VW ID California Cruise: E-Camper droht ein Akku-Dilemma

VW ID. Buzz
Quelle: Volkswagen AG
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Totgesagte leben eben doch länger. Nachdem der VW ID Buzz verkaufstechnisch eher verhalten startete und der Konzern wegen harter Sparmaßnahmen eine Nische nach der anderen zusammenstreicht, hatte ich das Thema Elektro-Camper eigentlich schon begraben.

Doch jetzt schlägt Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) überraschend einen Haken. Ende August zeigt Wolfsburg auf dem Caravan Salon in Düsseldorf die seriennahe Studie ID California Cruise. Die finale Serienversion soll allerdings erst etappenweise bis 2028 ausgerollt werden.

Langer Radstand bringt 86 kWh – aber auch ein Gewichtsproblem

Das wurde aber auch wirklich Zeit! Doch ein Blick auf die Technik offenbart sofort, warum VW die Reißleine beim Zeitplan ziehen musste. Als Basis dient der lange ID Buzz mit dem großen 86-kWh-Akku und bis zu 200 kW Schnellladeleistung. Damit lädt der Bus in rund 20 Minuten Strom für knapp 220 Kilometer nach.

Das Problem liegt nicht beim Laden, sondern auf der Waage. Ein voll ausgestatteter California-Ausbau mit Aufstelldach, Bettsystem und Küchenmodul drückt das Leergewicht derart nach oben, dass man gefährlich nahe an die kritische 3,5-Tonnen-Grenze für den normalen PKW-Führerschein gerät. Wer noch Gepäck und Fahrräder einpackt, steht vor einem echten Zuladungs-Dilemma.

V2L-Strom und 48-Stunden-Klima retten das Campen

Immerhin nutzt VW die Elektro-Plattform für smarte Features, die man bei Verbrennern vergeblich sucht. Dank einer 230-Volt-V2L-Steckdose (Vehicle-to-Load) mit bis zu 2.000 Watt Leistung lassen sich Induktionskochfelder oder E-Bikes direkt über die Traktionsbatterie betreiben.

Zusätzlich spendiert Wolfsburg einen speziellen Übernachten-Modus, der den Innenraum im Stand bis zu 48 Stunden durchgehend klimatisiert. In Kombination mit flexiblen Modul-Lösungen – wie der zusammen mit Stuff Bubble entwickelten, unter 10 Kilo schweren aufblasbaren Campingküche – versucht VW den Spagat zwischen Alltags-Van und Wohnmobil.

Nische hin oder her: Der Preis entscheidet über den Erfolg

Ob man das im Alltag wirklich braucht? Für Kurztrips ist das Konzept genial, doch auf der Langstrecke bleibt die Realreichweite von echten 300 bis 350 Kilometern bei Autobahntempo eine Hürde. Wer im Sommer nach Südfrankreich gondelt, muss strikte Ladestopps einplanen.

Preislich wird der ID California Cruise zudem eine gewaltige Hürde. Schon der normale lange ID Buzz kratzt schnell an den 70.000 Euro. Ein voll ausgebauter Elektro-California dürfte die 80.000-Euro-Marke spielend knacken. Schön, dass Wolfsburg Flagge zeigt – doch dieser Elektro-Traum bleibt vorerst ein sehr teures Vergnügen für Gutverdiener.

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