VW und Co. aufgepasst: Darum sind Zeekrs neue Riesen-SUVs eine echte Gefahr

Chinesische Premium-Marken drücken mit Macht nach Europa. Mit den kommenden Luxus-SUVs Zeekr 8X und 9X rückt nun eine Technologie in den Fokus, die viele etablierte Hersteller längst aussortiert hatten. Zeekr setzt bei diesen Giganten nicht auf reine E-Antriebe, sondern auf das EREV-Konzept (Extended Range Electric Vehicle). Für mich ist das ein extrem spannender und vor allem logischer Ansatz.
Genau hier lag bisher das Problem bei Fahrzeugen jenseits der 5-Meter-Marke. Ein rein elektrischer Luxus-SUV für die Langstrecke benötigt gewaltige Akkus. Der BMW iX5 schleppt beispielsweise einen 141-kWh-Akku mit sich herum, was Kosten und Gewicht massiv in die Höhe treibt. Zeekr umschifft das elegant.
Der Verbrenner als cleverer Stromgenerator
In der SEA-Hybrid-Architektur von Geely hat der 2,0-Liter-Turbomotor keine mechanische Verbindung mehr zu den Rädern. Er dient rein als Generator für den elektrischen Antrieb und füttert während der Fahrt den bis zu 70 kWh großen CATL-Freevoy-Akku.
Die reale Reichweite weicht teils drastisch von der WLTP-Angabe ab. Ein kompakter Verbrenner als Backup nimmt den Stress im Ladesäulen- und App-Dschungel komplett heraus. Das ist für viele Kunden im Alltag wichtiger als gedacht.
Über 1.300 PS fordern einen dicken Kompromiss
Doch diese immense Leistung hat eine klare Kehrseite. In der Top-Ausstattung mit drei Motoren reden wir beim Zeekr 8X von bis zu 1.030 kW (1.381 PS). Das klingt auf dem Papier beeindruckend, treibt das Gesamtgewicht mit Insassen aber rasant an die 3-Tonnen-Grenze. Genau deshalb überrascht mich dieser Ansatz nicht völlig kritiklos: Ein solches Leergewicht geht unweigerlich zulasten der Fahrdynamik und der Effizienz auf der reinen Elektro-Kurzstrecke.
Während Autobauer wie VW im Range-Extender für Europa aktuell dennoch keine Chance sehen, sollen erste Importhändler angeblich bereits ein auffällig großes Kundeninteresse betonen. Wenn die Europäer hier nicht schnell eine nachvollziehbare, eigene Antwort liefern, überlassen sie ein lukratives Segment völlig kampflos der Konkurrenz.
Der Kampf um die Batterie-Kosten
Hinter den Kulissen der Automobilindustrie tobt ein harter Preiskampf um Rohstoffe und Margen. Während europäische Konzerne Milliarden in rein batterieelektrische Plattformen pumpen, nutzen asiatische Hersteller wie Geely (Zeekr) oder Li Auto das EREV-Konzept zur drastischen Kostensenkung. Durch den Einsatz von mittelgroßen NMC-Akkus (55 bis 70 kWh) anstelle von riesigen >100-kWh-Paketen sparen sie pro Fahrzeug Tausende Euro an Zellkosten.
Die Verkäufe von Range-Extendern allein im letzten Jahr haben sich weltweit massiv beschleunigt. Etabliert sich diese Architektur in Europa, trifft sie auf einen Markt, auf den die hiesigen Hersteller schlichtweg nicht vorbereitet sind.
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