Dacia Hipster: 10.000-Euro-Stromer attackiert den Stadtverkehr

Die Verschiebung beim Dacia Spring 2027 knapp unter 20.000 Euro hinterlässt eine gewaltige Lücke im kleinsten Elektro-Segment. Wo die rumänische Marke bisher das absolute Niedrigpreis-Segment dominierte, schlägt der Mutterkonzern Renault nun eine neue Richtung ein. Ein Blick auf die Entwicklungspläne zeigt, dass Dacia die frei gewordene Nische nicht der Konkurrenz überlässt. Mit dem Dacia Hipster bereitet der Hersteller für 2027 einen elektrischen Stadtflitzer vor, der preislich unter der magischen Grenze von 10.000 Euro landen soll.
China-Werk Shiyan liefert die billige Baukasten-Basis
Um diesen extremen Preispunkt zu realisieren, greift Renault auf bestehende Kapazitäten in Fernost zurück. Das Gemeinschaftswerk eGT New Energy Automotive im chinesischen Shiyan steht seit dem Produktionsende der ersten Spring-Generation im Juli 2026 still. Die Gesellschafter Dongfeng, Nissan und die Renault Group nutzen die jährliche Kapazität von 45.000 Fahrzeugen, um die Fertigungskosten minimal zu halten. Dacias Vertriebschef Frank Marotte verweist intern auf die unschlagbare Kombination aus niedrigen Lohnkosten und schnellen Entwicklungszyklen vor Ort.
Der Weg zu diesem Projekt war von strategischen Umbrüchen geprägt. Ursprünglich plante der im September 2025 ausgeschiedene Dacia-Chef Denis Le Vot einen Spring-Nachfolger für Ende 2026 zum Preis von rund 13.000 Euro. Renault-Chef Luca de Meo entschied sich Ende 2024 nach gescheiterten Gesprächen mit Volkswagen jedoch für den Wechsel auf die europäischen Plattformen. Unter der Führung von Fabrice Cambolive und Dacia-Chefin Katrin Adt schwenkte das Team um. Der Entwicklungsauftrag für den Hipster wurde radikal auf Sparsamkeit getrimmt.
Reglement der L7e-Klasse erzwingt harten Leichtbau
Die technische Grundlage des Fahrzeugs basiert auf den Vorgaben der europäischen L7e-Klasse für Schwer-Leichtkraftfahrzeuge. Das setzt dem Gesamtkonzept enge Grenzen. Das Leergewicht ohne Batterie darf 450 Kilogramm nicht überschreiten. Die Motorleistung ist bei 20 PS (15 kW) gedeckelt, während die Höchstgeschwindigkeit bei 90 km/h endet. Um den Preis weiter zu drücken, prüft das Entwicklerteam zusätzlich eine noch günstigere zweisitzige Variante nach der L6e-Norm.
Technisch setzt der Hipster auf maximale Teilewiederverwendung aus dem alten Spring-Baukasten. Der Elektromotor, das Fahrwerk und die Leistungselektronik wandern nahezu unverändert in den neuen City-Stromer. Der Lithium-Ionen-Akku fällt mit 15 kWh kompakt aus, erfüllt aber im urbanen Umfeld seinen Zweck. Dacia-Chefdesigner David Durand betont, dass vor allem das Gewichtslimit Kopfzerbrechen bereitet. Kunststoff-Karosserieteile wären ideal, erweisen sich im Vergleich zu gestanztem Stahlblech jedoch als zu kostspielig im Einkauf.
Mit den Abmessungen von 3,00 Meter Länge, 1,55 Meter Breite und 1,53 Meter Höhe orientiert sich der Viersitzer an der Grundfläche eines Ur-Mini. Die aktuellen Patentzeichnungen belegen praxisnahe Details für die Serie. Die vorderen Seitenscheiben sind zweigeteilt und lassen sich im unteren Bereich nach oben klappen. Das Heck besitzt eine seitlich angeschlagene Tür. Angesichts der aktuellen Daten zum Sterben der Elektroautos unter 20.000 Euro laut ADAC schlägt Dacia hier einen isolierten Sonderweg ein.
Europäische Hersteller geraten im Einstiegssegment unter Druck
Der Marktstart im Jahr 2027 setzt die europäische Konkurrenz massiv unter Zugzwang. Während heimische Autobauer preiswerte Modelle vor sich her schieben – der VW ID. Up für 20.000 Euro wurde auf 2028 vertagt – füllt Dacia das Vakuum rasch aus. Der Hipster tritt gegen den Fiat Multiplina, den Citroën Ami und den Silence S04 an.
Der Verzicht auf aufwendige Dämmung, schwere Assistenzsysteme und riesige Displays senkt die Herstellungskosten drastisch. Ob die Kundschaft im städtischen Pendlerverkehr ein auf 90 km/h limitiertes Leichtfahrzeug akzeptiert, wird der Verkaufsstart 2027 zeigen. Dacia besetzt damit eine Preisregion, die von deutschen Premium- und Volumenherstellern längst aufgegeben wurde.
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wird bestellt sobald verfügbar – genau darauf warte ich seit jahren
Das ideale Zweitauto!
(Falls es die deutsche Autofahrer verstehen)
Optimales 2. Fahrzeug. Ideal zum Pendeln zur Arbeit.
Ja, wäre für mich innerstädtisch zum Pendeln sogar als L6e Zweisitzer mit 45km/h max. interessant. Im Gegensatz zum Ami könnte man damit auch zu zweit einkaufen fahren und auch noch Getränke mitbringen und nicht nur eine Tasche wie im Ami.
Endlich der richtige Ansatz.
Die meisten Assistenzsysteme braucht kein Mensch.
Verursachen nur hohe Kosten bei der Herstellung und Wartung.
Ein Oldtimer darf auch ohne fahren.
Der Hypster ist genau das richtige Auto für Rentner mit geringer Rente.
Also eines muss man den Rumänen wirklich lassen: Hässliche Autos bauen, das können sie wirklich gut. Dass die absolut kein Händchen fürs Deign haben, beweist Dacia mit jedem neuen Modell erneut.
Nunja, deutlich markanter und gefälliger als so fast alles aus Wolfsburg ist er doch schon mal. Sieht fast aus wie ein Baby Defender. Quadratisch, Parktisch, gut! Und es traut sich ja sonst niemand wirklich in das Segment. Deshalb chapeau Dacia!
weiter so