Xiaomi streicht HyperOS 4 für beliebte Redmi- und POCO-Hits

Xiaomi zieht beim großen Update auf HyperOS 4 die Reißleine und schließt sieben extrem beliebte Mittelklasse-Smartphones vom kommenden Versionssprung aus. Während neuere Modelle die frische Oberfläche erhalten, bleiben ausgerechnet einige der meistverkauften Dauerläufer der letzten zwei Jahre dauerhaft auf dem bisherigen Software-Stand stehen.
Was auf den ersten Blick wie eine trockene Notiz im Changelog wirkt, trifft Millionen Nutzer im Alltag ziemlich direkt. Unter den gestrichenen Geräten stecken nämlich absolute Preis-Leistungs-Könige wie das Redmi Note 13 Pro (4G & 5G), das Redmi Note 13 Pro+ und das POCO X6 5G. Wer sich diese Telefone wegen des starken Gesamtpakets gekauft hat, schaut bei neuen Funktionen künftig in die Röhre – obwohl die eingebaute Hardware noch jede Menge Puste hat.
Warum Xiaomi bei HyperOS 4 eine harte Grenze zieht
Xiaomi koppelt HyperOS 4 fest an Android 17 und verzichtet auf eine Rückportierung für Geräte, deren offizieller Upgrade-Pfad bei Android 16 endet. Betroffene Smartphones bleiben dauerhaft auf HyperOS 3, obwohl moderne Prozessoren wie der Dimensity 7200 Ultra oder der Snapdragon 7s Gen 2 die neue Oberfläche technisch spielend bewältigen würden.
Dahinter steckt schlichte Sparsamkeit bei der Software-Pflege. Zu MIUI-Zeiten und auch beim allerersten HyperOS-Start hatte Xiaomi neue Benutzeroberflächen regelmäßig für zwei oder sogar drei verschiedene Android-Generationen angepasst. Das bedeutete allerdings einen enormen Testaufwand für Entwicklerteams, die jeden Menüpunkt doppelt und dreifach absichern mussten. Für die neue Runde bündelt der Hersteller seine Ressourcen lieber auf die rund 80 neueren Modelle, die bis Ende 2026 versorgt werden sollen. Wie straff dieser Zeitplan gestrickt ist, zeigte sich schon im Oktober, als Xiaomi das Update-Datum für HyperOS 4 für die ersten Flaggschiffe im Heimatmarkt festzurrte.
Diese sieben Redmi- und POCO-Modelle gehen leer aus
Von der Update-Streichung sind nach aktuellen Berichten aus internen Entwickler-Kreisen exakt sieben Modelle betroffen. Neben zwei Performance-Modellen der K-Serie aus China trifft es vor allem die hiesigen Verkaufsschlager der Note-13-Familie sowie zwei preiswerte POCO-Modelle:
| Modell | Marktstart-Software | Finale Android-Basis | Sicherheitsupdates bis |
| Redmi Note 13 Pro 5G | Android 13 / HyperOS 1 | Android 16 (HyperOS 3) | Mindestens Januar 2028 |
| Redmi Note 13 Pro 4G | Android 13 / HyperOS 1 | Android 16 (HyperOS 3) | Mindestens Januar 2028 |
| Redmi Note 13 Pro+ | Android 13 / HyperOS 1 | Android 16 (HyperOS 3) | Mindestens Januar 2028 |
| POCO X6 5G | Android 13 / HyperOS 1 | Android 16 (HyperOS 3) | Mindestens Januar 2028 |
| POCO M6 Pro 4G | Android 13 / HyperOS 1 | Android 16 (HyperOS 3) | Anfang 2027 |
| Redmi K60 Pro | Android 13 / MIUI 14 | Android 16 (HyperOS 3) | Ende 2026 |
| Redmi K70 Pro | Android 14 / HyperOS 1 | Android 16 (HyperOS 3) | Ende 2027 |
Dass gerade die Note-13-Reihe hier den Kürzeren zieht, hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Als die Redmi Note 13-Reihe in Deutschland startete, wanderten das Pro 5G und das weitgehend baugleiche POCO X6 für rund 280 bis 320 Euro massenhaft über die Ladentheke.
Rechnet man diesen Kaufpreis mal eben auf die versprochene Support-Laufzeit von 48 Monaten bis Anfang 2028 um, landet man bei gerade einmal rund 6,25 Euro monatlich an reiner Geräte-Abschreibung. Rein rechnerisch ist das für ein schnelles Alltags-Handy mit 120-Hz-OLED zwar immer noch ein verdammt guter Schnitt. Bitter bleibt es trotzdem: Nach gerade einmal zwei Jahren friert Xiaomi die funktionale Weiterentwicklung ein – während der verbaute Chip und der Akku locker noch zwei weitere Jahre durchhalten würden.
Warum im Alltag trotzdem keine Panik angesagt ist
Ein Verzicht auf HyperOS 4 bedeutet keineswegs das sofortige Aus für das Smartphone im täglichen Einsatz. Xiaomi garantiert für die Redmi Note 13-Modelle und das POCO X6 Sicherheits-Patches bis mindestens Januar 2028, sodass Banking-Apps, mobiles Bezahlen und sensible Alltagsdaten weiterhin vollständig geschützt bleiben.
Wer also kein brennendes Interesse an neuen Systemanimationen, überarbeiteten Kontrollzentren oder zusätzlichen KI-Spielereien hat, kann sein Gerät völlig entspannt weiter nutzen. Im echten Leben zählt vor allem ein stabiles System, das morgens zuverlässig weckt, tagsüber flüssig durch den Browser scrollt und die Akkuladung nicht unnötig auffrisst. Ein bewährtes HyperOS 3 mit frischen Sicherheits-Patches ist im Zweifelsfall oft alltagstauglicher als eine brandneue Major-Version mit Kinderkrankheiten.
Dass die reine Update-Pflege unabhängig von neuen Oberflächen weiterläuft, hatte ich mir erst kürzlich angesehen, als Xiaomi beim Sicherheitsupdate ältere Geräte zuverlässig mit Schutzpaketen versorgte, während neue Funktionen den Top-Modellen vorbehalten blieben.
Unterm Strich zieht Xiaomi hier eine harte Grenze, die rein aus Kostensicht natürlich Sinn ergibt. Wer auf optische Frische und neue Features brennt, wird früher zum Neukauf gedrängt als gedacht. Für alle Pragmatiker bleibt das Smartphone aber bis Anfang 2028 ein treuer und sicherer Begleiter.
Wie seht ihr das: Ärgert euch der frühe Stopp bei den großen Versions-Updates, oder reichen euch reine Sicherheitspatches im Alltag völlig aus?
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