smart #2 streicht wichtiges Park-Feature für Europa

Smart liefert den neuen smart #2 in Europa ohne Rundumsicht aus. Auf dem chinesischen Heimatmarkt parkt der elektrische Zweisitzer mit Frontlinse und 360-Grad-Monitor ein – europäische Käufer müssen sich beim Rangieren mit einfachen Heck-Sensoren begnügen.
Nach offizieller Rücksprache bei smart zieht das System hierzulande weder ab Werk noch gegen Aufpreis in die Preislisten ein. Wer darauf hoffte, das 2,75 Meter kurze City-Fahrzeug per digitaler Vogelperspektive zentimetergenau an den Randstein zu zirkeln, erlebt eine herbe Enttäuschung.
- Modell & Plattform: smart #2 (Elektro-Zweisitzer auf Geelys ECA-Plattform)
- Harter Technik-Fakt: Parksensoren am Heck zählen ab Werk zur Grundausstattung
- Die entscheidende Kehrseite: Keine Frontkamera, kein 360-Grad-Monitor – warum Europa leer ausgeht, klärt die Analyse
Geely kappt das Kamera-Upgrade für den europäischen Markt
smart streicht für den europäischen Markt beim smart #2 sowohl die Frontkamera als auch das 360-Grad-Mehrkamerasystem. In den offiziellen Preislisten für Deutschland und Europa wird die Rundumsicht weder in den Basisausstattungen noch gegen Aufpreis in den höheren Ausstattungslinien angeboten.
Offizielle Werbeaufnahmen aus China stifteten in den vergangenen Wochen reichlich Verwirrung. Auf den dortigen Pressebildern prangte gut sichtbar eine Frontlinse im Stoßfänger, die Teil einer lückenlosen Rundum-Überwachung ist. Auch frühe Teaser zur angekündigten Performance-Variante nährten die Hoffnung auf vollwertige Kamera-Assistenz.
Die Realität auf europäischen Straßen fällt deutlich nüchterner aus. smart verzichtet hierzulande komplett auf das Kamerasystem. Schon beim kompakten Smart #1 mit 800-Volt-Upgrade sparte sich der Konzern die Lidar-Sensorik für den hiesigen Markt.
Diese Sparmaßnahme trifft vor allem die Übersicht an der Vorderachse. Akustische Parkpiepser am Heck zählen zwar in allen Linien zur Grundausstattung, die Existenz vorderer Ultraschallsensoren lässt smart für Europa bislang jedoch unbeantwortet.
Sensorik im Marktvergleich: China-Luxus trifft EU-Sparkurs
Die Ausstattungsdifferenz verdeutlicht die unterschiedliche Priorisierung zwischen dem Heimatmarkt China und dem Export nach Europa:
| Ausstattungsmerkmal | smart #2 (China-Spezifikation) | smart #2 (Europa-Spezifikation) | Differenz / Rechnerisches Delta |
| Frontkamera | Vorhanden (integriert im Stoßfänger) | Nicht verfügbar (weder Serie noch Option) | -1 optischer Sensor vorn |
| 360-Grad-Rundumsicht | Verfügbar (Mehrkamerasystem) | Komplett gestrichen | Vogelperspektive entfällt |
| Heck-Parksensoren | Serienmäßig | Serienmäßig (Pure, Pure+, Premium) | 0 (Parität) |
| Front-Parksensoren | Verfügbar | Offen / Unbestätigt | Potenzieller Blindflug vorn |
Der Ausstattungsvergleich offenbart eine klare regionale Spaltung. Chinesische Kunden erhalten vollen Software- und Hardware-Komfort, wohingegen hierzulande schlichte Warntöne am Heck genügen müssen.
Dreisatz-Rechnung entlarvt den Sparzwang beim Rangieren
Hersteller begründen regionale Streichungen gern mit abweichenden Kundenwünschen oder Zulassungsregeln. Die Ursache liegt im knallharten Preiskampf.
Die Alltagsrechnung dahinter entlarvt die Sparpolitik. Bei einer Gesamtlänge von exakt 2.746 Millimetern und einer Karosseriebreite von 1.669 Millimetern (mit Außenspiegeln 1.939 Millimeter) besitzt der Zweisitzer eine Verkehrsfläche von knapp 4,58 Quadratmetern. Dass Geely und Mercedes hier keine vier Kameralinsen montieren, drückt die Produktionskosten pro Fahrzeug um geschätzte 150 bis 250 Euro im Einkauf.
Gemessen am anvisierten Einstiegspreis von 19.990 Euro entspricht dieser Verzicht rechnerisch lediglich 0,75 bis 1,25 Prozent des Fahrzeug-Listenpreises. Für den Fahrer wiegt der Kompromiss schwerer: Das Heck endet direkt hinter der Heckscheibe, doch der Blindflug an der Frontschürze führt schnell zu teuren Schrammen an Bordsteinkanten.
Wie aggressiv die Plattform auf Sparkurs getrimmt ist, zeigt bereits die Analyse zur Geely ECA Elektro-Plattform und Batterie-Technik.
Dennoch bleibt das Interesse am Markt ungebrochen. Welche Resonanz der elektrische Zweisitzer im Handel erzeugt, belegte jüngst der Smart #2 Händler-Ansturm auf das Basismodell.
Kein Kamera-Auge für europäische Parkbuchten
Der Verzicht auf die 360-Grad-Kamera ist ärgerlich, markiert für das Fahrzeugsegment aber kein K.-o.-Kriterium. Mit einem ultrakurzen Wendekreis von 6,95 Metern bleibt der smart #2 ein wendiges Werkzeug für urbane Lücken.
Dennoch hinterlässt die Streichung einen faden Beigeschmack. Dass smart das Feature nicht einmal gegen Aufpreis in höheren Ausstattungslinien freigibt, entmündigt die Kundschaft vor dem Kaufvertrag.
Warum ausgerechnet das Flaggschiff der Marke ganz andere Töne anschlägt, zeigt unsere detaillierte Analyse zum Smart #5 Allradantrieb und Modelljahr-Update.
Für wen das Auto damit trotzdem ein No-Brainer bleibt, entscheidet am Ende der eigene Parkalltag an der Ladesäule.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
