Elektroauto vs. Hybrid: Welcher Antrieb lohnt sich wirklich?

Audi RS5 Plug-in Hybrid
Quelle: AUDI AG
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Vergiss die schönpolierten Prospektwerte der Autohersteller. Wer heute vor der Entscheidung zwischen Elektroauto, Plug-in-Hybrid und Vollhybrid steht, fällt rasch auf geschönte Verbrauchsangaben herein. Die Realität auf der Straße sieht nämlich völlig anders aus als im Verkaufsraum.

Ich habe mich durch die technischen Daten, Ladeszenarien und Alltagshürden gewühlt. Am Ende entscheidet nicht der schicke Marketing-Name über deine Monatsabrechnung, sondern einzig und allein deine persönliche Ladeinfrastruktur zu Hause und dein tägliches Fahrprofil.

Der Plug-in-Hybrid als teure Mogelpackung

Hand aufs Herz: Ein Plug-in-Hybrid (PHEV) klingt auf dem Papier nach der perfekten Brücke zwischen zwei Welten. In der Praxis entpuppt er sich für viele Käufer jedoch als extrem teurer Kompromiss. Wer keine eigene Wallbox am Stellplatz hat und den Akku nicht konsequent täglich nachlädt, schleppt permanent hunderte Kilo totes Akkugewicht durch die Gegend.

Das Resultat ist ernüchternd. Sobald der kleine Akku leergesaugt ist, schnellt der Verbrauch des Verbrenners drastisch nach oben. Du bezahlst dann zwei komplette Antriebssysteme im Fahrzeug – inklusive doppeltem Wartungsaufwand für Ölwechsel, Abgasanlage und Hochvolt-Elektronik –, nutzt aber auf der Autobahn nur die ineffizienteste Seite des Autos. Das wurde aber auch Zeit, dass dieser Mythos endlich vom Tisch gewischt wird.

Wann sich das reine Elektroauto knallhart auszahlt

Das reine Elektroauto (BEV) bleibt der unangefochtene Effizienzkönig – aber eben nur unter den passenden Rahmenbedingungen. Wer zu Hause oder beim Arbeitgeber günstig Wechselstrom laden kann, fährt der Konkurrenz finanziell auf und davon. Der Wegfall von klassischen Verschleißteilen wie Zahnriemen, Zündkerzen oder Auspuffanlagen spart über die Jahre bares Geld.

Ob man das im Alltag wirklich braucht, hängt jedoch vom Langstreckenprofil ab. Ohne eigenen Stellplatz wird die tägliche Dosis Ladeplanung an öffentlichen Säulen schnell nervtötend. Auch im tiefsten Winter schrumpft die Reichweite durch die fehlende Abwärme des Verbrenners spürbar zusammen, da die Innenraumheizung direkt am Hauptakku saugt. Wer viel Langstrecke fährt, muss diese Ladestopps kühlen Kopfes einplanen.

Vollhybrid als Rettungsanker ohne Ladefrust

Du hast keine Steckdose am Haus, fährst aber stundenlang durch den städtischen Stop-and-Go-Verkehr? Dann lass die Finger vom Plug-in und schau dir den klassischen Vollhybrid (HEV) an. Das System lädt seinen winzigen Pufferakku rein über Rekuperation beim Bremsen und schaltet den Verbrennerszene im Stadtverkehr überraschend oft komplett aus.

Ganz ohne Ladekabel-Frust senkst du so den Stadtverbrauch drastisch. Auf der Autobahn bricht dieser Vorteil zwar wieder ein, weil dort fast ausschließlich der Benziner arbeitet, doch als unkompliziertes Werkzeug für Laternenparker bleibt diese Technik ungeschlagen.

Klartext für deine Kaufentscheidung

Wer die Wahl hat, sollte knallhart nach dem eigenen Stellplatz entscheiden. Eigene Wallbox vorhanden und überwiegend Kurzstrecke? Greif ohne Zögern zum Elektroauto (BEV). Keinerlei Lademöglichkeit, aber hoher Stadtanteil? Dann ist der Vollhybrid (HEV) dein bester Deal.

Preislich leider völlig daneben liegen Plug-in-Hybride für all jene, die schlicht faul beim Laden sind. Wer zwei Motoren kauft, muss auch beide nutzen – sonst zahlst du an der Tankstelle doppelt drauf.

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7 Kommentare

  1. Keine Ahnung, warum man die PHEV immer schlecht machen muss. Mit dem Wohnwagen können wir nicht anders als mit Verbrenner in den Urlaub und zu Hause fahren wir zu 99,9% alles elektrisch über PV und Wallbox. Für uns der perfekte Antrieb.

    1. Wohnwagen ist eine Sonderkonstellation, ich würde hier nicht mal die Reichweite als größtes Problem sehen (denn die wird jedes Jahr besser bei den Elektros), eher dass die meisten Ladestationen auf PKW Größe ausgelegt sind, das wäre mit einem Wohnwagen schon etwas umständlich ggf. sogar unmöglich (ohne Abhängen).
      Ich persönlich hätte ein Problem damit, einen Verbrenner 99% des Jahres durch die Gegend zu fahren, den ich nur einmal im Jahr benötige, aber das ist eine individuelle Entscheidung.

