haken an dieser ganzen Hast liegt in der künstlichen Verknappung. Samsung packt die finale, stabile Version von One UI 9 mitsamt der tiefen Integration von Googles Gemini Intelligence exklusiv auf das Z Fold 8, Fold 8 Ultra und Z Flip 8. Das System soll durch die sogenannte Agentic AI unsere Eingaben nicht mehr nur stumpf abarbeiten, sondern proaktiv den Alltag organisieren. Eine spannende Idee, die auf meinem S26 aber bewusst zurückgehalten wird.
Wer sich weigert, diesen Juli weit über tausend Euro für ein neues Foldable auf den Tisch zu blättern, schaut in die Röhre. Der Rollout für die reguläre S26-Reihe beginnt laut Samsung frühestens im September 2026 – und dann auch nur im Schneckentempo. Bereits 2024 beim Start von Galaxy AI auf dem S24 haben wir genau dieses Muster gesehen: Alte Geräte bekamen die KI-Features Monate später und oft nur in abgespeckter Form.
Der faule Kompromiss als Kaufanreiz
Ein Update des Betriebssystems taugt heute scheinbar nicht mehr, um die trägen Hardware-Verkäufe anzukurbeln. Deshalb nutzt Samsung die neuen Software-Fähigkeiten als exklusives Druckmittel für die margenstärksten Geräte. Die Kehrseite dieser Medaille ist offensichtlich: Die Frustration der treuen Käuferschicht wächst.
Wenn die neuen Multitasking-Funktionen und Produktivitäts-Upgrades auf der Bühne in den Himmel gelobt werden, bleibt für uns Beta-Tester nur ein fader Beigeschmack. Die Software rückt ins Zentrum der Kaufentscheidung, wird aber gleichzeitig als Geisel genommen, um die teuersten Geräte im Portfolio krampfhaft attraktiv zu halten.
Der unsichtbare Hardware-Flaschenhals
Dass Premium-Software an neue Hardware gekoppelt wird, ist mittlerweile ein ungeschriebenes Gesetz der Branche. Apple hat diesen Weg mit Apple Intelligence und den Pro-Modellen vorgemacht, Google limitiert Gemini-Features bei den Pixel-Geräten ähnlich restriktiv. Die Hersteller verstecken sich dabei gerne hinter der Technik: Agentische KI-Modelle fressen massiv NPU-Leistung.
Ältere Chipsätze bieten diese dedizierte Rechenpower für On-Device-KI schlicht nicht in dem Maße, das für einen flüssigen Systembetrieb ohne Verzögerungen nötig wäre. Es ist ein brutaler Kompromiss aus echter technischer Limitierung und knallhartem Upselling. Die Hersteller sparen sich teure Cloud-Rechenzeit, indem sie die Last auf die neue NPU der Nutzer auslagern – und zwingen uns gleichzeitig in den nächsten teuren Upgrade-Zyklus.
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