VW: Günstige E-Kleinwagen wenden drohende EU-Milliardenstrafe ab

Frontansicht eines gold-gelben Volkswagen ID.Every1
Quelle: Volkswagen AG
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Jahrelang hat der Volkswagen-Konzern den Bau bezahlbarer Elektroautos verschleppt und stattdessen vorrangig auf hochpreisige E-SUVs gesetzt. Diese Verfehlungen drohten den Wolfsburgern nun teuer zu stehen zu kommen: Wer die strengen EU-CO2-Flottenwerte reißt, zahlt pro verkauftem Verbrenner und Gramm Überschreitung saftige Strafen nach Brüssel.

Doch ausgerechnet die lange stiefmütterlich behandelte Einsteigerklasse bringt jetzt die Wende. Die angekündigten Stromer im Preissegment von 20.000 bis 25.000 Euro verzeichnen einen Ansturm, der die Erwartungen des Managements weit übertrifft.

Hohe Nachfrage entlastet die Konzernbilanz

Über 70.000 Vorbestellungen innerhalb weniger Wochen für das Modell-Trio aus VW ID. Polo, Cupra Raval und Skoda Epiq zeigen unmissverständlich, wo der Markt wirklich steht. Die Kunden verlangen keine überschweren Reichweitenmonster, sondern bezahlbare Alltagsfahrzeuge. Laut aktuellen Konzernzahlen legte der gesamte BEV-Auftragseingang bei VW im Jahresvergleich um rund 50 Prozent zu.

Für Volkswagen bedeutet dieser Vertriebserfolg vor allem eine immense finanzielle Erleichterung. Durch den hohen Absatz emissionsfreier Kleinwagen drückt der Konzern seinen CO2-Flottendurchschnitt drastisch nach unten.

Die bereits gebildeten Milliarden-Rückstellungen für drohende EU-Strafzahlungen werden damit überflüssig. Dieses Kapital fließt direkt zurück in die Verfügbarkeit des Konzerns und steht wieder für dringende Investitionen in die eigene Software-Plattform zur Verfügung.

Die LFP-Batterie als wirtschaftlicher Schlüssel

Ich sehe in dieser Entwicklung die Bestätigung einer einfachen Marktmechanik: Die Elektromobilität scheitert in Europa nicht an fehlender Ladeinfrastruktur oder Reichweitenangst, sondern am Anschaffungspreis. Erst der gezielte Einsatz kostengünstiger Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) im neuen MEB-Entry-Baukasten macht profitable Margen bei Einstiegspreisen ab 20.000 Euro überhaupt erst möglich.

Dass Mitbewerber wie Renault mit ihren kompakten Modellen schon länger Erfolge feiern, hätte den Verantwortlichen in Wolfsburg zwar viel früher als Lehre dienen müssen. Dennoch zeigt der aktuelle Ansturm, wie schnell sich das Blatt wendet, wenn Produkt und Preisstruktur endlich zur Realität der Verbraucher passen.

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