BYD macht Ernst: Warum der Dolphin Surf für 15.000 Euro VW in Erklärungsnot bringt

schräge Frontansicht eines gelb-grünen BYD Dolphin Surf
Quelle: BYD
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Wir reden momentan ununterbrochen über die neuen, kleinen Elektroautos von Volkswagen, die unsere Städte erobern sollen. Doch während man in Wolfsburg noch plant und die Produktion vorbereitet, schafft BYD längst Fakten auf der Straße.

Der chinesische Hersteller drückt die Preise derzeit so aggressiv, dass man sich als Beobachter verwundert die Augen reibt. Nehmen wir den BYD Dolphin Surf. Im besten Fall, wenn man alle lokalen staatlichen Förderungen mitnimmt, knackt dieser Wagen die magische Grenze und landet bei unter 15.000 Euro.

Der harte Preiskampf in der Kompaktklasse

Aber auch ohne den staatlichen Zuschuss bleibt das Angebot extrem auffällig. Mit den aktuellen BYD-Rabatten sprechen wir hier über einen Kaufpreis von 19.490 Euro. Dazu kommt eine Leasingrate von gerade einmal 139 Euro im Monat. Wenn ich mir das aktuelle Portfolio von VW ansehe, muss ich nüchtern feststellen: Dem haben die Wolfsburger schlichtweg nichts entgegenzusetzen.

Der Preisdruck beschränkt sich dabei nicht nur auf die Einstiegsklasse. Mit einem eigenen Bonus von 6.000 Euro macht BYD auch den neuen Atto 3 Evo zu einer echten Ansage. Rund 37.000 Euro werden für das neue Elektro-SUV fällig. Das liegt auf den ersten Blick ungefähr auf dem Level eines VW ID.4 Pure, der aktuell ebenfalls rabattiert wird.

Ausstattung, die im Alltag wichtiger als gedacht ist

Doch der Teufel steckt im Detail und vor allem in der Ausstattungsliste. Für diese 37.000 Euro packt BYD einen großen 74,8 kWh Akku ins Auto, der für rund 510 Kilometer Reichweite sorgt. Dazu gibt es eine Ladeleistung von bis zu 220 kW, ein integriertes Google-Infotainment und 360-Grad-Kameras. Das sind genau die Funktionen, die im Alltag wichtiger als gedacht sind.

Bei einem vergleichbaren ID.4 Pure sucht man ein solches Komplettpaket in der Basisversion vergeblich, hier ist die Aufpreisliste deutlich länger. Das ist von BYD überaus konsequent und logisch kalkuliert.

Die Kehrseite des chinesischen Preiskampfes

Natürlich hat diese aggressive Strategie auch einen Kompromiss. Die Kehrseite ist oft ein noch im Aufbau befindliches Servicenetz und der emotionale Faktor, der beim Autokauf traditionell eine riesige Rolle spielt.

Wie viel günstiger muss ein Auto aus China sein, damit langjährige VW-Kunden ihre heimischen Marken ignorieren? Die aktuellen Zulassungszahlen zeigen jedenfalls, dass der Preis für viele Käufer inzwischen das stärkste Argument ist.

Auch andere Marken wie MG werden nach einer kurzen Pause sicherlich bald wieder mit neuen Angeboten nachlegen. Die Preise sind zwar nicht mehr auf dem extremen Niveau des chinesischen Heimatmarktes, aber sie sind mehr als konkurrenzfähig und damit verdammt gefährlich für die etablierte Konkurrenz.

Die Strategie dahinter

Die Fähigkeit von BYD, Fahrzeuge wie den Dolphin derart aggressiv einzupreisen, basiert nicht auf klassischem Dumping, sondern auf einer fast vollständigen vertikalen Integration der Lieferkette. Im Gegensatz zu europäischen Herstellern kauft BYD seine Akkuzellen nicht bei Zulieferern ein, sondern produziert die verbauten Blade-Batterien sowie eigene Halbleiter selbst.

Dieser interne Kostenvorteil ermöglicht es dem Konzern, auch in einem schrumpfenden europäischen Subventionsumfeld hohe Rabatte zu gewähren, ohne bei jedem Fahrzeug Verluste zu schreiben. Es ist ein sinnvoller wirtschaftlicher Hebel, der es BYD erlaubt, Marktanteile direkt über den Preis zu kaufen, während traditionelle Autobauer ihre Margen durch teure Zukäufe schützen müssen.

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