Cupra Raval: Nachfrage explodiert, aber der Basispreis enttäuscht

Manchmal überholt die Realität selbst die kühnsten Träume der Marketingabteilung. Wie Deutschland-Geschäftsführer Alexander Buk im Gespräch mit AUTOHAUS bestätigte, fällt die weltweite Nachfrage nach dem neuen Elektro-Kleinwagen mehr als doppelt so hoch aus wie ursprünglich kalkuliert. Für die sportliche Seat-Schwester ist das der erfolgreichste Modellstart der bisherigen Unternehmensgeschichte.
Das wurde aber auch Zeit. Wie wir schon bei den Elektro-Plänen von Cupra hervorgehoben haben, rollt der Raval als erstes Modell der kompakten Elektro-Familie des VW-Konzerns auf die Straße – noch vor dem VW ID. Polo und dem Skoda Epiq. Mit kompakten 4,05 Metern Länge und beachtlichen 430 Litern Kofferraumvolumen trifft der Spanier offensichtlich genau den Nerv urbaner Käufer.
Die Preis-Illusion: Unter 29.850 Euro geht aktuell gar nichts
Wer nach den euphorischen Meldungen direkt zum Händler rennt und das lautstark beworbene 25.950-Euro-Basismodell bestellen will, wird knallhart enttäuscht. Aktuell steht im Konfigurator lediglich der Cupra Raval Plus mit 135 PS (99 kW) und 37-kWh-Akku bereit – und der schlägt direkt mit 29.850 Euro zu Buche.
Der echte Basis-Raval mit 116 PS lässt nämlich noch bis Herbst auf sich warten. Wer die volle Reichweite von bis zu 445 Kilometern nach WLTP nutzen möchte, muss sowieso zur Variante Endurance mit 52-kWh-Batterie für mindestens 34.790 Euro greifen. Für das Topmodell VZ Extreme mit 226 PS verlangen die Spanier laut AUTO BILD sogar heftige 43.525 Euro – preislich leider völlig daneben für einen Stadt-Stromer.
LFP-Akku und Ladekurve: Wo Cupra den Rotstift ansetzt
Ein Blick auf die Akkutechnik zeigt, wo die Spanier sparen. Die Einsteiger-Varianten mit dem 37-kWh-Pack setzen auf günstige LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat). Die sind zwar extrem robust und verzeihen tägliches Laden auf 100 Prozent, ziehen den Strom an der DC-Säule im Falle des Basismodells aber lediglich mit mageren 50 kW bis maximal 90 kW beim Raval Plus.
Wer flottes Schnellladen von 10 auf 80 Prozent in etwa 23 Minuten sucht, muss zu den teureren Ausführungen mit der 52-kWh-Batterie greifen, die auf klassische NMC-Chemie und bis zu 130 kW Ladeleistung setzen.
Der Raval sieht mit seiner aggressiven Sharknose und den bündigen Türgriffen verdammt gut aus und bietet ordentlich Platz. Ob man für einen vier Meter kurzen Kleinwagen aber über 40.000 Euro auf den Tisch legen muss, halte ich für fragwürdig. Ich warte jedenfalls gespannt ab, ob der echte 26.000-Euro-Rebell im Herbst das Versprechen einlösen kann.
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Spannender Bericht über den Cupra Raval, die Nachfrage ist enorm, aber der Preis für die höheren Versionen ist echt happig!