PlayStation 6 wird absurd teuer und Sony lässt sich Zeit

Sony PlayStation 6 Concept Render
Fast 1.000 Dollar allein für die Bauteile: Bei der PlayStation 6 wird der Arbeitsspeicher zur ultimativen Kostenfalle | Quelle: Sony PlayStations
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Sony hat im Rahmen der Vorstellung seiner aktuellen Geschäftszahlen offiziell bestätigt, dass die Entwicklung der PlayStation 6 nach Plan verläuft und ab dem Geschäftsjahr 2027 gezielte Investitionen in die neue Plattform anrollen.

Auf dem Papier klingt das erst mal nach geregelten Bahnen, doch hinter den Kulissen braut sich eine gewaltige Kostenlawine zusammen. Frische Leaks zur internen Teileliste zeigen nämlich, dass die nächste Konsolengeneration für Gamer ein ziemlich teurer Spaß werden dürfte – und Sony genau deshalb überhaupt keinen Grund hat, den Marktstart zu überstürzen.

Warum allein der Speicher das Budget der PlayStation 6 sprengt

Die reinen Herstellungskosten der PlayStation 6 explodieren vor allem durch den drastischen Preisanstieg bei schnellen Halbleiter-Bausteinen. Laut dem Hardware-Leaker Kepler_L2 verschlingen Arbeitsspeicher und SSD zusammen bereits rund 680 US-Dollar der geschätzten Gesamtherstellungskosten von 960 US-Dollar.

Rechnet man das mal eben im Kopf nach: Bei umgerechnet etwa 605 Euro allein für RAM und Datenspeicher gehen satte 70,8 Prozent der gesamten Hardware-Fertigungskosten für eine einzige Baugruppe drauf. Für 605 Euro bekommen Spieler im Laden heute fast schon eine komplette Konsole. Sony-Finanzchefin Lin Tao erklärte zwar, dass man sich für den kommenden Zeitraum bereits ausreichende Mengen an Speicherkomponenten gesichert habe. Doch der weltweite KI-Boom saugt den Markt für GDDR- und schnelle NAND-Speicher regelrecht leer, was die Einkaufspreise für Konsolenhersteller seit Monaten nach oben treibt.

Vom 855-Euro-Bauplan zum vierstelligen Ladenpreis

Wenn eine Konsole in der reinen Fabrikation schon mit rund 855 Euro zu Buche schlägt, wird ein Verkaufspreis im gewohnten Rahmen rechnerisch zur Illusion. Zum Vergleich: Bei der regulären PlayStation 5 lagen die reinen Materialkosten zum Marktstart bei geschätzten 450 US-Dollar, was im Herbst 2020 in einer UVP von 499 Euro mündete.

Nimmt man nun die durchgesickerten 960 US-Dollar (rund 855 Euro) als Basis, schlägt die Realität unbarmherzig zu. Da sind noch keine Transportkosten, keine Verpackung, keine Margen für den Einzelhandel und erst recht keine 19 Prozent Mehrwertsteuer eingerechnet. Sollte Sony die Hardware nicht mit astronomischen Summen querfinanzieren wollen, landet die Konsole im Handel ganz locker bei 999 bis 1.099 Euro.

Das wäre gegenüber dem PS5-Start ein Aufpreis von über 100 Prozent. Dass Sony die Schmerzgrenzen der Community mittlerweile deutlich offensiver abklopft, hat sich erst kürzlich gezeigt, als die Japaner für die PS5 Pro mit automatischem PSSR 2.0 knapp 800 Euro ohne Laufwerk aufgerufen haben.

Konsole / ProjektGeschätzte Materialkosten (BOM)Reiner SpeicheranteilHandelsstart / Status
PlayStation 5 (2020)ca. 450 US-Dollar (~400 €)ca. 85 US-Dollar499 Euro UVP
PlayStation 6 (Leak)ca. 960 US-Dollar (~855 €)ca. 680 US-Dollar (~605 €)Frühestens 2028
Xbox Next (Magnus)ca. 1.160 US-Dollar (~1.033 €)über 750 US-DollarIn Entwicklung

Warum Sony trotz Xbox Magnus keinen Grund zur Eile hat

Trotz der astronomischen Produktionskosten sitzt Sony in einer extrem komfortablen Position und kann den Marktstart der PlayStation 6 ganz entspannt bis mindestens 2028 hinauszögern. Mit weltweit 97,9 Millionen ausgelieferten PS5-Konsolen und einem operativen Gewinnsprung von satten 89 Prozent im Gaming-Segment spült die aktuelle Generation weiterhin verlässliche Rekordgewinne in die Kassen.

Dazu kommt der Blick zur Konkurrenz: Microsofts nächstes Hardware-Projekt mit dem Codenamen Magnus soll bei den Bauteilen noch einmal um rund 200 US-Dollar (ca. 178 Euro) teurer ausfallen als die PlayStation 6. Microsoft steht vor exakt derselben Kostenmauer. Für Sony gibt es also schlicht kein realistisches Szenario, sich in ein überhastetes Wettrüsten zu stürzen.

Dass der Konzern die aktuelle Generation lieber noch etwas länger melkt, passt perfekt ins Bild. Genau diesen strategischen Schwenk hatte ich schon vor einigen Monaten vermutet, als Sony beim Release der PlayStation 6 auf die Bremse trat.

Für mich als Beobachter spricht die Marschroute der Japaner eine klare Sprache: Wer jedes Quartal Milliarden scheffelt, muss keine unfertigen Hardware-Experimente auf den Markt werfen. Dass in Tokio aktuell pure Gelassenheit herrscht, zeigt sich auch daran, dass Sony Branchen-Auftritte wie die CES 2027 sausen lässt, statt verfrüht neue Konsolen-Pläne in die Kameras zu halten.

Unterm Strich bleibt für mich ein klares Bild: Die PlayStation 6 dürfte technisch ein echtes Brett werden, aber der Gedanke an eine 500-Euro-Konsole zum Launch ist endgültig passé. Wenn die weltweiten Speicherpreise nicht überraschend einbrechen, steuert die Konsolenwelt geradewegs auf ein vierstelliges Luxus-Zeitalter zu.

Wie seht ihr das: Würdet ihr für die PlayStation 6 zum Verkaufsstart tatsächlich um die 1.000 Euro hinlegen, oder reicht euch die PS5 locker noch bis zum Ende des Jahrzehnts?

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