Samsung: 56 Sicherheitslücken im August-Patch geflickt

Monatliches Patchen gehört bei Smartphones mittlerweile zum Grundrauschen – doch das neu vorgelegte August-Patch-Paket (SMR) für Samsungs Galaxy-Familie sollte man nicht einfach ignorieren. Ganze 56 Sicherheitslücken drehen die Entwickler in Korea und bei Google diesmal zu. Wer gehofft hatte, nach den jüngsten Software-Rucklern kehre im Sommer etwas Ruhe auf den Geräten ein, muss nochmal nachlegen.
Allein von Google stammen 38 Android-Fixes, wovon der Hersteller 8 als kritisch und 30 als hochgefährlich einstuft. Dazu gesellen sich 18 Samsung-spezifische Lecks (SVEs), die tief im Unterbau der eigenen One UI steckten.
Physische Angriffe und das Totalausfall-Risiko
Richtig brisant wird es bei den Schwachstellen, die direkt auf dem Gerät oder über lokale Schad-Apps ansetzen. Ein Leck im Weaver-System sticht dabei besonders hervor: Angreifer konnten dieses nutzen, um ein Smartphone regelrecht unbrauchbar zu machen – ein digitaler Totalschaden auf Knopfdruck. Mal sehen, wie schnell Samsung hier auf allen Modellen für Abhilfe sorgt.
Gleichzeitig klaffte eine Lücke in Galaxy Themes, über die Personen mit physischem Zugriff aufs Gerät beliebige Systemaktivitäten auslösen konnten. Auch Standard-Apps wie Samsung Contacts, der Samsung Dialer und Samsung Messages standen nicht komplett dicht: Daten ließen sich über Nutzerprofile hinweg abgreifen, Dateien löschen und sogar SIM-Funktionen ansteuern.
Heikle Zwischenablage und verseuchte Videodateien
Interessant wird es auch bei den Medien-Bibliotheken: Die Codecs für VC1 und MPEG4 hatten mit Pufferüberläufen (Out-of-bounds Write) zu kämpfen. Das bedeutet im Klartext: Im schlechtesten Fall reichte schon der Empfang einer präparierten Videodatei, um fremden Code im Speicher zu platzieren. Da bin ich echt gespannt, ob solche Schwachstellen in Zukunft durch automatisierte Code-Audits schneller ausgeräumt werden.
Auch eine geliebte Alltagskomfort-Funktion geriet ins Visier: Der SemClipboardService war so nachlässig abgesichert, dass lokale Schad-Apps unbemerkt Inhalte aus der Zwischenablage abfangen konnten. Wer hier häufiger Einmal-Codes oder Passwörter hineinkopiert, lebte gefährlich. Selbst der App Lock ließ sich bei direktem Gerätezugriff schlicht umgehen.
Was Galaxy-Besitzer jetzt tun sollten
Der weltweite Rollout für die Flaggschiffe der Galaxy-S24- und S25-Serie sowie die aktuellen Falt-Smartphones läuft in den nächsten Wochen an. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, solltest du empfindliche Logins oder PINs vorerst manuell eintippen, statt sie über die Zwischenablage zu schieben.
Ein kurzer Blick in die Einstellungen > Software-Update schadet also keineswegs. Wen überrascht es schließlich, dass die beste Schutzmauer am Ende das zeitnahe Einspielen des Firmware-Updates bleibt?
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