Geely E5: Viel Komfort, aber peinliche Lade-Geschwindigkeit

Chinesische Stromer glänzen oft mit extremer Akku-Technik, patzen dafür aber bei der Software. Beim neuen Geely E5 läuft der Hase genau andersrum. Für rund 43.000 Euro in der Max+ Ausstattung rollt ein optisch unaufgeregtes Mittelklasse-SUV auf unseren Markt, das im Innenraum voll auf Bequemlichkeit macht. Sitzlüftung und Massagefunktion gibt es direkt ab Werk. Ob man das wirklich braucht? Nice to have ist es allemal, wenn der Aufpreis stimmt.
Die Ernüchterung folgt allerdings auf dem Fuß, sobald der Akku leer ist. Auf der Autobahn schlägt sich der Wagen noch wacker. Im Praxistest von Elektrobays schaffte das SUV über 300 Kilometer am Stück. Gemessen an der Papierform von 450 Kilometern nach WLTP geht das absolut in Ordnung. Doch wer danach an die Schnellladesäule rollt, braucht verdammt viel Geduld.
Ladekurve stürzt ab: Keine 100 kW im Schnitt
Das Laden von 10 auf 80 Prozent dauert beim Geely E5 locker über 30 Minuten. Ein kurzzeitiger Peak von bescheidenen 138 kW bricht blitzschnell wieder ein. Unterm Strich tröpfeln im Durchschnitt nicht einmal 100 kW in den Speicher. Für ein modernes Elektro-SUV im mittleren Preisgefüge ist das schlicht unterirdisch.
Richtig peinlich wird es bei den Testerfahrungen der Kollegenschaft von Autonews: Dort verweigerte der Geely den Dienst an der Ladesäule komplett. Ein Ladevorgang brach nach mickrigen einem Prozent ohne erkennbaren Grund ab. Beim zweiten Versuch schaltete das System nach 16 Prozent wieder ab. Bei einem Neuwagen dieser Preisklasse ist das absolut inakzeptabel.
Günstige Plattform als echter Alltagskiller
Hier zeigt sich wieder das Grundproblem: Wenn China-Hersteller maximale Ausstattung zum Kampfpreis liefern, wird an der Basis gespart. Auch mit einer klassischen 400-Volt-Architektur sind Ladezeiten unter 20 Minuten machbar. Der Geely E5 beweist jedoch das Gegenteil. Viel Bequemlichkeit nützt im Alltag überhaupt nichts, wenn man an der Ladesäule festwächst oder die Software den Dienst quittiert.
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