Smart #2: Rettet der Elektro-Zwerg die Marke vor dem Aus?

Smart konnte die Füße offenbar nicht mehr stillhalten. Eigentlich sollte der große Vorhang für den neuen Smart #2 erst auf dem Pariser Autosalon im Oktober fallen. Doch nach den üblichen kryptischen Teasern verlor der Hersteller am Wochenende die Geduld und haute das erste Bild des serienreifen Designs über Social Media raus. Was soll ich sagen? Fans der ersten Stunde dürfen durchatmen: Der Kiste sieht man ihre Wurzeln sofort an.
Wen überrascht dieser Frühstart ehrlich gesagt? Der Relaunch der deutsch-chinesischen Marke unter der Regie von Geely und Mercedes lief bisher bestenfalls bescheiden. Die Modelle #1 und #3 waren zwar grundsolide E-Autos, aber schlicht viel zu fett, zu schwer und am eigentlichen Markenkern vorbeientwickelt. Der #2 muss jetzt als Rettungsanker her.
Die ECA-Plattform bringt das Ur-Gefühl zurück
Unter dem frischen Blech verbirgt sich feine Ingenieurstechnik für den täglichen City-Wahnsinn. Der Stromer basiert auf der eigens konzipierten Electric Compact Architecture (ECA) von Geely und Mercedes. Mit einer Länge von unter 3 Metern (exakt rund 2,79 Meter) parkt der Flitzer wieder in den Lücken, die den Ur-Fortwo einst berühmt gemacht haben.
Was mich im Alltag brennend interessiert: Der Wendekreis soll bei lächerlichen 6,95 Metern liegen. Kombiniert wird das Ganze mit einer modernisierten Tridion-Sicherheitszelle. So bleibt die winzige Knautschzone trotz kompakter Maße extrem steif.
| Kennzahl / Detail | Smart #2 (Serienmodell-Prognose) |
| Plattform | ECA (Electric Compact Architecture) |
| Länge / Wendekreis | ca. 2,79 Meter / 6,95 Meter |
| Akkukapazität | ca. 35,7 kWh |
| Reichweite (WLTP) | bis zu 300 km |
| Sicherheitskonzept | Überarbeitete Tridion-Zelle |
Gute Reichweite, aber der Preis entscheidet alles
Hinter den Kulissen pfeifen es die Spatzen bereits von den Dächern: Der Akku dürfte auf etwa 35,7 kWh kommen und damit saubere 300 Kilometer nach WLTP garantieren. Damit lässt der Zwerg Konkurrenten wie den Dacia Spring oder den ollen Smart EQ locker im Regen stehen. Sogar eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) zum Laden externer Geräte soll an Bord sein.
Da bin ich aber wirklich auf die Preisgestaltung gespannt. Denn technisch liest sich das Paket zwar erstklassig, aber das Segment der Micro-Stromer ist gnadenlos. Wenn Geely und Mercedes den Smart #2 nicht unter der magischen Hürde von 20.000 bis 22.000 Euro einpreisen, wird es extrem eng – die Fernost-Konkurrenz und der angekündigte elektrische Renault Twingo scharren schließlich schon mit den Hufen.
Apropos Modelloffensive: Der kleine Retter bleibt nicht lang allein. Im Hintergrund steht bereits der Smart #4 als viersitziger Forfour-Erbe in den Startlöchern. Mal sehen, ob Smart mit diesem Doppelpack tatsächlich die Wende schafft.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
