Tesla FSD: EU streicht Abstimmung – Start verzögert sich bis Dezember

Tesla FSD Supervised Europe
Quelle: Tesla, Inc.
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Wer bei Tesla darauf gehofft hatte, dass der 6. Oktober 2026 die europaweite Freigabe für Full Self-Driving (Supervised) bringt, wird in Brüssel eiskalt ausgebremst. Der Entwurf der Tagesordnung für die 119. Sitzung des Technischen Komitees für Kraftfahrzeuge (TCMV) der Europäischen Kommission offenbart das Debakel: Eine finale Abstimmung fehlt komplett. Stattdessen sind am späten Vormittag mickrige 25 Minuten für eine reine „Fortsetzung der Diskussionen“ eingeplant.

Damit rutscht ein mögliches EU-weites grünes Licht frühestens auf den Dezember 2026, wenn das Komitee das nächste Mal tagt. Dass Tesla mit Sicherheitsdaten die EU-Zulassung erzwingen wollte und im September öffentlich auf den Oktober-Termin drängte, entpuppt sich als leere Marketing-Blase.

Niederlande-Vorstoß verfehlt qualifizierte EU-Mehrheit

Basis der Brüsseler Debatte ist ein Antrag der niederländischen Behörde RDW unter Artikel 39 der EU-Typgenehmigungsverordnung. Nachdem Tesla FSD in den Niederlanden verzögert wurde, bevor die nationale Genehmigung stand, will die RDW diese Ausnahmeregelung nun auf den gesamten Kontinent ausweiten. Für einen Beschluss im TCMV braucht es jedoch eine qualifizierte Mehrheit: 15 der 27 EU-Staaten, die mindestens 65 % der EU-Bevölkerung repräsentieren.

Davon ist Elon Musks Konzern meilenweit entfernt. Neben den Niederlanden unterstützen zwar Dänemark, Belgien, Estland, Litauen, Slowenien und Tschechien den Vorstoß. Zusammen kommen diese sieben Staaten aber nur auf 53 Millionen Menschen – magere 12 % der EU-Bevölkerung.

Tempolimit-Verstöße und Widerstand der EU-Schwergewichte

Ohne die Vierergruppe aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, die allein 58 % der EU-Bevölkerung stellt, ist die Hürde unerreichbar. Doch aus genau diesen Ländern weht Tesla harter Wind entgegen. Während Frankreich Bedenken bezüglich der Fahreraufmerksamkeit im Stadtverkehr äußert, verlangt Schweden eine klare Absage, solange das System manuelle Geschwindigkeitsüberschreitungen zulässt.

Zusätzlichen Zündstoff liefert eine aktuelle Untersuchung einer Brüsseler Verkehrssicherheitsgruppe: In 55 % der getesteten 30-km/h-Zonen hielt sich FSD schlicht nicht an das vorgeschriebene Tempolimit. Schon im Vorfeld zeigten unabhängige Tests, wie sehr Tesla FSD mit Tempolimit-Fehlern die EU-Zulassung gefährdet. Wer dachte, dass Tesla FSD nach der Zulassung in Europa sofort flächendeckend ausgerollt wird, sieht sich mit der Brüsseler Realität konfrontiert. Vor Dezember bewegt sich bei der Zulassung gar nichts.

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