Warum Samsung beim Galaxy S26 Ultra plötzlich um jeden Euro kämpft

Man merkt selten so deutlich wie jetzt, wie eng die Smartphone‑Industrie an der Speicherbranche hängt. Samsung steht beim Galaxy S26 Ultra vor einer ziemlich unangenehmen Rechnung: Die Kosten für DRAM und NAND sind in den vergangenen Monaten derart explodiert, dass selbst ein Konzern dieser Größe ins Grübeln kommt. Und das ausgerechnet kurz vor einem Launch, der eigentlich unspektakulär werden sollte.
In Korea wird schon länger darüber spekuliert, ob Samsung die Preise anheben muss. Intern scheint man das Gegenteil zu versuchen. Das Ziel: Die Ultra‑Variante soll in Südkorea unter zwei Millionen Won bleiben. Das ist eine psychologisch wichtige Grenze, die man nicht reißen will. In den USA wären das grob 1.299 Dollar – also exakt das Niveau des S25 Ultra. Analysten halten aber auch 1.399 Dollar für möglich. Nicht ideal. Und in Deutschland dürfte es dann also auch wieder bei 1.449 Euro losgehen, wie beim Vorgänger.
Der Grund für die ganze Nervosität ist simpel: Speicher ist knapp. Und teuer. Hersteller zahlen teilweise das Dreifache für dieselbe Menge RAM wie noch vor einem Jahr. Das liegt nicht daran, dass plötzlich alle mehr Smartphones kaufen, sondern an der KI‑Industrie. HBM‑Module und Server‑DDR5 werden von Amazon, Google, Meta, Microsoft, Nvidia und OpenAI in Massen aufgekauft. Die Margen sind dort höher, also verlagern Speicherhersteller ihre Produktion dorthin. Für klassische LPDDR‑Chips bleibt weniger übrig. Und wenn weniger produziert wird, steigen die Preise. Ein ziemlich direkter Effekt.
Samsung muss jetzt entscheiden, wie viel davon beim Kunden landet. Und da wird es heikel. Denn um den Preis stabil zu halten, muss irgendwo gespart werden – nicht unbedingt an der Hardware, aber an den Extras. Das beliebte „Doppelter Speicher beim Vorbestellen“-Angebot könnte 2026 wegfallen. Wer bisher 256 GB bezahlt und 512 GB bekommen hat, dürfte diesmal leer ausgehen. Auch die Trade‑in‑Werte könnten sinken. Das trifft vor allem Nutzer, die jedes Jahr upgraden und sich auf diese Rabatte verlassen.
Für viele dürfte es sinnvoll sein, ein paar Monate zu warten. Preise stabilisieren sich oft nach dem Launch, und wenn die Speicherknappheit nachlässt, könnten Händler wieder aggressiver werden. Samsung selbst hält sich bedeckt, aber die Berichte aus Korea klingen glaubwürdig genug, um sie ernst zu nehmen.
Spannend ist, dass die Samsung Galaxy S26‑Reihe selbst gar nicht als großer Sprung gehandelt wird. Keine massiven Kamera‑Upgrades, keine radikalen Designänderungen. Und trotzdem ist der Preisdruck höher als bei manchem Generationswechsel davor. Das zeigt, wie stark externe Faktoren – KI‑Boom, Server‑Ausbau, Produktionsverlagerungen – inzwischen auf den Smartphone‑Markt durchschlagen. Android‑Hersteller müssen sich anpassen, egal ob sie wollen oder nicht.
Ob Samsung den Preis wirklich halten kann, wird sich erst zum Launch zeigen. Aber der Versuch allein zeigt, wie wichtig das Ultra‑Modell für die Marke geworden ist. Und wie dünn die Luft im Premium‑Segment inzwischen ist.
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