Tesla: Die dreiste Meilen-Schönrechnerei beim Robotaxi

Tesla Robotaxi
Quelle: Tesla, Inc.
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Ich habe mir die offiziellen Zahlen aus Teslas Bericht zum zweiten Quartal 2026 angeschaut und konnte nur den Kopf schütteln. Über 2,4 Millionen bezahlte Robotaxi-Meilen feiert das Marketing da als großen Durchbruch mit einer hübschen Steilkurve. Quatsch. Wer die aufaddierten Werte auseinandernimmt, sieht sofort: Das Projekt steht in Wahrheit voll auf der Bremse.

Ein alter PR-Trick, der komplett ins Leere läuft

Eine kumulierte Grafik geht immer nach oben. Logisch. Reine Optik für Investoren.

Rechnet man die Daten auf die echten drei Monate herunter, bricht das Märchen vom Dauer-Wachstum sofort zusammen. Ende 2025 sah das noch nach Dynamik aus: Auf knapp 150.000 Meilen in Q3 2025 folgten 450.000 Meilen in Q4 und solide 900.000 Meilen Anfang 2026. Und im zweiten Quartal 2026? Wieder exakt 900.000 Meilen. Null Zuwachs. Stagnation.

Ganz schön dünn. Und es wird noch absurder.

Der April lieferte noch rund 500.000 Meilen. Im Mai und Juni sackte die Leistung auf mickrige 200.000 Meilen pro Monat ab. Umgerechnet auf ein volles Quartal sind das nur noch 600.000 Meilen. Tesla fährt aus dem Quartal deutlich langsamer heraus, als es reingefahren ist. Skalierung sieht anders aus.

Bunte Punkte auf der Karte ändern gar nichts

Am 21. Juli, direkt einen Tag vor den Quartalszahlen, schiebt Tesla schnell Tampa und Orlando auf die Karte. Wie viele Autos dort wirklich stehen? Verschweigt das Unternehmen brav.

Bunte Stecknadeln bringen am Ende wenig, wenn der Fuhrpark schrumpft.

Gerade einmal rund 21 Fahrzeuge rollen aktuell überhaupt über Austin, Dallas, Tampa und Orlando verteilt. In Austin fiel der Fuhrpark von der Spitze mit 25 Autos Ende April auf mickrige 17 Fahrzeuge ab. Ein paar Dutzend Autos auf vier Städte zu verteilen, macht nette Folien. Für den Kunden bedeutet es schlicht nervige Wartezeiten.

Der eigentliche Haken nervt aber noch mehr. Bei den Touren in Kalifornien sitzt weiterhin ein Tesla-Mitarbeiter auf dem Fahrersitz und passt auf. Kein autonomes Robotaxi. Ein betreuter Fahrservice mit Bezahlschranke.

Der Vergleich mit Waymo ist brutal. Die Konkurrenz spult in den USA wöchentlich hunderte Tausende Fahrten ab. Komplett ohne Mensch im Auto. Teslas gesamte History von 2,4 Millionen Meilen macht Waymo in wenigen Wochen weg. Eine bittere Klatsche.

Warum kumulative Charts das neue PR-Gift der Tech-Branche sind

Wenn das operative Geschäft stockt, greifen Tech-Konzerne zu kumulierten Grafiken. Ein alter Hut. Man addiert einfach fröhlich die Vergangenheit auf und vertuscht so, dass die aktuellen Nutzer- oder Flottenzahlen einbrechen.

Für mich ist das der Klassiker unter den Alarmsignalen. Tesla muss den Beweis auf dem Asphalt liefern und nicht auf der Y-Achse einer Präsentation. Solange die Flotte schrumpft und Aufpasser im Auto sitzen, bleibt das Projekt ein reines Versprechen auf dem Papier.

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