Oppo Find X10 Ultra: Preisschock auf Foldable-Niveau

Ganz ehrlich: Ich hatte gehofft, dass wir bei Smartphone-Preisen endlich das Dach erreicht haben. Aber die Realität holt uns wieder ein. Wer ein richtiges Kamera-Monster haben will, muss demnächst wohl noch tiefer in die Tasche greifen: Das Oppo Find X10 Ultra steuert geradewegs auf die 2.000-Euro-Marke zu.
In China pfeifen es die Spatzen bereits von den Dächern: Das neue Ultra-Modell soll mit satten 10.000 Yuan starten – das sind umgerechnet knapp 1.285 Euro vor Steuern. Wen überrascht es da noch: Der Vorgänger Find X9 Ultra lag zum Start bei 7.500 Yuan. Wir sprechen hier also von einem spontanen Preissprung von gut 33 Prozent. Damit landen wir preislich mitten im Territorium von Luxus-Foldables wie dem Oppo Find N6.
Warum die Chip- und Speicherkrise die Preise treibt
Aber ist hier wirklich nur die reine Gier der Hersteller schuld? Nicht ganz. Hinter den Kulissen wütet derzeit ein knallharter Preiskampf um Bauteile. Weil die weltweite KI-Sparte unendliche Mengen an High-End-Speicher abgreift, verknappen sich die Kapazitäten für RAM und NAND-Speicher auf dem Weltmarkt drastisch. Das schlägt bei den Herstellern voll auf die Einkaufsliste (BOM-Kosten) durch.
Kurz erklärt – Warum LOFIC & Speicher so teuer sind:
- LOFIC-Technologie: Lateral Overflow Integration Capacitor setzt direkte Überlauf-Kondensatoren auf die Pixel. Das verhindert überbelichtete Lichter bei extremen Kontrasten, erfordert aber eine enorm komplexe und teure Wafer-Fertigung.
- Speichermarkt-Druck: Weil Hersteller KI-Rechenzentren priorisieren, steigen die Preise für schnellen DRAM- und Flash-Speicher massiv an.
Dass 2.000 Euro keine Utopie mehr sind, zeigt das Vivo X300 Ultra in der 1-TB-Version längst. Anfang des Jahres haben sich noch alle über das Xiaomi 17 Ultra für 1.500 Euro aufgeregt (das man aktuell bei Amazon übrigens schon für 1.200 Euro bekommt). Rückblickend wirkt das fast wie ein Schnäppchen. Sofern die Bauteil-Preise nicht wie durch ein Wunder einbrechen, werden 2.000 Euro wohl der neue Standard für die Spitzenklasse.
| Modell | China-Einstieg | Geschätzter EU-Preis | Highlight Hardware / Speicher |
| Oppo Find X9 Ultra | 7.500 Yuan (~960 €) | ~1.499 € | Hasselblad Dual-Periskop |
| Oppo Find X10 Ultra | 10.000 Yuan (~1.285 €) | ~1.999 € | 200 MP LOFIC + 200 MP Tele |
| Vivo X300 Ultra (1 TB) | ~11.000 Yuan | 1.999 € | 1 TB Speicher-Vollausstattung |
| Xiaomi 18 Pro Max | TBA | ~1.599 € | Ersetzt das gestrichene Ultra |
200 Megapixel und LOFIC: Wettrüsten um jeden Preis
Klar ist aber auch: Wer so viel Geld verlangt, muss auf dem Datenblatt liefern. Das Find X10 Ultra setzt laut den Leaks auf eine 200-Megapixel-LOFIC-Hauptkamera und einen mächtigen 200-Megapixel-Telezoomer mit überarbeiteter OIS-Stabilisierung. Sogar von einem deutlich größeren Sensor für den 10-fach Zoom ist die Rede. Das klingt auf dem Papier absolut gewaltig.
Apropos Konkurrenz: Nicht jeder Gigant zieht bei dieser Preisspirale mit. Hinter den Kulissen macht die Runde, dass Xiaomi die Notbremse gezogen und das geplante Xiaomi 18 Ultra komplett eingestampft hat. Stattdessen soll das Xiaomi 18 Pro Max als globaler Speerspitzen-Kompromiss herhalten. Eine kluge Entscheidung, um die Kundschaft nicht komplett zu verschrecken? Ich bin extrem gespannt, ob Oppos Risikofreude belohnt wird oder die Käufer bei 2.000 Euro endgültig streiken.
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