BMW iX4: Erlkönig zeigt die schmerzhafte Kehrseite der Coupé-Form

Schräge Heckklappen verkaufen sich seltsamerweise immer noch wie geschnitten Brot. Absurd. Der praktische Nutzwert leidet massiv unter der abfallenden Dachlinie, nur damit das Blech hübscher schimmert. BMW schickt jetzt den neuen iX4 als Erlkönig durch München, um den im November 2025 eingestellten Verbrenner-Bruder G02 abzulösen.
Flaches Dach bringt Aerodynamik, aber nervt beim Packen
Ab der B-Säule knickt die Karosserie gnadenlos ab. Das frisst Kopffreiheit auf der Rückbank und streicht spürbar Ladevolumen im Kofferraum. Ein echter Haken. Wer wie ich am Wochenende spontan drei Koffer einladen will, schaut in die Röhre. Quetschen hilft da nicht.
Immerhin flutscht die Schrankwand so etwas geschmeidiger durch den Fahrtwind. Der normale iX3 steht bei einem cw-Wert von 0,24. Das Coupé dürfte diesen Wert mühelos unterbieten. Mehr Effizienz auf der Autobahn ist die direkte Folge. Der normale iX3 packt schon 500 Meilen (805 Kilometer) nach WLTP und schaffte in den USA geschätzte 434 Meilen (698 Kilometer) nach der strengeren EPA-Norm. Der flache Ableger holt vielleicht noch etwas mehr raus.
Doppelschicht in Debrecen und die Absage für Paris
BMW lässt das neue Modell zusammen mit dem iX3 im neuen Werk im ungarischen Debrecen vom Band laufen. Dort schiebt die Belegschaft bereits Doppelschichten. Verständlich. Schließlich verbucht der iX3 nach nicht einmal einem Jahr in Europa knapp 100.000 Bestellungen.
Auf der 91. Paris Motor Show im Oktober sucht man die Bayern trotzdem vergebens. BMW sagte die traditionsreiche Messe diesen Juli kurzfristig ab. Ein Paukenschlag. Die Weltpremiere steigt deshalb im Herbst auf einem eigenen Event. Ende des Jahres startet der Verkauf in Europa, bevor das Modell 2027 schließlich die USA erobert.
Das teure Spiel mit den Baukasten-Margen
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist dieser Coupé-Ableger schlicht clever. Die Entwicklungskosten tendieren gegen null. Frontschürze, Cockpit und Plattform übernimmt BMW komplett vom iX3. Nur ein paar Blechteile am Heck werden neu gepresst. So steigern die Münchner ihre Skaleneffekte im ungarischen Werk extrem billig.
Gleichzeitig lassen sich die Bayern diese Lifestyle-Form fürstlich bezahlen. Der Kunde überweist freiwillig mehr Geld für weniger Nutzwert und ein kleineres Ladeabteil. Diese fette Marge nimmt BMW ohne mit der Wimper zu zucken mit. Quatsch für den Käufer, aber brillant für die Bilanz.
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Ich wollte ein Coupe kaufen. Es ist ein Commodore Coupe geworden weil die neuen verfügbaren Coupés alle zusammen nicht so schön und elegant sind wie die Autos aus dem vorigen Jahrtausend
In dem Artikel steckt leider viel Meinung und wenig Wissen. Wer behauptet, die Entwicklungskosten für den iX4 tendierten „gegen null“, weil nur „ein paar Blechteile neu gepresst“ werden, offenbart fehlendes Verständnis für die Fahrzeugentwicklung. Allein der Werkzeugsatz für die Pressen eines neuen Seitengerippes kostet einen siebenstelligen Betrag. Zusammen mit neuem Dach, Heckklappe, Scheiben, Rohbau-Anpassungen im Werk, Crashtests und Homologation kostet eine solche Karosserievariante zweistellige Millionenbeträge. Weil Coupés in kleineren Stückzahlen laufen und den iX3 kannibalisieren, deckt der Aufpreis diese enormen Fixkosten überhaupt erst ab.
Dazu kommt: Die Coupé-Form hat absolut ihre Daseinsberechtigung – nicht umsonst hat sich auch Tesla bei seinen Modellen bewusst für diese windschlüpfige Linie entschieden. Der bessere c_w-Wert bringt beim E-Auto echte Reichweitenvorteile auf der Autobahn, während der Kofferraum unter der Abdeckung im Alltag praktisch identisch nutzbar bleibt.
SUV-Coupés als skandalöse Neuheit darzustellen, ist zudem ein uralter Hut (X6 seit 2008, X4 seit 2014). Der iX4 ist schlicht ein normaler Modellwechsel auf die Neue Klasse. BMW ist ein börsennotierter Premiumhersteller und kein gemeinnütziger Verein – wenn Kunden freiwillig für Design bezahlen, ist das funktionierende Marktwirtschaft. Reißerische Begriffe ersetzen nun mal kein technisches Grundverständnis.
Schrägheck heißt nicht dass es ein Coupe ist. Coupe ist ein 2 Türer mit rahmenlosen Scheiben. hat keine B Säule….. Aber auf keinen Fall ein 4 Türiges Monster mit Schrägheck.
Neben einem geringen Nutzwert sind diese Coupé SUV’s vor allem eines: Grauenhaft hässlich. Diese hohen Schnauzen, fast wie bei einem LKW, passen zu einem echten Geländewagen gut, zu einem SUV mit Kombiheck noch einigermaßen…Aber ein Coupé muss flach sein und eine sehr tiefe Motorhaube haben, alles andere ist total unproportioniert. Aber wenn die Kunden dafür viel Geld ausgeben, dann muss man das wohl auch bauen. Hässlich sind sie trotzdem.
Warum so unsympathische und negativ behaftete Formulierungen wählen?
Das verdirbt den Spaß am Lesen…