Seat: VW zieht den Stecker und wickelt die Automarke ab

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Quelle: Volkswagen Group
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Bittere Wahrheiten aus Wolfsburg: Der VW-Konzern stellt alles auf den Prüfstand und trennt sich von einer traditionsreichen Marke. Ein internes Dokument, aus dem die WirtschaftsWoche zitiert, lässt keinen Raum für Spekulationen: Seat wird abgewickelt. Die 1950 gegründete Marke verliert ihre Funktion als Autohersteller und muss das Feld im Konzern räumen.

Überraschend kommt der Schritt keineswegs. VW-Chef Thomas Schäfer stellte am Rande der IAA Mobility klar, dass es schlicht unwirtschaftlich sei, zeitgleich Geld in Seat und Cupra zu pumpen. Während Seat sein etwas angestaubtes Image trotz neuerer Designs nie ablegen konnte und dem Konzern seit der Übernahme 1986 immer wieder hohe Verluste einbrachte, glänzt die Tochter Cupra mit deutlich höherer Gewinnmarge und schnellerem Wachstum.

Cupra übernimmt das Steuer: Die Marke Seat verkommt zum Auftragsfertiger

Für Seat gibt es keine Zukunft mit eigenen Elektroautos. Wenn es um Stromer für die Spanier ging, wiegelte Wolfsburg stets mit Kostennachteilen ab. Bis heute existiert kein einziges E-Auto der Marke. Stattdessen wird Seat SA als Unternehmenshülle weitergeführt, um im Werk Martorell als reiner Mobilitätsdienstleister und Fertiger für andere Konzernmarken zu dienen.

Vom spanischen Fließband rollen künftig die kompakten Stromer der Schwestermarken. Unter anderem rollt dort der VW ID. Polo und Cupra Raval vom Band. Ab 2030 vertritt schließlich Cupra die südeuropäische Seite des Konzerns bei Autos komplett allein – und soll Anfang der 2030er Jahre selbst zur reinen Elektromarke reifen.

Einstiegs-Stromer ab 20.000 Euro: VW setzt allein auf den ID Up

Dass preiswerte Elektroautos in der Klasse von Seat unmöglich sein sollen, bleibt eine steile These im Konzern – Dacia beweist schließlich das Gegenteil. Dennoch verteilt VW die Karten neu: Im Preissegment um 20.000 Euro übernimmt ab 2027 einzig der VW ID Up. Für Skoda ist in dieser Preisklasse kein Modell vorgesehen; die Tschechen decken den Markt erst ab 25.000 Euro ab.

Für Seat war in diesem engen Finanzkorsett schlicht kein Platz mehr. Gleichzeitig muss Cupra sein halbstarkes Proll-Image abstreifen und eine sportlich-seriöse Ausstrahlung entwickeln, um mit dem etablierten VW-Gleichteile-Konzept höhere Preise bei einer kaufkräftigeren Kundschaft durchzusetzen.

Radikaler Sparkurs: Selbst der Porsche Taycan hat ein Ablaufdatum

Der Abschied von Seat fügt sich nahtlos in den bisher größten Konzernumbau der VW-Geschichte ein. Die Wolfsburger streichen unrentable Projekte und sparen radikal. Das trifft nicht nur das Einstiegssegment: Selbst das Aushängeschild Porsche Taycan wird bereits 2030 eingestellt, während im Konzern parallel verhandelt wird, wie Porsche und Bentley den Verbrenner in Nischen weiterführen.

Der einst versuchte Befreiungsschlag, Seat als mediterrane Alternative zu Alfa Romeo zu etablieren, scheiterte auf ganzer Linie. Dass man Seat in den letzten zehn Jahren bloß verwaltet statt zukunftsfähig entwickelt hat, rächt sich jetzt. Am Ende stirbt die Marke mit dem Verbrennungsmotor – und kaum jemand im Konzern wird ihr eine Träne nachweinen.

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