      Problematischer ist, dass man sich beim PHEV das schlechteste aus beiden Welten ins Auto holt. Ein Verbrenner der selten läuft, ist vermutlich irgendwann etwas „eingerostet“ und damit wartungsanfälliger. Und ein E-Motor mit Mini-Akku verliert schneller seine Kapazität, da er öfter geladen werden muss, dazu dann der höhere Verbrauch bei beiden Antriebsarten aufgrund des hohen Gewichts.

      Am schlimmsten am PHEV ist aber, dass die vor allem als Dienstwagen zugelegt werden wegen des Steuervorteils. Ich würde behaupten, dass die meisten Dienstwagen PHEVs nur selten elektrisch gefahren werden. Und hier ist der höhere Verbrauch gegenüber konventionellen Verbrennern durch Tests schon mehrfach belegt worden.

      Aber immerhin: fährt man den PHEV wie in Ihrem Fall meist elektrisch ist das sicher immer noch besser als ein Verbrenner, aber das tun leider die meisten PHEV Fahrer nicht.

  2. Bin nach 12000km mit einem Kodiaq iV bei 4,7l+8,4kWh/100km. Könnte ich zuhause Laden, sähe das wahrscheinlich noch wesentlich besser für den E-Anteil aus.
    Bei 2€/L und 0,5€ pro kWh rechnet sich der höhere Anschaffungspreis aber erst ab 100.000km.
    Ist mir aber eher weniger wichtig, mir ging’s darum, in der Stadt sauber und leise unterwegs sein zu können und die 0,5% Geldwerter Vorteil weniger waren auch ein Argument.
    Was allerdings stimmt: Bisher hatte ich keinen Anwendungsfall, für den ein reines E-Auto nicht genauso gut gewesen wäre. Wird sich im Winter zeigen (Skiurlaub), ob das so bleibt.

  3. Der Plug-in Hybrid kann durchaus noch immer eine sinnvolle Anschaffung sein. Zum schleppen eines schweren Wohnanhänger auf langen Urlaubsreisen ist die Antriebsversion ein guter Kompromiss. Ladebuchten für lange Gespanne sind nämlich noch immer ehr die Ausnahme, das wird es mit einem Vollelektischen schon anstrengend. Allerdings sollte in der Tat daheim wenn möglich so oft wie möglich geladen werden.

  4. Rechne doch bitte mal durch, ob für den Stadtverkehr mit heutigen Spritpreisen ein „Vollhybrid“ wirklich die sinnvollste / günstigste Lösung ist.

    Wenn man keine eigene Wallbox hat, lohnt sich schnell ein Abo um die 10€/Monat, da landet man bei Spritpreisen um die 40ct/kWh, teilweise noch günstiger. Wenn man sich das für seine Stammladesäule holt, kann man also auch recht günstig laden.
    Und ein Elektro hat auch 400+ km Reichweite, muss also auch nicht viel öfter an die Ladesäule wie ein Verbrenner an die Zapfsäule.

    Aktuelle E Autos schaffen gerade in der Stadt locker 15 kWh /100km und weniger, denn auch sie nutzen Rekuperation. Dh die 100km kosten hier 6€ (oder eben weniger).
    Um das mit Sprit zu schaffen, müsste der Verbrauch deutlich unter 3l/100km liegen, was ich für unrealistisch halte. Die 10€ fürs Abo hat man somit nach ein paar hundert km pro Monat wieder raus.

    Dazu kommt noch, dass Verbrenner hauptsächlich kurze Strecken nicht so besonders „mögen“, insgesamt mehr Teile haben, die zu Fehlern führen können, die es beim E Auto nicht mehr gibt (zb Getriebe, Kupplung, Auspuff..) so dass ein Elektro auch in der Wartung günstiger sein dürfte. Steuern entfallen auch und ne Förderung gibt’s oben drauf.

    Wenn man sich schon ein neues Auto kauft/least, fällt es mir sehr schwer, ein Szenario zu sehen, wo man mit einem Verbrenner „besser fährt“ als mit nen BEV. Zumal davon auszugehen ist, dass die Spritpreise weiter steigen Dank Co2-Steuer oder wenn mal wieder ein Trump oder Putin einen Krieg anfängt.

    Bei gebrauchten sieht es etwas anders aus, hier ist die Auswahl an Elektros schlicht noch nicht gegeben.

  5. ein völlig Sinnfreier Beitrag ohne Evidenz basierte Aussage. dass ein 1,5 Liter Motor im oberen Drehzahl Bereich auf der Autobahn kein Effizienz Wunder ist, sollte jedem klar sein. dass 27 Cent an der Wallbox günstiger als 65 Cent beim ad hoc Laden sind, kann ich sogar ohne Finger im Kopf ausrechnen.

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