BMW i3: Warum der Elektro-Dreier den Verbrenner eiskalt abserviert

München macht Schluss mit halben Sachen. Der neue BMW i3 (intern NA0) ist der zweite Anlauf einer elektrischen 3er-Limousine und lässt das alte Modell komplett hinter sich. Wer dachte, BMW klebt einfach wieder einen Akku unter eine alte Verbrenner-Karosse, liegt völlig falsch: Die Basis bildet die dedizierte Elektro-Plattform Neue Klasse. Weil die Nachfrage bereits vor dem Start durch die Decke geht, haben die Münchner den Vorverkauf für das Premierenmodell i3 50 xDrive First Edition kurzfristig nach vorne verlegt.
Optisch rollt die First Edition direkt in der vollgepackten Hütte vor. Das M Sportpaket gehört serienmäßig dazu, genau wie der neue Farbton M Le Castellet Blue – einer von nur sechs verfügbaren Lacken. Wer noch etwas Extra-Geld locker hat, schnallt sich statt der 19-Zoll-Standardräder die optionalen 20-Zoll-Felgen unter die Radkästen. Innen wird es mit Kunstleder in Digital White und einem passenden weißen Lenkrad extrem speziell. Ob man dieses blendend weiße Gestühl im Alltagsdreck wirklich haben muss? Geschmackssache.
Schiebedach-Enttäuschung und der klare Vorteil beim Frunk
Beim Panoramaglasdach mit Klimakomfort-Verglasung gibt es leider direkt den ersten Dämpfer: Das riesige Glasdach lässt sich nicht öffnen. Frische Luft gibt es also nur über die Fenster. Dafür hat BMW an einer ganz anderen Stelle endlich auf die Fahrer gehört. Während im Heck passable 420 Liter Kofferraum warten, sitzt unter der Fronthaube ein 31-Liter-Frunk. Das wurde aber auch Zeit! Nie wieder dreckige Ladekabel zwischen den Urlaubs-Koffern suchen.
Wer noch mehr Ladevolumen braucht und nicht auf den für nächstes Jahr angekündigten i3 Touring warten will, muss wohl oder übel zum SUV-Bruder greifen. Dass der Ansturm auf die Neue Klasse gewaltig ist, zeigt sich längst im Werkskalender. Wer es lieber etwas kompakter mag, bekommt mit dem i3 immerhin eine reinrassige Limousine, die im Stammwerk München bereits vom Band läuft.
Der kommende Verbrenner zieht im Direktvergleich den Kürzeren
Spannend wird es beim Blick auf die Zukunft des klassischen Verbrenners (G50). Die benzinergetriebene 3er-Reihe debütiert zwar in den kommenden Monaten mit nahezu identischem Design, basiert aber weiterhin auf der alten CLAR-Architektur. Weil die Vier- und Sechszylindermotoren Platz brauchen, fällt der Frunk beim Verbrenner ersatzlos weg. Zudem dürfte der Raumkomfort im Innenraum spürbar hinter dem reinen Stromer hinterherhinken.
Schon bald zeigt sich, wie eng der Konkurrenzkampf im eigenen Haus wird – gerade wenn man bedenkt, wie radikal der neue i3 den i4 abserviert. Während der Verbrenner-Dreier Ende des Jahres erst im Werk Dingolfing anläuft, hat der elektrische i3 als Technologieträger bereits vorgelegt. München setzt alles auf die Karte Elektro – und lässt die alte Verbrenner-Welt ziemlich alt aussehen.
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