Audi E5 & E7X: China-Importe schlagen deutsche e-tron-Preise

Audi E5 Sportback
Quelle: AUDI AG
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Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da entwickeln Audi und Partner SAIC zwei reinrassige Elektroautos ausschließlich für China, und freie Importeure stellen sie jetzt einfach bei uns auf den Hof. Der Audi E5 Sportback und das E7X SUV sind in Deutschland angekommen.

Das Verrückte daran? Trotz Frachtkosten, Zoll, Mehrwertsteuer und teurer Einzelabnahme sind die Kisten teils spürbar günstiger als die offiziellen e-tron-Modelle im deutschen Audi-Konfigurator. Das ist ein ziemlicher Schlag ins Gesicht für heimische Kunden – zeigt aber auch, wie gnadenlos der Preiskampf in Fernost tobt. Doch bevor ihr jetzt blind den Geldbeutel zückt: Der Deal hat ein paar gewaltige Fallstricke.

Mehr PS fürs Geld: Die Abrechnung mit dem S6 e-tron

Schauen wir uns die Hardware an, wird der Unterschied fast schon unverschämt. Der E5 Sportback wirft als Spitzenmodell satte 776 PS und einen 100-kWh-Akku in die Waagschale. Wenn ich mir dagegen den regulären Audi S6 Sportback e-tron bei uns anschaue, leistet der deutlich weniger, reißt aber ein tieferes Loch ins Konto. Preislich leider völlig daneben, was wir hierzulande für die vier Ringe hinblättern müssen.

Beim SUV wiederholt sich das Trauerspiel. Der Importeur ruft für das E7X SUV rund 86.800 Euro auf – all-inclusive mit Steuern und deutscher Zulassung. Ein vergleichbarer Audi SQ6 e-tron startet in Deutschland bei ganz anderen Summen. Warum? Audi kann in China schlicht keine europäischen Mondpreise verlangen, sonst kauft dort kein Mensch das Auto.

900-Volt-Dampf trifft auf unbrauchbare China-Software

Technisch klingen die Daten nach absolutem Traum: Eine 800- bis 900-Volt-Architektur sorgt dafür, dass an der Ladesäule ordentlich der Strom fließt, ohne dass die Thermik kollabiert. Im Innenraum blickt man auf eine durchgehende Display-Wand von der Fahrer- bis zur Beifahrerseite.

Hier fangen die echten Probleme aber an. Die Software, die Navigation und sämtliche Online-Dienste hängen am chinesischen SAIC-Backend und dortigen Cloud-Anbietern wie Baidu oder Alibaba. Eine deutsche SIM-Karte, Spotify-Integration oder funktionierende Lade-Routenplaner? Fehlanzeige oder nur mit argen Basteleien möglich. Ohne funktionierende Konnektivität wird das futuristische „Cinema-Cockpit“ ganz schnell zur extrem teuren, dunklen Deko-Fläche.

Lidar-Blindflug und das Werkstatt-Fiasko

Das nächste Risiko lauert hinter der Stoßstange. Der E5 kommt vollgepackt mit Kameras und Lidar-Sensorik. Klingt sicher, ist aber für europäische Straßen ein unberechenbarer Faktor. Die Algorithmen wurden auf das Verkehrschaos und die Markierungen in Shanghai trainiert. Auf einer engen bayerischen Landstraße oder in einer unübersichtlichen Autobahnbaustelle können solche Systeme völlig falsch oder gefährlich übervorsichtig reagieren.

Dazu kommt die Service-Frage: Geht an der SAIC-spezifischen Technik etwas kaputt, schaut der deutsche Audi-Vertragshändler nur ratlos in den Motorraum. Ihr seid komplett auf das Partnernetz des Importeurs angewiesen. Wenn spezielle Steuergeräte oder Karosserieteile wochenlang auf dem Seeweg aus China festhängen, steht das Auto still.

Der Grauimport dieser Audi-Modelle entlarvt die fragwürdige Preispolitik in Europa gnadenlos. Aber als sorgenfreies Alltagsauto für die Familie ist dieser China-Deal schlicht ein unkalkulierbares Software- und Werkstatt-Roulette.

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