E-Auto-Prämie: Der Normalverdiener-Ansturm legt die Behörden lahm

Vergessen wir kurz das polierte PR-Gequatsche aus den Ministerien. Die Zahlen zur neuen E-Auto-Prämie liegen auf dem Tisch, und sie offenbaren eine dicke Überraschung: Nicht die Gutverdiener greifen sich die staatliche Kohle ab, sondern die breite Masse. Über 100.000 Anträge sind nach knapp drei Monaten eingegangen.
Ich habe mir die Zahlen der Behörde genau angeschaut. Das eigentlich Bemerkenswerte steckt im Kleingedruckten: Fast 75 % aller Anträge stammen aus Haushalten mit einem Einkommen von unter 60.000 Euro. Mehr als die Hälfte liegt sogar unter der Grenze von 45.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen. Die Prämie kommt also genau da an, wo jeder Tausender entscheidet, ob die monatliche Leasingrate für den elektrischen Kompakten noch ins Haushaltsbuch passt oder nicht.
Normalverdiener greifen zu – Spitzenverdiener bleiben außen vor
Das wurde aber auch Zeit! Jahrelang haben wir mit Steuergeldern den Zweit-Taycan für Besserverdiener subventioniert. Damit ist jetzt Schluss. Die harte Deckelung auf maximal 80.000 Euro Jahreseinkommen (90.000 Euro für Familien mit zwei Kids) zeigt Wirkung. Die Besserverdiener sind raus, der Alltagsinvestor ist drin.
Wer heute ein reines Elektroauto wählt, streicht zwischen 3.000 und 5.000 Euro Fördergeld ein. Familien bekommen noch einen Tausender obendrauf. Genau dieser Betrag drückt die Leasingrate oft um 50 bis 80 Euro im Monat nach unten. Und genau das entscheidet in der Praxis darüber, ob der alte Verbrenner-Gebrauchtwagen endlich auf den Müll fliegt.
Kauf und Leasing gleichauf – Hybride sind endgültig tot
Spannend ist auch ein Blick auf die gewählte Finanzierung: Kauf und Leasing halten sich mit jeweils rund 50.000 Anträgen exakt die Waage. Die Zeiten, in denen E-Autos ausschließlich geleast wurden, weil niemand der Batterie getraut hat, sind vorbei. Die Leute kaufen die Stromer mittlerweile genauso selbstverständlich wie früher den Diesel.
Und was ist mit den Plug-in-Hybriden? Die spielen mit unter 10 % der Anträge (mickrige 9.733 Fälle) praktisch keine Rolle mehr. Ob man das wirklich noch braucht? Ganz ehrlich: Nein. Niemand hat mehr Lust, zwei Verbrenner- und Elektro-Systeme im Auto herumzuschleppen, nur um am Ende doch wieder an der Zapfsäule zu stehen. Wer lädt, fährt voll elektrisch. Punkt.
Nur 28.000 Bewilligungen: Der Behörden-Stau nervt gewaltig
Jetzt kommt allerdings der Haken an der Sache, und der ist typisch deutsch. Von den über 102.000 Anträgen sind bislang gerade einmal 28.000 Bewilligungen rausgegangen. Bei mehr als zwei Dritteln der Antragsteller herrscht im Postkasten gähnende Leere.
Der Grund dafür ist simpel, aber nervig: Weil Anträge rückwirkend bis zum 1. Januar gestellt werden durften, hat sich bei der Behörde am ersten Tag ein gigantischer Altpapierberg aufgetürmt. Wer auf seine Kohle wartet, braucht also weiterhin gute Nerven. Das Geld ist zwar da – bisher sind von den eingeplanten 3 Milliarden Euro bis 2029 erst rund 400 Millionen Euro gebunden –, aber die Mühlen der Bürokratie mahlen im Schneckentempo.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der Markt zieht an, und die E-Mobilität wird 2026 vollends zum Standard für die breite Bevölkerung. Wer jetzt noch abwartet, ist selbst schuld – solange er genug Geduld für den Papierkram mitbringt.
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