Das wird doch nichts: Russland will 5G überspringen und ein eigenes 6G-Netz aufbauen

6G Network
Quelle: andro4all

Russland hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie die Technologie im Lande entwickelt werden soll. Russland soll angeblich beschlossen haben, den 5G-Netzausbau zu überspringen und direkt das 6G-Netz zu entwickeln.

Bis zum Jahr 2025 können das Skolkowo-Institut für Wissenschaft und Technologie und das Institut für Radiowissenschaften mehr als 30 Milliarden Rubel (501 Millionen US-Dollar) für die Erforschung des neuen Kommunikationsstandards 6G von der russischen Regierung erhalten.

Ganz ehrlich, diese Summe dürfte nicht einmal ansatzweise dafür ausreichen, auch nur irgendwas von Belangen bei 6G zu entwickeln. Da kommt man selbst bei der Grundlagenforschung nicht weit.

Der stellvertretende russische Ministerpräsident Dmitri Tschernyschenko wies die entsprechenden Ministerien an, bis zum 1. August zusätzliche Mittel für Forschung und Entwicklung im Bereich der 6G-Kommunikation bereitzustellen.

Das Projekt umfasst die Entwicklung von Geräten vom Prototyp bis zur Produktion, grundlegende Fragen zu Komponenten sowie die Entwicklung von rechtlichen Rahmenbedingungen und Studien zur elektromagnetischen Sicherheit für neue Netze.

Im Rahmen des Projekts schlugen das Skolkovo Institute of Science and Technology und das Institute of Radio Manufacturing Sciences vor, die Roadmap für die Entwicklung von Mobilfunknetzen der fünften Generation zu überarbeiten. Das Dokument wurde von Rostec formuliert und im November 2020 mit einem Kostenaufwand von 208,15 Milliarden Rubel (3,51 Milliarden US-Dollar) genehmigt.

All dies klingt jedoch sehr merkwürdig. Russland hat noch nicht einmal eine vollständige LTE-Abdeckung erreicht, aber es wird sein eigenes 6G-Netz aufbauen. Ein lokaler Anbieter, VimpelCom, sieht das genauso. Bevor man über 6G spreche, müsse man sich auf den schrittweisen Ausbau der LTE-Frequenzbänder konzentrieren, heißt es. Daher sind sie skeptisch, was die Aussichten von 6G angeht.

Derzeit gibt es nur wenige Unternehmen, die Beratung oder Hilfe bei der Entwicklung von 6G-Netzen anbieten können. Die meisten von ihnen kommen aus westlichen Ländern. Aber wir sollten auch Huawei und andere chinesische Unternehmen nicht vergessen. Doch da könnte es ein Problem geben.

Wenn China sich nicht neue Sanktionen auszusetzen will, dürfte es Russland bei diesem Projekt wohl nicht helfen können. Denn dann würden die USA und andere westliche Länder auch China mit neuen Sanktionen begegnen, die dann auch China schwer schaden dürften.

Alles in allem klingt es eher nach einer verzweifelten Propaganda-Meldung aus Russland. Klar, erste Forschungen dürfte es auch schon geben, dennoch dürfte Russland wohl mehr als ein Jahrzehnt davon entfernt sein, ein eigenes 6G-Netz aufzubauen. Und vor allem, was nützt es ihnen allein auf weiter Flur zu stehen? Wenn es Änderungen am 6G-Standard geben sollte, könnten alle schnell reagieren, nur Russland nicht.

Quelle(n):
Kommersant

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