BMW i3 Touring: Erste Erlkönig-Bilder zeigen den Endgegner für Audi und Zeekr

Während Mercedes den Kombi in der elektrischen C-Klasse schlicht sterben lässt, geht BMW das Risiko ein. Der erste vollelektrische Dreier-Kombi wurde jetzt als Erlkönig auf frischer Tat ertappt. Das ist keine nette Spielerei für Traditionalisten, sondern eine überlebenswichtige Ansage an Audi und die aggressive Konkurrenz aus China, die diesen Markt gerade besetzt.
Mehr als nur ein Rucksack auf der Neuen Klasse
Die Limousine des neuen BMW i3 feierte erst im März 2026 ihre Designpremiere und polarisierte mit der breiten Niere. Jetzt rollt der Touring-Ableger im Tarnkleid durch die Tests, wobei vor allem das Heck massiv abgeklebt ist. Logisch, denn hier liegt die eigentliche Neuheit.
Technisch teilt sich der Kombi die reine Elektro-Plattform mit der Limousine. Das bedeutet: 800-Volt-Technologie, die sechste Generation des Elektroantriebs und das neue Steuerungs-System namens Heart of Joy. Beim Topmodell i3 50 xDrive reden wir über 469 PS und extrem schnelle Ladezeiten, bei denen man im Alltag nach zehn Minuten an der Säule schon wieder auf der Piste ist.
Der aerodynamische Haken und das Duell mit Audi
Es gibt aber eine Kehrseite. Die Limousine kratzt laut BMW an der magischen Marke von 900 Kilometern Reichweite. Beim Kombi wird diese Zahl aufgrund des steileren Hecks und der schlechteren Aerodynamik fallen. Das nervt Langstreckenfahrer vielleicht, ist im Alltag aber der logische Kompromiss für echten Nutzwert.
BMW steht mit dieser Karosserieform nicht allein da. Audi schickt bald den A6 e-tron Avant und später den A4 e-tron Avant ins Rennen. Spannend wird es, weil Mercedes komplett kneift und keine elektrische C-Klasse als T-Modell baut. Wer also Premium-Laderaum ohne SUV-Schrankwand will, muss künftig nach München oder Ingolstadt schauen – oder nach China, wo Marken wie Zeekr mit dem 001 massiven Druck aufbauen.
Kommt der elektrische Albtraum für Puristen?
In der Gerüchteküche brodelt es bereits gewaltig. Ein elektrischer M3 Touring auf der neuen Architektur gilt als extrem wahrscheinlich. Vier Elektromotoren und eine Leistung, die wohl knapp an der vierstelligen Grenze kratzt, könnten die traditionelle M-Community spalten.
Audi müsste darauf mit einem elektrischen RS6 Avant kontern, um nicht komplett den Anschluss zu verlieren. Klar ist: Der elektrische Kombi stirbt nicht, er mutiert zum echten Power-Tool. Bleibt nur das Problem mit dem Preis: Wenn schon die Basis-Limousine bei über 75.340 Euro startet, wird der Touring kein Schnäppchen.
Warum China den klassischen deutschen Kombi rettet
Dass BMW überhaupt Geld in die Entwicklung eines elektrischen Kombis steckt, verdanken wir ironischerweise dem Druck aus Fernost. Lange galt der Kombi als reines europäisches Phänomen, das global kaum eine Rolle spielt. Doch chinesische Marken wie Zeekr oder Nio zeigen mit ihren sportlichen Shooting Brakes, dass flache Raumwunder auch elektrisch gut funktionieren und jenseits von SUVs Kunden anziehen.
Für die deutschen Premium-Hersteller geht es hier um die nackte Verteidigung ihres Terrains. Wenn BMW das Feld kampflos räumen würde, verlören sie eine treue Stammkundschaft an die neue Konkurrenz. Der i3 Touring zeigt schlicht, dass der Markt sich nicht mehr nur zwischen SUV und klassischer Limousine entscheidet – die Nische wird zum neuen Schlachtfeld.
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