Tesla: Warum Musks Fünf-Millionen-Plan bis 2030 scheitern muss

silberner Tesla Model Y Modelljahr 2025
Quelle: Quelle: Tesla, Inc.
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Elon Musk hat im jüngsten Earnings Call am Mittwoch das nächste Auslieferungsziel für Tesla verkündet: Bis 2030 will der Autobauer jährlich 5 Millionen Fahrzeuge ausliefern. Er hält die Marke für machbar und schwärmt von gigantischen Chipfabriken. Doch wer die realen Zahlen gegenrechnet, sieht sofort: Das ist keine Vision, sondern reine Realitätsverweigerung.

Drei Viertel gestrichen: Das stille Eingeständnis des Scheiterns

Teslas Ziel von fünf Millionen Autos bis 2030 bedeutet eine Kürzung der ursprünglichen Konzernprognose um exakt 75 Prozent.

Im Jahr 2020 versprach Musk den Aktionären noch selbstbewusst 20 Millionen Autos pro Jahr. Jetzt rudert er klammheimlich um drei Viertel zurück – und verkauft den Anlegern die geschrumpfte Zahl immer noch als sensationellen Meilenstein.

Der Grund für die Notbremse ist die harte Absatzrealität der letzten Jahre. Nach dem Allzeithoch von 1,81 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2023 fielen die weltweiten Verkäufe bis 2025 auf magere 1,64 Millionen Einheiten ab. Bereits das Zwischenjahr zeigte ungeschminkt, wie empfindlich Tesla weniger Autos auslieferte und gegen die erstarkende Konkurrenz ankämpfen musste.

Die nackte Mathematik entlarvt das Wunschdenken. Um von 1,64 Millionen auf 5 Millionen Einheiten zu springen, müsste Tesla ab sofort jedes einzelne Jahr um mehr als 30 Prozent wachsen. Wer drei Jahre hintereinander schrumpft, packt eine solche Rallye schlicht nicht ohne völlig neue Kundengruppen.

Veraltete Modellpalette und Fabriken am Limit

Das Erreichen von fünf Millionen Fahrzeugen scheitert bei Tesla an zwei strukturellen Engpässen: dem Fehlen eines günstigen Einstiegsmodells und den physikalischen Grenzen der bestehenden Gigafactories.

Teslas weltweites Geschäft ruht fast ausschließlich auf zwei Säulen: Model 3 und Model Y. Zwar gab es vereinzelte Spitzen, als die weltweiten Q3-Auslieferungen bei Tesla kletterten, doch das übertüncht die Ermüdung der Modellreihen nur für den Moment.

Was der Hersteller zwingend bräuchte, wäre ein echter Volksstromer für rund 25.000 Euro. Doch genau diese bezahlbare Plattform hat Musk auf das Abstellgleis geschoben. Während chinesische Autobauer günstige Stromer am laufenden Band präsentieren, verharrt Tesla stur in der oberen Preisklasse.

Dazu kommt die Realität in den Montagehallen. Die bestehenden Werke in Grünheide, Austin, Fremont und Shanghai stoßen längst an ihre Grenzen. Fünf Millionen Fahrzeuge lassen sich dort schlicht nicht montieren. Ohne mindestens zwei neue Großwerke, die Jahre für Bau und Genehmigung verschlingen, bleibt die Stückzahl ein reines Rechenspiel.

Die Flucht in die Robotaxi-Illusion

Weil der klassische Pkw-Verkauf stagniert, setzt Musk die Zukunft des Unternehmens komplett auf das autonome Fahren.

In der Konferenz schwärmte Musk von einer sogenannten Terafab, die zum wertvollsten Gebäude der Erde werden soll, und behauptete, Tesla werde bald den Löwenanteil aller weltweiten Passagiermeilen bestreiten. Das ist reiner Theaterdonner für die Wall Street, um vom schwächelnden Kerngeschäft abzulenken.

Der gesamte Konzern wird nun dem autonomen Fahren untergeordnet. Seitdem Musk das Tesla Cybercab als autonomes Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale als Allheilmittel inszeniert, sollen Robotaxis die fehlenden Autoverkäufe kompensieren. Doch eine Software, die in jedem Land und bei jedem Wetter absolut fahrerlos agieren darf, ist weder zugelassen noch praxistauglich erprobt.

Geht diese Wette schief, steht der Konzern vor einem Scherbenhaufen. Wenn die Bänder mangels Nachfrage leerlaufen und Tesla ernste Probleme mit der Auslastung der teuren Gigafactories bekommt, verpufft der Bewertungsbonus an der Börse endgültig.

Musks Fünf-Millionen-Ziel ist kein belastbarer Industrieplan, sondern eine Nebelkerze nach Jahren sinkender Verkaufszahlen. Ohne ein bezahlbares Auto für jedermann und ohne neue Produktionslinien lässt sich die Automobilwelt nicht aushebeln. Wer auf ungelegte Software-Eier setzt, anstatt konkurrenzfähige Autos zu liefern, wird von den Realitäten des Marktes überrollt.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Ein Kommentar

  1. Ich denke man sollte Elon Musk dennoch niemals unterschätzen. Hätte man mir vor ein paar Tagen gesagt, dass wir bei seiner nächsten Präsentation etwas sehen was wir noch niemals zuvor gesehen haben und auch niemals erwarten würden, hätte ich es nicht geglaubt. Aber genau SO ist es dann mit dem neuen Tesla Roadster Rocket gekommen … 🤷‍♂️

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert