WhatsApp öffnet sich für Drittanbiter-Chats – aber nur, wenn du das auch willst

Meta hat angefangen, eine Funktion auszurollen, die WhatsApp in Europa grundlegend verändert. Ab sofort können Nutzer verschlüsselt mit Leuten auf anderen Messenger-Diensten kommunizieren. Angekündigt war das schon im November, jetzt wird es ernst.
Konkret heißt das: Wer will, kann Nachrichten, Bilder, Videos, Sprachnachrichten und Dateien direkt an Kontakte schicken, die einen anderen Messenger nutzen. Ende-zu-Ende-verschlüsselt, so wie man es von WhatsApp gewohnt ist. Voraussetzung ist allerdings, dass der andere Dienst denselben Sicherheitsstandard erfüllt – sonst funktioniert die Verbindung nicht.
Das Feature läuft gerade für Android und iOS raus. Sobald es auf dem eigenen Gerät verfügbar ist, taucht in den Kontoeinstellungen ein neuer Bereich namens „Drittanbieter-Chats“ auf. Dort gibt es die Option „Aktivieren“, mit der man den Empfang von Nachrichten aus anderen Apps erlaubt. Parallel dazu lässt sich einstellen, ob man Benachrichtigungen bekommen will, wenn jemand von einem Drittanbieter-Dienst eine Nachricht schicken möchte. Alles freiwillig, alles jederzeit wieder ausschaltbar.
Meta betont, dass Datenschutz und Sicherheit gewahrt bleiben. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gilt auch für Drittanbieter-Chats, solange der andere Dienst das technisch umsetzen kann. Wer die Funktion aktiviert, bekommt beim ersten Mal eine Einführung, die erklärt, wie sich normale WhatsApp-Chats von Drittanbieter-Chats unterscheiden. Klingt vernünftig, denn nicht jeder versteht sofort, was „Interoperabilität“ bedeutet oder welche Einschränkungen es geben könnte.
Praktisch ist die Sache allerdings noch ziemlich eingeschränkt. Laut iPhone-Ticker funktioniert die Anbindung derzeit nur mit BirdyChat, einem relativ unbekannten Messenger. Ursprünglich sollte auch Haiket von Anfang an dabei sein, aber das scheint sich verzögert zu haben. Wann andere große Dienste wie Signal, Telegram oder iMessage dazukommen – falls überhaupt –, ist unklar. Apple hat sich bisher nicht geäußert, ob iMessage jemals mit WhatsApp kommunizieren wird, und bei Telegram gibt es auch keine Anzeichen dafür.
Die ganze Sache ist eine direkte Folge des Digital Markets Act der EU, der große Plattformen dazu verpflichtet, ihre Dienste für Drittanbieter zu öffnen. Meta hat hier reagiert, aber eben kontrolliert. Die Verantwortung liegt bei den Nutzern: Wer keine Nachrichten von anderen Apps bekommen will, lässt die Funktion einfach aus. Wer sie aktiviert, muss damit leben, dass eventuell nicht alle Features funktionieren – etwa Gruppenchats oder bestimmte Medienformate.
Ob sich das durchsetzt, hängt davon ab, wie viele Messenger tatsächlich mitmachen. Solange nur BirdyChat unterstützt wird, bleibt das Ganze ein Nischenfeature. Aber technisch ist der Grundstein gelegt. Vielleicht kommt da noch mehr – oder es bleibt bei einer Alibifunktion, die formell dem EU-Recht entspricht, praktisch aber kaum jemand nutzt.
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Wäre eher interessant es umgekehrt zu nutzen. Sprich WhatsApp Nachrichten über Signal zu empfangen. Oder mit Google Messenger zu empfangen, dann bräuchte man nicht mal noch eine zusätzliche App.