BMW iX3: 238 km Autobahn nach 15 Minuten Laden

seitliche Frontansicht eines blauen BMW iX3
Quelle: BMW
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Vergesst die reinen WLTP-Fabelwerte auf dem Papier: Auf der echten Langstrecke zählt im Alltag nur eine einzige Kennzahl – wie viele Autobahn-Kilometer spult ein Elektro-SUV nach einer kurzen Kaffeepause wieder ab. Genau hier setzt der neue BMW iX3 xDrive50 (Modelljahr 2027) der „Neuen Klasse“ ein klares Zeichen gegen die etablierte 800-Volt-Konkurrenz.

Das praxisnahe Test-Szenario zeigt ungeschminkt, was die neue Plattform auf der Piste kann: Rollen mit 10 % SoC (State of Charge) an den HPC-Lader, exakt 15 Minuten DC-Laden und sofort wieder raus auf die Bahn. Mit konstant 120 km/h geht es dahin, bis der Akku wieder punktgenau die 10-Prozent-Marke erreicht.

Über 400 kW Lade-Peak: Aggressive Kurve statt PR-Versprechen

Hinter dem 108-kWh-Netto-Akku verbirgt sich ein extrem aggressives Thermomanagement. Direkt zum Ladestart knallt die Ladeleistung beim iX3 auf Spitzenwerte von satten 407 kW hoch und hält sich bis etwa 20 % SoC durchgehend über der 400-kW-Marke. Wen überrascht es da, dass die Ladesäule im 15-Minuten-Schnitt gewaltige 257 kW durch das Kabel presst?

Erst danach stuft die Elektronik kontrolliert ab: Von 360 kW bei 30 % SoC geht es über 250 kW bei 40 % auf immer noch standfeste 200 kW bei der 50-Prozent-Marke. Unterm Strich wandern in der Viertelstunde exakt 55 Prozentpunkte (10 % auf 65 % SoC) in die Zellen. Das ist genau die Performance, die man sonst nur von dezidierten Sportwagen-Plattformen kennt.

Was 65 Prozent SoC bei 120 km/h wirklich bringen

Apropos Autobahn: Mit dieser Viertelstunde Nachladen spulte der BMW iX3 xDrive50 genau 238 km (148 Meilen) ab, ehe die Reserve wieder bei 10 % anklopfte. Bei durchgehenden 120 km/h pendelte sich der Praxisverbrauch bei 24,0 kWh/100 km (2,56 mi/kWh) ein.

Für ein großes, allradgetriebenes Familien-SUV ist das ein absolut solider Wert. Hochgerechnet auf das volle Ladefenster von 10 % auf 80 % – was laut Münchener Werksangabe in 21 Minuten erledigt ist – schafft der iX3 stramme 327 km reine Autobahn-Etappe am Stück. Da bin ich echt gespannt, wie sich das Serienmodell im direkten Vergleich gegen den Porsche Macan Electric schlägt.

Das Urteil: Ein echtes Werkzeug für die Langstrecke

Die Zahlen zeigen deutlich, worauf BMW bei der Neuen Klasse abzielt: Nicht das Erreichen theoretischer Rekorde bei der 699 km EPA-Gesamtreichweite, sondern die drastische Reduktion lästiger Standzeiten.

In der Praxis zählt eben nicht nur, wie weit man kommt, sondern wie schnell der Akku wieder einsatzbereit ist. Der neue iX3 liefert echte Roadtrip-DNA. Mal sehen, ob die Mitbewerber bis 2027 bei der Ladekurve noch nachlegen können.

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