BYD Da Han: 10 Millionen Stromer und Angriff auf VW und BMW

schräge Frontansicht auf einen grünen BYD Da Han
Quelle: BYD
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Mit dem 10-millionsten Fahrzeug der Dynasty-Reihe feiert BYD nicht nur einen Fertigungsrekord, sondern startet einen Frontalangriff auf etablierte Premiumhersteller. Dass die Chinesen ausgerechnet die neue Flaggschiff-Limousine Da Han als Jubiläumsmodell vom Band rollen lassen, ist ein klares Signal an die Konkurrenz in Wolfsburg, München und Stuttgart.

Die Dynasty-Sparte benötigte knapp 13 Jahre für diese Marke. Wie extrem das Tempo anzieht, zeigt der Jahresverlauf: Allein in den ersten acht Monaten 2026 schraubte der Konzern über 1 Million Fahrzeuge der Baureihen Han, Tang, Song, Qin und Yuan zusammen. Zum Vergleich: Volkswagen lieferte im gesamten Jahr 2023 weltweit knapp 394.000 Stromer aus. Wie aggressiv Chinas größter Elektroautobauer die Weltmärkte aufmischt, verdeutlichen auch die Gesamtzahlen von 15 Millionen New Energy Vehicles: 10 Millionen entfallen auf Dynasty, 6 Millionen auf die Ocean-Familie.

1.008 Kilometer Reichweite und Luxus-Ausstattung ab 32.000 Euro

Die Oberklasse-Limousine misst 5.256 mm Länge, 1.999 mm Breite und bietet einen Radstand von 3.130 mm. In China startet der heckangetriebene Da Han bei 249.900 Yuan (rund 32.000 Euro). Trotz dieses Preises packt BYD einen 102,3-kWh-Akku für bis zu 1.008 km CLTC-Reichweite in den Boden. Dass günstige Elektroautos den Markt unter Druck setzen, wird bei diesem Modell besonders deutlich. Der Da Han fordert etablierte Modelle wie den BMW i5 oder VW ID.7 direkt heraus.

Statt Aufpreise für Extras zu verlangen, verbaut BYD serienmäßig eine Zweikammer-Luftfederung mit 100 mm Höhenverstellung, Hinterachslenkung, LiDAR-Fahrassistenz, Nappa-Leder und ein Audiosystem mit 31 Lautsprechern. Die Allrad-Topversion für knapp 38.000 Euro (299.900 Yuan) leistet 764 PS und beschleunigt in 3,3 Sekunden auf 100 km/h.

Blade-Battery v2 und Megawatt-Laden: 97 Prozent in 9 Minuten

Technisch setzt der Da Han auf die zweite Generation der Blade-Batterie und eine 1.000-Volt-Architektur. An passenden Megawatt-Ladesäulen drückt die Technik den Stromspeicher in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent. Wie standfest diese Schnelllade-Exzesse sind, bleibt eine Kernfrage. Dass beim Yangwang U7 kaum Akkuverlust nachweisbar war, lässt zumindest auf eine hohe Langlebigkeit der Zellen hoffen.

Die Modellstrategie folgt einem klaren Muster. Ähnlich wie beim Denza Z9S setzt BYD auf gigantische Akkukapazitäten, um Reichweitensorgen endgültig auszulöschen. Während deutsche Autobauer Fahrwerkstechnik und Hochvolt-Performance als teure Optionen verkaufen, wird die Technik in China zum Serienstandard.

Verkaufsstart am 13. Oktober entscheidet über den Export

In China läuft der Vorverkauf bereits seit August 2026, die Auslieferungen beginnen am 13. Oktober 2026. Ob und wann das Modell nach Europa kommt, behält BYD noch für sich. Angesichts der globalen Expansionspläne ist ein Marktstart in Deutschland jedoch eine Frage der Zeit.

Höhere Importzölle und Logistikkosten dürften den Europapreis zwar anheben. Dennoch liefert das 10-millionste Dynasty-Fahrzeug eine unmissverständliche Ansage an die etablierte Konkurrenz: BYD skaliert in einer Geschwindigkeit, bei der europäische Werke schlicht nicht mehr mitkommen.

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