Stellantis: Akku-Mangel stoppt E-Auto-Werke in Frankreich

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Quelle: Stellantis
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Der Produktionsstopp bei Stellantis legt den wunden Punkt der europäischen Elektro-Transformation offen: Wegen fehlender Akkuzellen des Joint Ventures ACC stehen die Bänder in Sochaux und Rennes stil. Die geplante Skalierung der Long-Range-Flotte verwandelt sich für den Autokonzern in ein logistisches Nadelöhr.

Betroffen von den kurzfristigen Schichtabsagen sind die elektrischen Kernmodelle Peugeot E-3008 und Peugeot E-5008. Wer eine der reichweitenstarken Varianten bestellt hat, braucht Geduld.

ACC-Gigafactory am Limit: Wenn der Hochlauf stockt

Das Problem sitzt im nordfranzösischen Douvrin. Dort betreibt ACC – das Konsortium aus Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies – seine erste europäische Gigafactory. Die Serienfertigung läuft zäh an. Beim Fertigungshochlauf der Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen führen kleinste Abweichungen zu hohen Ausschussraten. Die gelieferten Stückzahlen reichen nicht aus, um die Montagelinien kontinuierlich zu versorgen.

Das Management zog die Reißleine. Im Werk Sochaux stehen die Fertigungsstraßen tageweise still, während in Rennes Schichten gestrichen werden. Für die Belegschaft bedeutet das Kurzarbeit. Der Plan, die Abhängigkeit von asiatischen Zelllieferanten rasch zu reduzieren, gerät ins Stocken.

Kunden spüren die Folgen direkt. Während Modelle mit kleineren Batterien teils weiter gefertigt werden, hängen die begehrten Long-Range-Ausführungen am Flaschenhals aus Douvrin. Auslieferungstermine verschieben sich auf unbestimmte Zeit.

STLA Medium unter Druck: Long-Range-Träume auf Eis

Die Krise trifft das Herz der Konzernstrategie. Die STLA-Medium-Plattform setzt für ihre maximale Reichweite von bis zu 700 Kilometern auf das große Akkupack mit 97 kWh Kapazität. Genau dieses System erfordert die hochdichten NMC-Zellen aus eigener Fertigung.

Wie anfällig die Modellpolitik für Lieferketten-Störungen ist, zeigt der Citroën C5 Aircross Electric mit 700 km Reichweite. Hohe Reichweitenversprechen funktionieren nur mit stabiler Zellversorgung. Fällt der Primärlieferant aus, wackelt der gesamte Rollout.

Der Engpass wirkt sich auf die gesamte Multi-Marken-Architektur aus. Ähnliche Verschiebungen bei Modellstarts prägen das Bild seit Monaten. Wie empfindlich die Terminplanung auf Zellprobleme reagiert, offenbarte sich bereits bei den Debatten um die Zukunft des Opel Corsa Electric.

Dass Automobilhersteller bei Engpässen priorisieren müssen, ist im Markt nicht neu. Ähnliche Priorisierungsentscheidungen zeigten sich bei den Verzögerungen beim VW ID. Cross. Bei Stellantis wiegt schwer, dass die eigene Gigafactory den Engpass verursacht.

Europas Batterie-Souveränität als Zerreißprobe

Der Fertigungsstopp offenbart das Grundproblem der europäischen Autoindustrie. Die Politik fordert einen raschen E-Auto-Hochlauf, während heimische Zellfabriken mit der Skalierung kämpfen. Während asiatische Hersteller seit Jahren hohe Volumina liefern, erlernen europäische Konsortien die Fertigungsskalierung unter starkem Kostendruck.

Parallel verschiebt sich der Markt. Während europäische Konsortien in komplexe NMC-Zellen investieren, setzt sich der LFP-Akku im Elektroauto global als kostengünstige Alternative durch. ACC muss die Ausschussquoten in Douvrin zeitnah senken, um teure Bandstillstände und Vertrauensverluste bei Flottenkunden abzuwenden.

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