Range Rover Electric: Luxus-Stromer startet ab 163.500 Euro

Na endlich! Nach gefühlten Ewigkeiten und über fünf Jahren Entwicklungszeit schiebt Land Rover das erste reine E-Auto der Marke auf die Straße. Der Range Rover Electric taucht im Konfigurator auf – und wer eines der begehrten Exemplare ergattern will, muss schmerzhaft tief in die Tasche greifen.
Unter 163.500 Euro für die Basisversion EV450 läuft absolut gar nichts. Wer das volle Luxusprogramm will, ruft beim Topmodell SV Ultra mit langem Radstand schwindelerregende 330.923 Euro ab. Preislich ist das für normale Autofahrer natürlich völlig daneben, aber in dieser Liga geht es schlicht um den maximalen Statussymbol-Faktor. Dafür drückt das Topmodell EV550 mit 405 kW (550 PS) und 850 Nm Drehmoment in nur 4,5 Sekunden auf Tempo 100.
Viel Akkukapazität und ehrliche Reichweiten-Ansage
Unter dem Blech setzt JLR auf eine selbst entwickelte 118,5 kWh Netto-Batterie mit 344 prismatischen Zellen in Cell-to-Pack-Bauweise und 800-Volt-Architektur. Offiziell gibt der Hersteller zwar bis zu 601 Kilometer WLTP-Reichweite an, kommuniziert intern aber direkt einen realistischeren Alltagswert von 535 Kilometern. Das finden wir im Vergleich zur Konkurrenz erfrischend ehrlich. Wie wir bereits in unserer früheren Analyse zur Reichweite des Range Rover Electric angemerkt haben, entscheidet am Ende sowieso die Effizienz auf der Autobahn.
An einer 350-kW-Schnellladesäule lädt der Akku dank 800 Volt in 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent auf. Einen vorderen Kofferraum sucht man allerdings vergebens. JLR verzichtet bewusst auf einen Frunk, um die Crash-Struktur unverändert zu lassen und Reparaturkosten niedrig zu halten.
Extrem leise Kabine und echtes Offroad-Werkzeug
Im Innenraum soll der Stromer bei voller Beschleunigung um 7 Dezibel leiser arbeiten als das bisherige V8-Modell, was einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke entspricht. Neben doppelter Isolierung der Motoren und dicken Hochvolt-Kabeln sorgt eine aktive Geräuschunterdrückung über das Audiosystem für Stille im Cockpit. Wer mag, kriegt stattdessen künstliche Soundwelten oder exklusive Innenraumdüfte für 35 Pfund pro Stück geliefert.
Auch abseits der Straße macht der Brite keine halben Sachen. Die Wattiefe bleibt trotz tiefem Akku bei strammen 900 Millimetern, während der Aluminium-Akkurahmen die Karosseriensteifigkeit um 56 Prozent steigert. Die Traktionskontrolle Integrated Traction Management (ITM) regelt Radschlupf in extrem schnellen 50 Millisekunden – etwa 100-mal schneller als bei einem klassischen Verbrenner. Passt zur Neuausrichtung des Konzerns, die wir schon beim Thema JLRs Strategiewechsel hin zu flexiblen Plattformen beobachtet haben: Die MLA-Flex-Architektur lässt dem Hersteller alle Optionen.
Unterm Strich liefert Land Rover mit dem Range Rover Electric ein absolut kompromissloses Luxus-Schiff ab. Ob man so viel Geld für ein Elektro-SUV ausgeben muss, bleibt jedem selbst überlassen – technisch imponiert der leise Riese aber auf ganzer Linie.
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