Xbox: Preisschock von bis zu 200 Euro

weißes Xbox Logo auf grünem Hintergrund
Quelle: Microsoft
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Dass Konsolen im Laufe der Jahre durch optimierte Fertigungsprozesse günstiger werden, war jahrzehntelang ein ungeschriebenes Gesetz der Branche. Microsoft wischt mit dieser Tradition jetzt komplett den Boden auf. Wer in Europa eine neue Xbox Series X oder Xbox Series S kaufen will, muss ab sofort bis zu 200 Euro mehr auf den Tisch legen.

Ein beispielloser Schritt, der Gamer mitten ins Gesicht trifft. Schauen wir uns die neuen Preisschilder im Detail an:

ModellSpeicherAlter PreisNeuer PreisAufschlag
Xbox Series S512 GB349,99 Euro499,99 Euro+150 Euro (+43 %)
Xbox Series S1 TB399,99 Euro599,99 Euro+200 Euro (+50 %)
Xbox Series X Digital1 TB549,99 Euro749,99 Euro+200 Euro (+36 %)
Xbox Series X (Laufwerk)1 TB599,99 Euro799,99 Euro+200 Euro (+33 %)

Besonders die kleine Xbox Series S (512 GB) zeigt die pure Absurdität der Lage. Ursprünglich als schlanker 350-Euro-Einstieg ins Next-Gen-Gaming gedacht, liegt sie jetzt bei 499,99 Euro – exakt dem Betrag, für den man 2020 das Flaggschiff Series X zum Launch bekommen hat. Wen überrascht es da noch, dass die Community schäumt?

Wenn Speicherbausteine die Margen auffressen

Hinter dem Preisschock steckt kein gieriger Willkür-Akt, sondern ein knallhartes Problem in der Lieferkette. Die Einkaufspreise für GDDR6-Arbeitsspeicher und NVMe-NAND-Flash haben sich schlicht mehr als zweieinhalbfacht. Microsoft rechnet intern sogar mit einer weiteren Verdopplung bis Herbst 2027.

„Konsolen wurden historisch immer über Quersubventionierung durch Software und Abos finanziert. Wenn die reine Hardware-Marge durch RAM-Preise aber derart negativ wird, bricht das gesamte Fundament zusammen.“

In Redmond konnte man diese Fertigungsverluste schlicht nicht mehr abfedern – erst recht nicht nach einem Umsatzrückgang von zehn Prozent bei den Spielediensten und den jüngsten Entlassungswellen bei Studios wie Bethesda. Konkurrent Sony hatte bereits im April vorgelegt; Microsoft zieht nun konsequent nach.

Lohnt sich eine Xbox zu diesen Preisen überhaupt noch?

Apropos Preis-Leistungs-Verhältnis: Bei einer UVP von 799,99 Euro für die Xbox Series X mit Laufwerk verschiebt sich das gesamte Gefüge auf dem Markt. Ich bin echt gespannt, ob die Gamer diesen immensen Aufschlag im vierten Lebensjahr der Generation mitgehen werden.

Wer ohnehin mit dem Gedanken spielt, sich eine Konsole zuzulegen, sollte schleunigst die verbleibenden Restbestände im Handel durchforsten oder direkt auf den Gebrauchtmarkt sowie Refurbished-Angebote ausweichen. Denn wenn eine vier Jahre alte Konsole preislich plötzlich an einem soliden Gaming-PC kratzt, hat die Branche ein hausgemachtes Akzeptanzproblem.

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