BYD: 10.000 Flash-Lader geschafft – 20.000 werden knapp

BYD Flash Charging-Station mit silbernem BYD E-Auto
Quelle: BYD
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BYD hat die 10.000. Flash-Charging-Station in China erreicht. Das klingt nach einem Triumph – und ist auch einer. Nur steckt in der Zahl ein ziemlich unangenehmer Nebensatz: Für das eigene Ziel von 20.000 Stationen bis Ende 2026 muss BYD ab jetzt deutlich schneller bauen.

Die Marke hat den Meilenstein am 28. August 2026 in Shenzhen erreicht. Nach Angaben von BYD erstreckt sich das Flash-Charging-Netz inzwischen über 325 chinesische Städte und hat mehr als 1,83 Millionen registrierte Nutzer. Fast ein Drittel davon fährt kein BYD-Fahrzeug. CnEVPost berichtet zudem von 210 Millionen kWh abgegebener Energie.

Und genau das macht den Ausbau interessant. BYD baut hier nicht einfach nur ein internes Ladeangebot für die eigene Kundschaft auf. Das Netz wird auch von Fahrern anderer Marken genutzt – wobei das jeweilige Auto die maximal mögliche Ladeleistung begrenzt.

Die Hälfte ist geschafft – aber jetzt wird es hart

Am 5. März 2026 hatte BYD noch 4.239 Flash-Charging-Stationen in China und gleichzeitig das Ziel von 20.000 bis Jahresende ausgerufen. Die ursprüngliche Planung sieht dabei 18.000 Stationen im Stadtgebiet und 2.000 an Autobahnen vor. BYD und Reuters haben diesen Plan dokumentiert.

Noch wichtiger ist das Tempo. BYD-Vizepräsident He Zhiqi sagte laut CarNewsChina, dass der Ausbau seit der Vorstellung der neuen Flash-Charging-Technik im März im Schnitt 55 Stationen pro Tag erreicht habe. Um die fehlenden 10.000 Stationen bis zum 31. Dezember zu schaffen, wären vom 29. August an rechnerisch rund 80 neue Stationen pro Tag nötig. CarNewsChina hat genau diese Zahlen veröffentlicht.

Das ist für mich die eigentliche Nachricht. BYD muss den bisherigen Ausbau um rund 45 Prozent beschleunigen, wenn das 20.000er-Ziel tatsächlich zum Jahresende stehen soll. Die bisherige Marke von 55 Stationen pro Tag reicht rechnerisch nicht.

1.500 kW sind nicht gleich 1.500 kW im Auto

Technisch bleibt BYDs Flash Charging trotzdem eine Ansage. Das System kann laut BYD bis zu 1.500 kW über einen einzelnen Anschluss liefern. In Kombination mit der zweiten Generation der Blade Battery nennt der Konzern 10 bis 97 Prozent in neun Minuten.

Nur bitte nicht den üblichen Denkfehler machen: Ein 1.500-kW-Lader verwandelt nicht jedes Elektroauto in einen Ladeboliden. Wie viel Leistung tatsächlich im Akku landet, hängt von der Fahrzeugtechnik ab. Das zeigt auch ein von electrive aufgegriffener Test: Ein Lynk & Co 10 erreichte an einem BYD-Flash-Charger einen Spitzenwert von 430 kW, während an einer 1.500-kW-Zeekr-Ladestation etwa 1.100 kW erreicht wurden.

Das ist ein wichtiger Unterschied, weil die Ladeinfrastruktur gerade schneller wächst als die Zahl der Autos, die ihre Maximalleistung tatsächlich abrufen können. Anders gesagt: Die Säule kann mehr, das Auto muss es erst einmal können.

BYD baut damit mehr als nur Ladesäulen

BYD will Flash Charging nicht auf China beschränken. Der Konzern hat angekündigt, weltweit 6.000 Flash-Charging-Stationen außerhalb Chinas aufzubauen, davon 3.000 in Europa. Den europäischen Start übernimmt die BYD-Marke DENZA mit dem Z9GT; BYD nennt auch hier Ladeleistungen bis 1.500 kW und die Kombination mit der Blade Battery 2.0. BYD und Reuters bestätigen den internationalen Ausbau.

Für europäische Kunden ist aber genau das noch der offene Punkt. Nicht die Powerpoint-Zahl von 1.500 kW entscheidet darüber, ob Flash Charging im Alltag überzeugt, sondern ob genügend Standorte verfügbar sind und ob das eigene Auto die Technologie auch wirklich nutzen kann.

10.000 Stationen sind deshalb ein echter Meilenstein. Gleichzeitig beginnt jetzt der schwierigere Teil. BYD hat die erste Hälfte des selbst gesetzten Ziels schneller aufgebaut, als man angesichts der nackten Jahreszahl vermuten könnte – aber für die zweite Hälfte muss der Konzern das Bautempo noch einmal deutlich erhöhen.

Das wurde aber auch Zeit, könnte man sagen. Nur ist jetzt die interessantere Frage eine andere: Schafft BYD wirklich 20.000 – oder bleibt die 10.000 am Ende die eigentliche Rekordmarke?

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