Tesla knallhart eingebremst: Neues Tempolimit für Europa

Tesla FSD Supervised Europe
Quelle: Tesla, Inc.
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Tesla gibt beim Thema autonomes Fahren in Europa klein bei. Nach monatelangem Tauziehen mit den Behörden hat die niederländische Zulassungsstelle RDW ein Software-Update durchgewunken, das Teslas Fahrassistenten spürbar an die Kette legt und ihm gleichzeitig einen völlig neuen Namen verpasst.

Bislang durfte man mit dem System, das in den USA als „Full Self-Driving“ vermarktet wird, ganz legal bis zu 50 Prozent über dem jeweils geltenden Tempolimit mitschwimmen. Damit ist auf europäischen Straßen ab sofort Schluss: Die RDW kappt den erlaubten Puffer auf magere 10 Prozent – und stellt die Software bei jedem Fahrtantritt automatisch wieder auf exakt 0 Prozent Toleranz zurück.

Aus FSD wird TAD: Warum Tesla jetzt klein beigibt

Mit dem neuen RDW-Update wird Teslas bisheriges „Full Self-Driving (Supervised)“ in Europa offiziell in Tesla Assisted Driving (TAD) umbenannt. Die Änderung gilt für Bildschirm-Anzeigen, Handbücher und Zulassungspapiere, um rechtlich eindeutig klarzustellen, dass die fahrende Person zu jedem Zeitpunkt die volle Verantwortung am Steuer trägt.

Hinter dem Schritt steckt nämlich ein ganz pragmatischer Schachzug: Im Dezember 2026 steht in Brüssel die entscheidende Abstimmung über die EU-weite Zulassung an. Vor allem aus Deutschland und Schweden gab es zuletzt deutlichen Gegenwind wegen der bisherigen 50-Prozent-Toleranz. Indem Tesla den Puffer jetzt freiwillig zusammenstreicht, nimmt Elon Musk den europäischen Regulierern das schärfste Gegenargument aus der Hand, um das System nicht komplett zu blockieren.

Was das Tempolimit im Alltag und beim 99-Euro-Abo bedeutet

Das neue RDW-Update beschränkt die maximale Geschwindigkeit von Tesla Assisted Driving auf genau 10 Prozent über dem erfassten Schild. Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h regelt das System das Tempo künftig bei maximal 110 km/h ab, statt wie zuvor bis zu 150 km/h zuzulassen.

Für alle, die einen kompatiblen Wagen mit Hardware 4.0 (HW4) besitzen und das System in Europa für 99 Euro im Monat abonniert haben, ändert sich im Alltag spürbar etwas. Wer auf der Autobahn oder einer gut ausgebauten Bundesstraße bislang ganz entspannt im fließenden Verkehr mitschwimmen wollte, wird von der Software künftig deutlich früher eingebremst.

Rechnet man das mal eben im Alltag durch, wird der Unterschied nämlich ziemlich deutlich: Galt auf der Landstraße bisher Tempo 100, konnte man den Assistenten theoretisch auf bis zu 150 km/h einstellen. Mit der neuen 10-Prozent-Grenze macht die Software künftig schon bei exakt 110 km/h dicht – ein spürbarer Schnitt von glatten 40 km/h.

Mein Blick aufs Update: Kluger Schachzug oder Komfort-Bremse?

Die freiwillige Selbstbeschränkung ist für Tesla der einzig gangbare Weg, um die Typgenehmigung in der Europäischen Union nicht zu gefährden. Zwar büßt das System spürbar an Autobahn-Komfort ein, erhöht aber die Chancen auf eine reibungslose Freigabe bei der kommenden EU-Abstimmung beträchtlich.

Ganz ehrlich: Für ein System, das sich gerne als zukunftsweisende Selbstfahr-Technologie präsentiert, fühlt sich die strenge Tempobremse auf den ersten Blick wie ein Rückschritt an. Doch in der Praxis war die bisherige 50-Prozent-Regelung auf europäischen Straßen schlicht nicht mehr vermittelbar. Wer mit eingeschaltetem Assistenten mit 150 Sachen durch eine 100er-Zone pflügt, riskiert in vielen EU-Ländern schließlich saftige Fahrverbote.

Unterm Strich bleibt für mich: Tesla opfert hier ganz bewusst ein Stück Bequemlichkeit, um das große Ganze zu retten. Wenn das der Preis dafür ist, dass TAD in Europa ab 2027 überhaupt legal auf die Straße darf, ist dieser Kompromiss am Ende wohl alternativlos.

