Dänemark: 97 % E-Auto-Quote droht jetzt zu kippen

seitliche Frontansicht des roten VW ID. Polo GTI
Quelle: Volkswagen AG
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Wer dachte, Norwegen bleibt auf ewig die unerreichte Ausnahme bei der Elektromobilität, sollte schleunigst den Blick nach Kopenhagen richten. Was unsere dänischen Nachbarn im Juli auf die Straße gerollt haben, grenzt an eine Marktübernahme in Rekordtempo.

Satte 80,2 Prozent aller neuen Pkw waren im Juli rein elektrisch – das sind 11.672 von 14.562 Fahrzeugen. Noch extremer sieht es aus, wenn man die Firmenwagen streicht und nur auf private Käufer schaut: Hier lag die Elektro-Quote bei unfassbaren 97 Prozent. Verbrenner spielen im dänischen Privatmarkt praktisch keine Rolle mehr.

Ein Steuertrick als echter Turbobooster

Sind die Dänen über Nacht alle zu radikalen Überzeugungs-Ökos geworden? Natürlich nicht. Der Schlüssel liegt schlicht im Portemonnaie.

Normalerweise schlägt in Dänemark die berüchtigte Zulassungssteuer (Registreringsafgift) gnadenlos zu, die Verbrenner unbezahlbar macht. Stromer hingegen profitieren aktuell von kräftigen Freibeträgen von über 160.000 DKK (rund 21.500 Euro) und stark gesenkten Steuersätzen. Modellreihen wie das Tesla Model Y, der Skoda Elroq oder der VW ID.4 stehen dadurch extrem günstig im Showroom – teils zum halben Preis eines vergleichbaren Benziners.

Da zeigt sich wieder einmal gänzlich unschuldig die harte Realität des Marktes: Der Kunde entscheidet primär über den Preis. Wenn die Zahlen auf dem Papier stimmen, geht die Wende blitzschnell.

Droht jetzt das deutsche Umweltbonus-Debakel?

Doch die Erfolgsstory hat einen spürbaren Haken. Wie die Branchenorganisation Mobility Denmark basierend auf Zahlen von bilstatistik.dk betont, läuft das staatliche Steuergeschenk nicht ewig. Die Politik plant, die Abgaben auf Stromer Schritt für Schritt anzuheben.

Damit dürften ausgerechnet die beliebtesten E-Autos spürbar teurer werden. Da bin ich wirklich gespannt, wie viel von dem Hype übrig bleibt, wenn der Staat die Zügel anzieht. Erinnert sich noch jemand an Ende 2023, als Deutschland den Umweltbonus über Nacht strich und der Markt augenblicklich einbrach? Genau in dieses offene Messer steuert Dänemark jetzt auch.

Ob die angepeilte Marke von einer Million E-Autos bis 2027 – was jedem dritten Auto im Land entspräche – wirklich fällt, steht damit plötzlich auf wackligen Beinen. Mal sehen, ob Kopenhagen aus den Fehlern der Nachbarn lernt oder den eigenen Boom ohne Not ausbremst.

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