BMW i3 Touring im Video: Warum das gestrichene Kult-Feature schmerzt

Erste Erlkönig-Aufnahmen direkt vor den Werkstoren in München lassen keinen Zweifel mehr zu: Der vollelektrische BMW i3 Touring (Codename NA1) steht vor der Tür. Obwohl der offizielle Produktionsstart im Stammwerk erst für die zweite Jahreshälfte 2027 angesetzt ist, wirkt der Prototyp in einem aktuellen Leservideo von Bimmer Today bereits völlig serienreif. Front, Scheinwerfer und Heckleuchten entsprechen dem finalen Stand der neuen Elektro-Plattform.
Während die Frontpartie wenig Überraschungen bietet und weitgehend identisch von der i3 Limousine übernommen wird, offenbart ein Blick auf die Heckklappe einen bitteren Dämpfer für Marken-Fans. Ein charakteristisches Detail, das seit der E46-Generation Ende der 90er-Jahre fest zur DNA jedes Münchner Kombis gehörte, fehlt schlichtweg.
Ingenieurstrick statt Tradition: Warum die Scheibe zu bleibt
Wer seit Jahrzehnten Kombis aus München fährt, schätzte vor allem ein Alltags-Feature: die separat zu öffnende Heckscheibe. Beim neuen i3 Touring sucht man den kleinen Entriegelungsknopf am Heckwischerarm jedoch vergeblich. BMW zieht damit dieselbe Konsequenz wie schon beim größeren BMW i5 Touring (G61) und verbaut eine starre Heckscheibe im Heckdeckel.
Aus Entwicklersicht ist dieser Schritt nachvollziehbar, aber aus Konsumentensicht ärgerlich. Das Streichen des Mechanismus spart Gewicht beim Heckklappenantrieb, reduziert die Komplexität im Kabelbaum und verbessert die Aerodynamik an der Dachkante. Zudem argumentierten BMW-Produktmanager beim i5, dass viele Kunden die Funktion schlicht nicht kannten. Dennoch: Für das schnelle Beladen in engen Parklücken verliert der Touring damit seinen stärksten Alltagsjoker.

Reichweiten-Monster mit Verbrenner-Backup für Traditionalisten
Technisch setzt die Neue Klasse neue Maßstäbe im Elektrosegment. Die i3 Limousine peilt im WLTP-Zyklus eine Fabel-Reichweite von bis zu 912 Kilometer an. Selbst mit dem etwas schlechteren Luftwiderstand des Kombi-Hecks wird der i3 Touring problemlos Reichweiten erzielen, die bisher reinrassigen Langstrecken-Dieseln vorbehalten waren. Die 800-Volt-Architektur sorgt zudem für extrem kurze Ladezeiten an der Ladesäule.
Für Elektro-Skeptiker hält BMW eine Parallellösung bereit. Kurze Zeit nach dem Stromer startet eine neue Generation des 3er Touring mit Verbrennungsmotoren auf der CLAR-Evolution-Plattform (Codename G51). Und wer maximale Dynamik sucht, darf sich freuen: Für beide Antriebswelten sind im späteren Modellzyklus vollwertige M-Modelle geplant.
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