BYD Racco: Chinas Japan-K-Car nimmt Europa ins Visier

Wer dachte, dass extrem kompakte Elektroautos nur etwas für die engen Straßen in Tokio sind, wird jetzt eines Besseren belehrt. BYD nutzt die Technik seines frisch in Japan gestarteten K-Cars Racco nämlich nicht nur für den asiatischen Markt, sondern rollt das Plattform-Konzept weltumspannend aus. Der eigentliche Aufreger daran: Das Modell nimmt direkt den europäischen Markt ins Visier.
Im Zentrum dieser Entwicklung steht BYDs neu entwickeltes X-PACK-Batteriesystem. Statt Wechselrichter und andere voluminöse Leistungselektronik wie bisher üblich im Vorderwagen unter der Motorhaube zu stapeln, wandern diese Komponenten beim X-PACK direkt in das Akku-Gehäuse unter dem Fahrzeugboden. Das schafft spürbar Platz im Innenraum und hält selbst bei extremen Abmessungen die nötige Knautschzone für Crash-Tests frei.
X-PACK macht Schluss mit verschenktem Platz
Dass wir in Europa dringend bezahlbare und kompakte Stromer brauchen, liegt auf der Hand. In Japan erfüllt der Racco mit 3.395 mm Länge, 1.475 mm Breite und 1.800 mm Höhe exakt die strengen K-Car-Vorgaben. Trotz der winzigen Stellfläche packt BYD im Topmodell 35,84 kWh Akkukapazität unter den Boden, was für 320 Kilometer Reichweite nach WLTC reicht. Die Basisversion kommt mit 22,4 kWh auf 210 Kilometer.
Das wurde aber auch Zeit, dass ein Hersteller das veraltete Packaging bei Kleinstwagen endlich über den Haufen wirft! Passenderweise plant die EU eine eigene Mini-Klasse für E-Autos unter 4,20 Metern Länge, die durch Förderungen und erleichterte Regeln belohnt werden soll. Die raumsparende Technik von BYD kommt da wie gerufen.
Fertigung in Ungarn umgeht lästige EU-Zölle
Der eigentliche Schocker für etablierte europäische Autobauer dürfte jedoch der Preis sein. In Japan startet der Racco bei umgerechnet knapp 13.400 US-Dollar (unter 2 Millionen Yen nach staatlicher Subvention). Über das BYD-Werk im ungarischen Szeged, wo die Serienproduktion anläuft, könnte der chinesische Riese die Autos direkt vor unserer Haustür bauen.
Damit würden die Chinesen die verhängten EU-Importzölle auf China-Importe vollends umgehen. Ob man so ein Mikro-Format im Alltag wirklich braucht? Ich sage ganz klar: Bei Preisen unter 15.000 Euro für ein Stadt-E-Auto mit Schiebetüren und über 300 km Reichweite erübrigt sich diese Frage von selbst. Wenn die europäische Konkurrenz jetzt nicht schleunigst aufwacht, wird sie schlichtweg überrollt.
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