BYD Qin Max: Lädt in 9 Minuten und deklassiert Tesla

Seitenansicht des BYD Qin Max EV
Quelle: BYD
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Während wir uns in Deutschland mit zähen Debatten über unbezahlbare Elektroautos herumschlagen, zieht BYD im Heimatmarkt die Daumenschrauben an. Mit dem BYD Qin Max EV rollt eine Limousine im Format des Tesla Model 3 an den Start, die preislich bei umgerechnet rund 14.000 Euro (109.900 Yuan) beginnt. Für das Geld gibt es hierzulande nicht einmal einen Basis-Kleinwagen mit Verbrennungsmotor.

Blade Battery 2.0: Ladestopps werden zur Nebensache

Der eigentliche Paukenschlag ist aber nicht der Preiszettel, sondern die verbaute Batterietechnik. BYD spendiert dem Fahrzeug die neue Blade Battery 2.0 mit „Flash Charging“. Auf dem Papier lädt der Akku von 10 auf 70 Prozent in exakt 5 Minuten – bis 97 Prozent vergehen gerade einmal 9 Minuten.

Rechnen wir das kurz durch: Das entspricht extremen C-Raten, die man bisher nicht einmal teuren 800-Volt-Sportwagen zugetraut hat. Ob das hiesige Schnellladesäulen im Winter thermisch mitmachen, steht auf einem anderen Blatt. Für den typischen Halt an der Autobahnraststätte reicht die Zeit nicht einmal mehr für einen schnellen Kaffee.

LiDAR-Sensorik im 14.000-Euro-Segment

Auch bei den Assistenzsystemen macht BYD keine Gefangenen mehr. Der Qin Max bekommt das System „God’s Eye B“ spendiert, inklusive fest integriertem Dach-LiDAR für navigationsgestütztes, teilautonomes Fahren auf Autobahnen und im dichten Stadtverkehr.

Bisher galt Laser-Radar als teures Prestigeobjekt für 100.000-Euro-Schlitten. Dass diese Hardware jetzt im chinesischen Einstiegssegment verbaut wird, setzt die Konkurrenz massiv unter Zugzwang. Im Cockpit dominiert das gewohnte 15,6-Zoll-Zentraldisplay, kombiniert mit einem digitalen 8,8-Zoll-Kombiinstrument.

Realistische Reichweite statt Labor-Fantasie

Angetrieben wird die 4,87 Meter lange Limousine von einem einzelnen E-Motor mit wahlweise 120 kW oder 240 kW. Die angegebene Reichweite von bis zu 630 Kilometern basiert allerdings auf dem extrem optimistischen chinesischen CLTC-Messzyklus.

Das muss man nüchtern einordnen: Im europäischen Alltag und bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn werden davon eher 420 bis 460 Kilometer übrigbleiben. Das reicht für diese Fahrzeugklasse aber völlig aus, vor allem wenn der Akku nach neun Minuten wieder fast vollgepumpt ist.

Parallel bietet BYD eine DM-i-Hybridvariante ab 99.900 Yuan an, die über 2.300 Kilometer Gesamtreichweite verspricht. Für uns ist der reine Stromer aber der deutlich wichtigere Indikator: Wenn diese Technologie samt Laderaten nach Europa schwappt, brennt bei den hiesigen Herstellern der Baum.

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