Wie seht ihr das: Findet ihr die 10-Prozent-Grenze vernünftig oder verliert das 99-Euro-Abo damit für euch den Reiz?

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8 Kommentare

  1. Warum ich das sage? Weil die Faktenlage recht eindeutig ist:
    Geschönte Statistiken:
    Teslas gern zitierte Sicherheitsberichte vergleichen Autobahn-Meilen moderner Teslas mit dem US-Gesamtdurchschnitt aller Straßen (inklusive Stadtverkehr und 20 Jahre alter Schrottautos) und zählen nur Unfälle mit Airbag-Auslösung. Seriöse Unfallforscher kritisieren diese Statistik seit Jahren als irreführend.
    Die Behörden-Trickserei:
    Tesla lässt seine Typgenehmigungen über die niederländische RDW laufen, weil diese historisch als deutlich entgegenkommender galt als z. B. das deutsche KBA. Eine Zulassung in den Niederlanden gilt automatisch für die gesamte EU.
    Die Realität in den USA:
    Die US-Behörde NHTSA ermittelt in hunderten Fällen wegen tödlicher Unfälle, Phantombremsungen und Versagen bei schlechter Sicht. Dass Tesla Radar und LiDAR weggespart hat und nur auf Kameras setzt, fliegt ihnen bei Regen, Nebel und Dreck physikalisch um die Ohren.
    Intern bekannt:
    Seit den ‚Tesla Files‘ (Handelsblatt-Whistleblower) ist belegt, dass intern tausende Beschwerden über plötzliches Bremsen und Software-Aussetzer registriert wurden.

    Musk steht an den Finanzmärkten unter riesigem Druck, seine jahrelangen Versprechungen endlich einzulösen und das System weltweit durchzuboxen.
    Doch ein Fahrassistent, der dem Menschen die volle Haftung aufbürdet, technisch aber elementare Lücken bei Wetter und Sicht hat, gehört in dieser Form schlicht nicht auf europäische Straßen!

  2. Wenn man in einer 100er Zone den Tempomat auf 150 km/h einstellt, wird das Auto, egal welches, versuchen 150 km/h zu fahren. Das System von Tesla funktioniert jedoch völlig anders. Das Auto wird sich an die Fahrweise aller Fahrzeuge in 100er Zonen anpassen, d.h. es wird in der Regel die 100 km/h einhalten. Die Statistiken zeigen auch, dass die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten in unter 5 % über der zulässigen Geschwindigkeit liegen.

  3. Eine zulässige Höchstgeschwindigkeit ist kein Richtwert. Es ist die Obergrenze des Zulässigen. Wer diese Obergrenze mit 10 Prozent überschreitet begeht immer noch eine Ordnungswidrigkeit.
    Ein weiterer Punkt ist natürlich wie präzise das System arbeitet. Erkennt Tesla denn zu 100 Prozent die richtigen und aktuellen Schilder? Ich möchte es bezweifeln.

  4. Mitschwimmen? Bei 50% über der erlaubten Geschwindigkeit? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Das hat mit Komfortverlust rein gar nichts zu tun, wenn man nicht beliebig viel automatisch zu schnell fährt.

    1. Das Problem ist, dass viele Geschwindigkeiten in den Kartenmatarialien falsch hinterlegt sind, 50 statt der erlaubten 100kmh usw. Wäre das nicht, wäre es ok.

      BTW: Aber normale Tempomaten darf ich im Ortsgebiet auf 120 Stellen? Das passt ned zusammen.

      Und, es ist ja kein Autors fahren, 100% der Verantwortung liegt beim Fahrer…

  5. ich frage mich, wie man diese +50 % ernsthaft in Betrachtung ziehen kann. Da hilft auch der kleine Disclaimer nicht. Es gibt keine Straße in Deutschland, bei der man mit 150 statt 100 km/h mitschwimmt. Da wären vielleicht 20 % eine Erklärung und selbst damit ist man eigentlich schon leicht aggro.

  6. Dieses System dürfte SO niemals auf den europäischen Markt kommen!
    Warten wir auf die ersten Unfälle (hoffentlich ohne Verletzte oder gar Tote), und nach einiger Zeit wird das Teil wieder vom Markt genommen.

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