Googles Gnadenstoß für Android 6: Warum 13 Xiaomi-Klassiker jetzt unbrauchbar werden

Nach fast elf Jahren zieht Google endgültig den Stecker: Der Support für Android 6.0 (Marshmallow) innerhalb der Google Play Services wird offiziell eingestellt. Die Anhebung der Mindestanforderung auf Android 7.0 Nougat (API Level 24) klingt nach Routine, ist in der Praxis aber ein echter K.-o.-Tropfen für ältere Hardware.
Wer gehofft hat, sein altes Smartphone unberührt weiterzunutzen, wird jetzt von der Realität eingeholt. Die Entscheidung trifft das Ökosystem an der empfindlichsten Stelle – dem unsichtbaren Unterbau.
13 Xiaomi-Modelle verlieren ihre smarte Basis
Besonders hart trifft die Umstellung Besitzer beliebter Xiaomi-Klassiker. Insgesamt 13 Modelle – darunter das Xiaomi Mi 3, Mi 4, das Redmi Note 3 sowie die Redmi 3s– und Redmi 4-Reihen – fallen damit endgültig aus dem Google-Kosmos.
Hinter den Kulissen bedeutet das: Keine Background-Updates mehr für die Google Play Services, kein automatischer Schutz über Google Play Protect und eine schleichende Unbrauchbarkeit von Schnittstellen wie Push-Diensten, Google-Account-Login oder Maps-Einbindungen. Grundfunktionen wie Telefonieren und SMS klappen zwar weiterhin, aber die „Smartness“ ist weg.
Der App-Kollaps: Warum selbst installierte Spiele nun streiken
Das Problem reicht weit über fehlende Updates hinaus. Da Google zeitgleich die Systemanforderungen für eigene Kern-Apps hochschraubt – die YouTube-App verlangt mittlerweile Android 10, die Google-Hauptapp sogar Android 11 –, verweigern immer mehr Anwendungen den Dienst.
Aber es kommt noch bitterer: Wie Tech-Analysen zeigen, scheitern bei abgeklemmten Play Services sogar gekaufte Offline-Spiele und Apps, weil der Hintergrund-Check der DRM-Lizenzen fehlschlägt. Ein ehemals voll funktionsfähiges Gerät verwandelt sich so Stück für Stück in Elektronikschrott.
Retten oder Entsorgen? Das sind die echten Alternativen
Wer sein Redmi Note 3 oder Mi Note bisher als Smart-Home-Display, Notfall-Handy oder Musik-Player nutzt, steht vor einer Wahl. Der offizielle Weg führt direkt zum Neukauf – genau das, was die Konzerne bezwecken.
Für Bastler gibt es jedoch Auswege:
- Web-Browser statt Apps: YouTube lässt sich weiterhin ressourcenschonend über den mobilen Browser oder quelloffene Frontends wie NewPipe nutzen.
- Alternative App-Stores: Über F-Droid lassen sich quelloffene Apps installieren, die völlig ohne Google-APIs auskommen.
- Custom-ROMs: Wer das Risiko nicht scheut, flasht ein inoffizielles LineageOS auf Basis von Android 7.0 oder höher.
Da bin ich echt gespannt, wie viele dieser funktionstüchtigen Geräte am Ende doch im Elektromüll landen, nur weil die Software-Schnittstellen gekappt werden.
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