Xiaomi verteilt HyperOS 4: Android 17 landet auf über 80 Geräten

Design des neuen HyperOS 4-Design von Xiaomi
Drei Wellen bis Jahresende: Xiaomi bringt HyperOS 4 auf Basis von Android 17 auf über 80 Smartphones und Tablets | Quelle: Xiaomi
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Xiaomi drückt beim neuen Betriebssystem ordentlich aufs Gaspedal: Über 80 Smartphones und Tablets der Marken Xiaomi, Redmi und POCO sollen bis Ende des Jahres mit dem neuen HyperOS 4 versorgt werden. Die technische Basis dafür liefert Android 17, das der Hersteller in drei großen Wellen weltweit auf die Geräte schickt.

Auf dem Papier klingt das nach einem echten Kraftakt. Xiaomi spendiert den Handys nämlich kein reines Facelift, sondern schraubt spürbar am Alltagstempo. Ich habe mir den offiziellen Zeitplan und die technischen Daten genau angesehen – und hier steckt deutlich mehr drin als nur ein bisschen neue Glas-Optik.

Drei Rollout-Wellen: Wann welches Xiaomi-Handy das Update bekommt

Xiaomi startet den globalen Rollout von HyperOS 4 im November 2026 und teilt die berechtigten Modelle in drei aufeinanderfolgende Phasen auf. Die Verteilung beginnt sofort mit den aktuellen Flaggschiffen und reicht bis Ende Dezember 2026 zu älteren Erfolgsmodellen wie der Xiaomi-13-Reihe.

Den Anfang machen ab sofort die aktuellen Spitzenmodelle der Xiaomi-17- und Xiaomi-15-Serie, flankiert von den beliebten Mittelklasse-Familien Redmi Note 17 und Redmi Note 15. Auch bei POCO geht es direkt in der ersten Welle zur Sache: Die Modellreihen POCO F8 und POCO X8 sowie die neuen Xiaomi Pad 8 Tablets sind unmittelbar für den Download freigegeben.

Mitte November folgt die zweite Welle, bei der unter anderem die Xiaomi-15T-Serie und die Familien POCO F7 sowie POCO F9 an der Reihe sind. Dazu kommen das Xiaomi Pad 7 und mehrere Tablets der Redmi- und POCO-Reihe.

Im Dezember schließt Xiaomi den ersten großen Schwung mit älteren Dauerbrennern ab. Hier stehen die Xiaomi-14- und Xiaomi-13-Serie, das faltbare Xiaomi MIX Flip, die Xiaomi-13T-Reihe, die Redmi-Note-14-Familie und die POCO-F6-Serie auf dem Plan.

Dass der Hersteller hier so strukturiert vorgeht, überrascht wenig: HyperOS 4 verändert für Xiaomi alles, weil das System im Kern gründlich entrümpelt wurde. Wichtig ist allerdings der Hinweis, dass es sich bei den Terminen um den Startschuss für die globale Verteilung handelt. Wann das Over-the-Air-Update exakt auf dem eigenen Gerät in Deutschland aufschlägt, hängt immer auch von regionalen Freigaben ab.

Tempo statt Schnickschnack: Warum HyperOS 4 im Alltag schneller wird

Das Update auf HyperOS 4 verkürzt den Start von 30 Apps nach neun Stunden Dauernutzung von 40,3 auf 36,8 Sekunden. Gleichzeitig sinkt die Auslöseverzögerung bei HDR-Aufnahmen von 313,38 Millisekunden auf 240,16 Millisekunden, was Schnappschüsse spürbar beschleunigt und Ruckler bei der Videowiedergabe minimiert.

Rechnet man das bei der Kamera mal kurz im Kopf nach, spart man sich künftig bei jedem HDR-Foto exakt 73,22 Millisekunden. Das entspricht einer Beschleunigung um satte 23,36 Prozent. Das klingt zunächst nach einem winzigen Augenblick, macht in der Praxis bei spielenden Kindern oder Haustieren aber genau den Unterschied zwischen einem knackscharfen Treffer und verwackeltem Ausschuss.

