Xiaomi Pad 9 Pro Max: XRing O3 schlägt Tensor G5 im Grafiktest

Xiaomi XRING O3-Prozessor
Hoher Grafikdurchsatz im 4K-Stresstest: Xiaomis neuer XRing O3 distanziert etablierte SoCs, profitiert dabei aber stark von der ausladenden Tablet-Kühlfläche | Quelle: Xiaomi
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Xiaomi beendet mit dem Xiaomi Pad 9 Pro Max die Vormachtstellung von Qualcomm und Apple bei mobiler Grafikleistung. Messungen des hauseigenen XRing O3 Prozessors zeigen schonungslos, wie verwundbar Googles Chip-Philosophie wird, wenn ein Hersteller kompromisslos Shader-Fläche auf das Silizium packt.

Die heute veröffentlichten Messreihen von Notebookcheck liefern handfeste Beweise für diesen Kurswechsel. Während Google beim Google Tensor G5 seit Jahren auf KI-Subsysteme und Effizienz setzt, pulverisiert Xiaomis Grafikeinheit bisherige Android-Rekorde – auch wenn der Vergleich zwischen einem ausgewachsenen Tablet und einem kompakten Smartphone physikalisch hinkt.

  • Modell & Plattform: Xiaomi Pad 9 Pro Max mit hauseigenem XRing O3 (Grafik: ARM Mali G2-Ultra NX MP16) im Schlagabtausch mit dem Google Pixel 10 Pro.
  • Harter Technik-Fakt: Im fordernden 4K-Stresstest von GFXBench distanziert Xiaomis Grafikeinheit Googles Tensor G5 rechnerisch um das 3,4-Fache – ein drastischer Architektur-Vorsprung, der allerdings in einem ungleichen Formfaktor-Duell zustande kommt.
  • Die entscheidende Kehrseite: Welcher ungleiche Bauform-Vorteil den Rekord relativiert und bei welcher Schlüsseldisziplin Xiaomi völlig einbricht, zeigt die Detailanalyse.

Grafikleistung im Härtetest: Xiaomis Shader-Offensive deklassiert Google

Der hauseigene XRing O3 im Xiaomi Pad 9 Pro Max erzielt im GFXBench 4K Aztec Ruins High Tier Offscreen exakt 85 FPS. Damit rechnet die integrierte ARM Mali G2-Ultra NX MP16 Grafikeinheit um den Faktor 3,4 schneller als der Google Tensor G5 im Google Pixel 10 Pro, der im identischen Messdurchlauf bei mageren 25 FPS landet.

Dieser drastische Abstand entspricht einem berechneten Leistungsplus von satten 240 Prozent zugunsten von Xiaomi. Google vertraut beim Tensor auf eine maßgeschneiderte PowerVR DXT-48-1536 Grafikeinheit, während Xiaomi eine extrem breit aufgestellte Mali-Architektur mit 16 Shader-Clustern auf den Chip packt. Wer grafikintensive 3D-Titel rendert oder komplexe Emulatoren nutzt, spürt diesen Puffer unmittelbar in stabileren Bildraten.

Auch im plattformübergreifenden 3DMark Wild Life Extreme bestätigt sich die hohe GPU-Leistung. Das Xiaomi Pad 9 Pro Max liefert 9.676 Punkte und lässt damit sogar ein Apple iPad Pro 11 mit Apple M5 (9.391 Punkte) knapp hinter sich. Googles Pixel 10 Pro erreicht mit 3.281 Punkten lediglich ein Drittel dieses Werts – ein gemessenes Leistungsdelta von 194,9 Prozent. Wie sich Xiaomis Prozessor-Pläne über die vergangenen Generationen aufgebaut haben, ordnet bereits unser Hintergrundbericht zum geplanten Superchip XRing O2 ein.

