VW ID. Tiguan: Neuer Name schützt nicht vor Lade-Frust

VW ID. Tiguan 2027
Quelle: Seu Carro Usado
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Volkswagen stellt den bisherigen ID.4 neu auf und spendiert dem Elektro-SUV den traditionsreichen Namen VW ID. Tiguan. Was marketingtechnisch nach einer großen Kehrtwende klingt, entpuppt sich beim Blick auf die Technik als gewohnter Zwischenschritt. Das bisherige Coupé ID.5 wird mangels Nachfrage ersatzlos gestrichen, und auch das künstlich aufgesetzte GTX-Label verschwindet vom Markt.

Unter dem Karosseriekleid arbeitet die modellgepflegte MEB+-Plattform. Das bringt zwar ergonomische Besserungen wie physische Tasten am Lenkrad und eine modernisierte Android-Infotainment-Software. Bei den elektrischen Kerndaten verharrt Wolfsburg allerdings im bisherigen Trott.

Das 400-Volt-Dilemma und der schrumpfende Kofferraum

Wer auf den längst überfälligen Wechsel zu einer modernen 800-Volt-Architektur für kurze Ladestopps gehofft hat, wird enttäuscht. Der ID. Tiguan verbleibt auf der bekannten 400-Volt-Basis. Eigentlich hatte man ja gehofft, dass VW bei den Ladezeiten zur ostasiatischen Konkurrenz aufschließt – doch der Konzern lässt diese Chance ungenutzt verstreichen.

Noch bitterer fällt die Bilanz beim Nutzwert aus. Eine detaillierte Daten-Analyse der Fachmedien von Motoreport verdeutlicht das Platzproblem im Heck. Der Verbrenner-Tiguan bietet im direkten Vergleich über 120 Liter mehr Kofferraumvolumen als die rein elektrische Variante. Eigentlich sollten reine Stromer durch den Entfall des Verbrennungsmotors Raumvorteile bieten, doch die alternde MEB-Geometrie kehrt diesen Vorteil ins Gegenteil um.

Der ID. Polo macht dem Tiguan die Grenzen deutlich

Wie eine gelungene Raumökonomie funktioniert, zeigt der kleinere ID. Polo. Dieser nutzt seine Plattform effizienter aus und überflügelt sein Verbrenner-Pendant beim Platzangebot spürbar. Beim ID. Tiguan muss die Kundschaft hingegen mit einem spürbaren Kompromiss leben.

Ob man das wirklich braucht, ein gewichtiges E-SUV mit veralteter Ladetechnik und geschrumpftem Ladeabteil zu kaufen, muss jeder für sich entscheiden. Selbst ein mögliches Performancemodell als ID. Tiguan R kann nicht darüber hinwegtrösten, dass die technische Basis im Alltag hinter den Erwartungen an ein modernes Familienfahrzeug zurückbleibt.

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