Dazu kommt der allgemeine Leistungszuwachs: Nach einem typischen langen Arbeitstag starten viel genutzte Anwendungen um 8,7 Prozent schneller als noch unter HyperOS 3. Das System hält Hintergrundprozesse schlicht stabiler im Arbeitsspeicher, ohne dass man ständig manuelle Aufräum-Tools bemühen muss.

Gerade für preisbewusste Käufer ist das eine echte Ansage. Wie stark die Software-Basis auch die günstigeren Modellreihen aufwertet, hatte ich erst vor Kurzem für Android 17 für POCO-Smartphones geschrieben.

Glas-Optik und Super XiaoAi: Das steckt noch im großen Update

Optisch führt Xiaomi mit HyperOS 4 das sogenannte Soft Light Glass ein, das auf halbtransparente Bedienfelder, flexiblere Ordner und überarbeitete Benachrichtigungen setzt. Dazu kommt der Sprachassistent Super XiaoAi 2.0 auf Basis des MiMo-Sprachmodells sowie eine erweiterte Super Island, die nun über 130 Dienste unterstützt.

Die Benutzeroberfläche wirkt durch die leicht milchigen Glaseffekte deutlich moderner, ohne dabei unruhig zu werden. Widgets lassen sich jetzt auf dem Startbildschirm übereinanderstapeln, der Sperrbildschirm lässt sich freier anpassen und schwebende Fenster reagieren flüssiger auf Wischgesten.

Beim Sprachassistenten Super XiaoAi 2.0 spannt Xiaomi die künstliche Intelligenz für komplexe Aufgaben ein: Der Assistent kann Fotos nach Bildinhalten durchsuchen, Termine koordinieren oder auf dem Bildschirm angezeigte Produkte direkt identifizieren. Allerdings gilt hier der gewohnte Dämpfer: Welche dieser KI-Funktionen direkt zum Deutschland-Start freigeschaltet werden und was vorerst dem chinesischen Markt vorbehalten bleibt, muss der Praxistest zeigen.

Sinnvoll aufgewertet wurde der Datenschutz: Sensible Aktionen wie das dauerhafte Löschen von Dateien oder das Teilen persönlicher Daten verlangen künftig eine ausdrückliche Bestätigung.

Wie eilig es Xiaomi bei der Software-Pflege derzeit hat, konnte ich neulich schon bei der überraschend schnellen Verteilung des Xiaomi-Oktober-Sicherheitsupdates beobachten – der Hersteller hält das Tempo also erfreulicherweise auch beim großen Versionssprung hoch.

Worauf Xiaomi-Besitzer jetzt beim Update achten sollten

Wer ein berechtigtes Modell besitzt, sollte das Update manuell in den Android-Einstellungen unter „Über das Telefon“ anstoßen, sobald die eigene Welle gestartet ist. Da Xiaomi die Datenpakete schrittweise freigibt, empfiehlt sich vor dem Download ein vollständiges Daten-Backup und eine stabile WLAN-Verbindung für das mehrere Gigabyte große Softwarepaket.

Unterm Strich liefert der Hersteller hier einen beachtlichen Fahrplan ab. Über 80 verschiedene Modelle in knapp zwei Monaten auf eine neue Android-Hauptversion zu heben, bedeutet rechnerisch rund 10 Gerätelinien pro Woche. Besonders erfreulich finde ich, dass selbst das Xiaomi 13 und das Xiaomi 13T noch vor dem Jahreswechsel versorgt werden – hier lässt man ältere Flaggschiffe nicht im Regen stehen.

Wie sieht es bei euch aus: Steht euer Smartphone gleich in der ersten Welle, oder müsst ihr euch noch bis Dezember gedulden?

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