16 Shader-Kerne schlagen Googles Sparkurs: Die Messwerte im Kontrast

Die synthetischen Werte verdeutlichen die Spreizung über CPU-, GPU- und AI-Messungen hinweg:

Gerät / PlattformSoC & GrafikeinheitGFXBench 4K Aztec (Offscreen)3DMark Wild Life ExtremeGeekbench 6 Multi-Core
Xiaomi Pad 9 Pro MaxXiaomi XRing O3 (Mali G2-Ultra)85 FPS9.676 Punkte12.976 Punkte
Apple iPad Pro 11 (2025)Apple M5 (10-Core GPU)49,6 FPS (-42 %)9.391 Punkte (-3 %)16.544 Punkte (+27 %)
OnePlus Pad 4Snapdragon 8 Elite Gen 5 (Adreno 840)57 FPS (-33 %)7.201 Punkte (-26 %)10.703 Punkte (-18 %)
Google Pixel 10 ProGoogle Tensor G5 (DXT-48-1536)25 FPS (-71 %)3.281 Punkte (-66 %)6.314 Punkte (-51 %)

Bei der reinen CPU-Leistung im Geekbench 6 behauptet sich Xiaomis Neuentwicklung ebenfalls solide. Mit 3.522 Punkten im Single-Core und 12.976 Punkten im Multi-Core distanziert das Tablet den Snapdragon 8 Elite Gen 5 im OnePlus Pad 4 (10.703 Punkte) um 21,2 Prozent. Im Vergleich zum Google Tensor G5 (6.314 Punkte) fällt der gemessene Multi-Core-Vorsprung mit 105,5 Prozent mehr als doppelt so hoch aus. Welche Alltagsqualitäten Google trotz geringerer Spitzenwerte abliefert, zeigt unser ausführlicher Google Pixel 10 Pro Testbericht.

NPU-Dämpfer und Kühlflächen-Vorteil: Die physikalische Realität

Beim direkten Vergleich zwischen Tablet und Smartphone darf die Thermik nicht ausgeblendet werden. Das großflächige Aluminium-Gehäuse des Xiaomi Pad 9 Pro Max besitzt ein Vielfaches an kühlender Oberfläche im Vergleich zum kompakten Google Pixel 10 Pro. Während ein Smartphone-Chassis die Abwärme auf engstem Raum staut und den Takt nach wenigen Minuten senken muss, kann das Tablet dauerhaft eine höhere Leistungsaufnahme halten.

Sobald der Fokus von reiner Rasterung auf neuronale Berechnungen wechselt, kippt das Leistungsbild zudem vollständig. Im Geekbench AI (Quantized NPU) stürzt das Xiaomi Pad 9 Pro Max auf magere 1.761 Punkte ab. Das Google Pixel 10 Pro zieht hier mit 3.792 Punkten mühelos vorbei, was einem satten Vorsprung von 115,3 Prozent für Google entspricht.

Apples Spitzenklasse bleibt mit 57.388 Punkten beim Apple iPad Pro 11 in einer unerreichbaren Liga. Xiaomi hat zugunsten der Shader-Blöcke offenbar an dedizierten NPU-Kernen gespart, was lokale KI-Aufgaben spürbar ausbremst. Zudem startet das Tablet als Import über TradingShenzhen ab rund 900 Euro für 512 GB UFS 4.1 Flash – inklusive aller typischen Nachteile bei Software-Anpassung und Garantie. Warum ausgerechnet die Stromaufnahme im Alltag zur Geduldsprobe werden kann, zeigt unsere detaillierte Aufschlüsselung zu den Ladezeiten des Xiaomi Pad 9.

Reiner Shader-Riese gegen alltagstaugliche System-Balance

Xiaomis XRing O3 ist ein klares Statement für alle Nutzer, die ein Tablet primär für anspruchsvolle 3D-Spiele oder Grafik-Workflows suchen. Die reine Rohleistung der Mali-GPU deklassiert vergleichbare Android-Plattformen trocken und setzt die Benchmark-Spitze neu fest.

Für die Kaufentscheidung im Alltag taugt der reine FPS-Wert jedoch nur bedingt. Google verzichtet beim Google Tensor G5 bewusst auf Rekorde bei synthetischer Dauerlast, liefert dafür aber eine deutlich potentere NPU für Bildverarbeitung und Systemdienste. Reine GPU-Power gewinnt Tabellen, smarte Architektur den täglichen Einsatz.

Reicht euch reine Grafikleistung bei einem Tablet oder wiegen NPU-Tempo und saubere Software-Optimierung für euch schwerer?

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