Renault 4 E-Tech: Mehr Reichweite und ein echter Lader-Bonus

Renault zieht bei seinem kommenden Retro-Crossover noch vor dem Auslieferungsstart die Schrauben an: Mit gezieltem Feinschliff an der Aerodynamik klettert die Reichweite des Renault 4 E-Tech Electric nach WLTP auf bis zu 415 Kilometer. Was auf den ersten Blick nach einer winzigen Modellpflege aussieht, bringt im Alltag zwei Upgrades mit, die vor allem Vielfahrern und Rechnern gefallen dürften.
Statt nur an Außenspiegeln und Unterbodenverkleidungen zu feilen, packen die Franzosen nämlich endlich die typische Lade-Bremse für den Winter an und schieben eine spürbar günstigere Einstiegsversion mit robuster LFP-Batterie nach. Wie viel das Update auf der Langstrecke wirklich bringt, zeigt mein genauer Blick auf die Daten.
Bis zu 415 Kilometer Reichweite und die neue LFP-Einstiegsversion
Durch modifizierte Unterbodenverkleidungen und aerodynamisch optimierte Außenspiegel steigt die WLTP-Reichweite des Renault 4 E-Tech Electric messbar: Die 40-kWh-Batterie mit 88 kW Leistung schafft künftig 310 Kilometer, während das Modell mit 52 kWh und 110 kW bis zu 415 Kilometer weit kommt. Bei der Variante Plein Sud mit dem großen Stofffaltdach sind es rund 400 Kilometer.
Rechnet man die fünf Kilometer WLTP-Plus beim großen Akku mal auf echte Autobahngeschwindigkeit bei 130 km/h um, bleiben davon real vielleicht noch knapp 3 Kilometer übrig. Bei einem typischen Autobahnverbrauch von 19 kWh auf 100 Kilometern spart der Feinschliff rechnerisch gerade mal rund 0,57 kWh Strom ein – das verschiebt den nächsten Ladestopp zeitlich um keine zwei Minuten. Der echte Gewinn liegt hier schlicht nicht in der nackten Reichweitenzahl, sondern im ruhigeren Luftstrom und der geringeren Windanfälligkeit bei höherem Reisetempo.
Viel spannender für den Geldbeutel ist ohnehin die angekündigte Einstiegsvariante namens Jogging. Hier kombiniert Renault einen 81 kW starken Elektromotor mit einer 36,5-kWh-Batterie auf LFP-Basis (Lithium-Eisenphosphat). Die beiden stärkeren Varianten setzen weiterhin auf NCM-Zellen mit Nickel, Kobalt und Mangan. LFP-Akkus sind in der Zellchemie robuster, verzeihen regelmäßiges Laden auf 100 Prozent problemlos und drücken die Produktionskosten deutlich. Renault überträgt damit genau dieselbe Strategie auf den R4, die man schon beim kleineren Renault 5 vorbereitet hat.
Endlich an Bord: Manuelle Akku-Vorkonditionierung und belüftetes Laden
Der Renault 4 E-Tech Electric erhält serienmäßig eine manuell zuschaltbare Batterie-Vorkonditionierung über den zentralen Touchscreen. Fahrer können den Akku damit vor einem Schnellladestopp gezielt auf Idealtemperatur bringen, um auch bei winterlichen Temperaturen sofort die maximale Ladeleistung an der DC-Säule abzurufen.
Wer im Winter schon mal mit kaltem Akku an einem Schnelllader gestanden hat, kennt das Frustpotenzial: Die Ladekurve bricht gnadenlos ein und aus dem schnellen 25-Minuten-Stopp wird plötzlich eine zähe Dreiviertelstunde. Dass man die Heizung für den Akku nun unkompliziert per Fingertipp im Menü starten kann, ohne zwingend die bordeigene Routenführung nutzen zu müssen, ist ein echter Alltagsgewinn.
Dazu spendiert Renault dem R4 eine serienmäßige HD-Rückfahrkamera. Wer mehr Rundumsicht will, kann bei den Linien Techno und Iconic eine 360-Grad-Kamera ordern. Ein smartes Detail gibt es auch auf der Mittelkonsole: Die Qi2-Ladeschale für Smartphones ist jetzt belüftet. Wer kabelloses Laden im Auto schon mal bei laufender Navi-App genutzt hat, weiß, wie kochend heiß moderne Handys dabei werden – die aktive Kühlung schont den Akku spürbar. Abgerundet wird die Technik durch einen prädiktiven Eco-Assistenten, der anhand des Streckenverlaufs rechtzeitig zum Segeln rät, sowie einen Notfallassistenten mit Inaktivitätsüberwachung.
Roland Garros als Top-Look und mein Blick auf den Markt
Wer es exklusiv mag, bekommt mit dem Sondermodell Roland Garros einen sportlich-eleganten Tennis-Look serviert. Die Sonderedition gibt es ausschließlich mit dem 110-kW-Antrieb (wahlweise mit Blech- oder Stoffdach) und fällt durch terrakottafarbene Akzente, 18-Zoll-Felgen und helle Bezüge auf. Selbst der Wählhebel erinnert an das Griffband eines Tennisschlägers. Hübscher Lifestyle, der technisch aber genau auf den normalen Versionen aufsetzt.
Unterm Strich erfindet Renault das Rad hier nicht neu, bessert aber genau an den Ecken nach, die im Alltag sonst genervt hätten. Die manuelle Vorkonditionierung und die belüftete Ladeschale sind echte Praxis-Vorteile, während die Jogging-Version mit LFP-Akku den Einstiegspreis nach unten drücken dürfte.
Was meint ihr: Reicht euch der Vorkonditionierungs-Knopf im Display als Kaufargument oder wartet ihr lieber direkt auf die günstigere Jogging-Version mit LFP-Zellen?
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