Skoda Epiq 55: Viel Power, mickriges Mini-Display

Skoda stellt den neuen Epiq 55 an den Start, und der kompakte Stromer muss sich direkt der Konkurrenz stellen. Die konzerneigenen Schwestermodelle wie den VW ID. Polo werden bewusst außen vor gelassen – die Technik ist ohnehin identisch. Stattdessen tritt der Tscheche gegen den Kia EV2, den Renault 4 E-Tech und den Hyundai Ioniq 3 an.
Mit 4.171 mm Länge bedient der Epiq genau das klassische B-SUV-Format. Während der Kia EV2 mit 4,06 Metern knapp zehn Zentimeter kürzer ausfällt, lässt Skoda beim Raumangebot die Muckis spielen: Stramme 475 Liter Kofferraum plus 25 Liter Frunk verweisen die Gegner auf die Plätze. Der Hyundai Ioniq 3 wirkt mit 322 Litern Ladevolumen im direkten Vergleich ziemlich knapp bemessen.
Platzwunder mit altmodischer Display-Hutze
Im Innenraum leistet sich Skoda allerdings einen dicken Schnitzer. Während selbst Konzernbrüder auf 10,25 Zoll große digitale Instrumente bauen, blickt man im Epiq auf ein mickriges 5,3-Zoll-Display. Das Ganze ist auch noch in eine klassische Armaturen-Hutze gepfercht. Das wirkt eher wie ein nachträglich umgefrickelter Verbrenner als ein frisches Elektroauto. Der freistehende 12,9-Zoll-Touchscreen in der Mitte rettet da nur wenig.
Die Konkurrenz löst das moderner: Kia packt im EV2 eine durchgehende Display-Wand aus zwei 12,3-Zoll-Screens ins Cockpit und legt eine verschiebbare Rückbank drauf. Renault punktet im R4 mit nativer Google-Maps-Navigation, während Hyundai im Ioniq 3 auf ein breites Digital-Layout setzt.
211 PS und Rekord-Ladetempo im B-SUV-Segment
Unter der Haube des Epiq 55 hängt ein 155 kW (211 PS) starker Frontmotor. Damit hängt der Skoda das Feld auf dem Papier locker ab, denn Kia, Renault und Hyundai leisten alle nur um die 100 kW. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 7,1 Sekunden.
Der Netto-Akku mit 51,7 kWh liefert bis zu 440 km WLTP-Reichweite. Obwohl die Koreaner Kia EV2 und Hyundai Ioniq 3 mit knapp 58 kWh größere Speicher verbauen, macht der Skoda das beim Ladestopp wieder wett. Dank einer durchschnittlichen DC-Ladeleistung von 90 kW zwischen 10 und 80 Prozent lädt der Epiq pro Minute Saft für 12,8 km Reichweite nach – Ladezeit: 24 Minuten. Das ist der beste Wert im gesamten Vergleichsfeld.
Faire Basis, aber Aufpreis-Fallen beim Komfort
Preislich startet der Skoda Epiq 55 als Essence ab 32.100 Euro. Der Haken: Ab Werk gibt es nur 17-Zoll-Stahlfelgen. Wichtige Komfort-Features wie Sitzheizung oder Parksensoren vorn fehlen. Wer im Winter nicht frieren will, muss zwingend das Komfortpaket für 840 Euro dazubuchen.
Der Kia EV2 Long Range ist ab 33.490 Euro zwar teurer, bringt aber Alufelgen und Parksensoren rundum bereits mit. Der Renault 4 ruft 32.500 Euro auf, spart jedoch an Fahrassistenten. Hyundai drückt den Ioniq 3 in den Niederlanden mit Rabatt auf gut 30.500 Euro – das setzt die Konkurrenz unter Druck, falls der Preis auch hierzulande gilt. Unterm Strich punktet der Epiq 55 bei Ladespeed und Kofferraum, fällt beim Cockpit-Display aber deutlich ab.
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