Fairphone 6+ Testbericht

Fairphone Gen 6+ in der Farbe Cobalt in der Hand einer Frau beim telefonieren
Quelle: Fairphone
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Fairphone schwimmt seit über einem Jahrzehnt beharrlich gegen den Strom der Wegwerf-Technikwelt. Der niederländische Hersteller setzt konsequent auf faire Rohstoffe, Langlebigkeit und – als absolutes Alleinstellungsmerkmal – vollständige Reparierbarkeit durch den Nutzer selbst.

Mit dem Fairphone (Gen. 6+) bringt das Unternehmen nun die aufgewertete Variante seines aktuellen Modells: mehr Arbeitsspeicher, ein neuerer Prozessor und die neue Farbe Cobalt Blue sollen den Aufpreis gegenüber dem parallel weiter erhältlichen Fairphone (Gen. 6) rechtfertigen.

Für 649 Euro tritt das (Gen. 6+) in einem Markt an, in dem viele Konkurrenten für ähnliches Geld mehr Rohleistung bieten. Fairphones Antwort darauf ist eine andere Art von Wertversprechen: zwölf austauschbare Komponenten, eine fünfjährige Garantie, Software-Updates bis ins Jahr 2033 und ein Gehäuse, das sich mit einem einfachen Schraubendreher öffnen lässt.

Ob sich dieses Konzept auch 2026 noch gegen schnellere, aber weniger nachhaltige Konkurrenz behauptet, zeigt dieser Testbericht. Dafür habe ich das Telefon kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen. Dies hat jedoch natürlich keine Auswirkungen auf das Testergebnis.

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Lieferumfang

Beim Fairphone (Gen. 6) beschränkt sich der Hersteller gewohnt konsequent auf das Nötigste. Neben dem Smartphone selbst befinden sich lediglich ein SIM-Werkzeug sowie eine Schnellstartanleitung mit Sicherheits- und Gesundheitshinweisen im Karton. Um Elektromüll zu vermeiden, verzichtet Fairphone ab Werk auf Beilagen wie ein Ladekabel, ein Netzteil oder einen USB-C-auf-Mini-Klinke-Adapter. Wer entsprechende Zubehörteile benötigt, muss diese separat erwerben.

Technische Daten

MerkmalSpezifikation
Display6,31″ LTPO-pOLED, 2.484 × 1.116 px, 431 ppi, 10–120 Hz adaptiv
Helligkeitbis zu 1.400 Nits
DisplayschutzCorning Gorilla Glass 7i
ProzessorQualcomm Snapdragon 7s Gen 4
GPUAdreno 810
RAM12 GB DDR5
Speicher256 GB UFS 3.1, per microSD erweiterbar um bis zu 2 TB
Hauptkamera50 MP Sony Lytia 700C, 1/1,56″, f/1.88, OIS, EIS
Ultraweitwinkel13 MP, f/2.2, 120°, OIS, EIS
Frontkamera32 MP, f/2.0, OIS, EIS
Video4K bei 30 fps, 1080p bei 60 fps
Akku4.415 mAh, fest verbaut, aber selbst tauschbar
Laden30 Watt kabelgebunden, kein kabelloses Laden
BetriebssystemAndroid 16 (unmodifiziert), optional e/OS; Updates bis 2033 zugesichert
Konnektivität5G, Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4, NFC, USB-C 2.0, GPS/GLONASS/BeiDou
SIM1× NanoSIM + eSIM, 5G auf beiden SIM-Karten
FingerabdruckscannerSeitlich, in der Einschalttaste integriert
IP-ZertifizierungIP55 (Staub- und Spritzwasserschutz)
Austauschbare Komponenten12: u. a. Display, Akku, Kameras, USB-Port, Lautsprecher, Rückseite, SIM-Einschub
Abmessungen / Gewicht156,5 × 73,3 × 9,6 mm / 191–193 g
FarbenCobalt Blue (neu), Horizon Black, Forest Green
Garantie5 Jahre
LieferumfangNur das Smartphone – kein Ladekabel, kein Netzteil
Preis649 Euro (12/256 GB, einzige Speicherkonfiguration)

Das Fairphone-Konzept: Reparierbarkeit als Designprinzip

Der modulare Aufbau bleibt das absolute Alleinstellungsmerkmal des Fairphone (Gen. 6+). Während etablierte Hersteller ihre Akkus, Displays und Rückseiten fest verkleben, liegt dem Fairphone ein einfacher Torx-5-Schraubendreher bei. Insgesamt zwölf interne Komponenten – darunter Display, Akku, USB-C-Anschluss und Kameras – lassen sich ohne Fachkenntnisse selbst austauschen. Die Ersatzteilpreise sind fair kalkuliert: ein neues Display kostet im Herstellershop knapp 90 Euro, ein Ersatzakku 40 Euro, das Hauptkameramodul 70 Euro.

Auch bei den Materialien setzt Fairphone Maßstäbe: Mehr als 50 Prozent der Gesamtmasse bestehen laut Hersteller aus fair gewonnenen oder recycelten Materialien wie Kobalt und Gold. Bei den Kunststoffen liegt der Anteil an Post-Consumer-Rezyklat sogar bei über 93 Prozent. Das Gerät gilt laut Fairphone als vollständig Elektroschrott-neutral.

  • Zwei sichtbare Schrauben öffnen die Rückseite
  • Rückseite mit Fingerschlaufe, Kartenfach oder Lanyard austauschbar
  • Ersatzteile direkt im Fairphone-Shop erhältlich
  • 5 Jahre Garantie, Updates bis 2033
  • Optional mit Google-freiem Betriebssystem e/OS erhältlich

Design & Verarbeitung

Das Fairphone (Gen. 6+) ist komplett aus stabilem Kunststoff (Polycarbonat) gefertigt – auch der Rahmen. Insgesamt wirkt es durchaus hochwertig, wenn auch nicht so elegant wie ein Handy mit Metall- oder Glasrückseite. Die neue Farbe Cobalt Blue wirkt frisch, ohne verspielt zu sein, und hebt sich angenehm von den sonst üblichen Schwarz- und Grautönen ab. Das matte Finish kaschiert Fingerabdrücke gut, ohne sie komplett verschwinden zu lassen.

Im Vergleich zu aktuellen Mittelklasse-Smartphones ist das Fairphone (Gen. 6+) vergleichsweise kantig und mit fast 10 Millimetern Dicke sowie rund 191–193 Gramm Gewicht kein echter Handschmeichler. Es liegt sicher in der Hand, ist aber nicht besonders elegant.

Modulares Zubehör

Zur Cobalt-Blue-Variante bietet Fairphone passendes Zubehör in derselben Farbe an: einen Card-Holder, eine Schutzhülle, eine Rückseite mit integriertem Fingerhalter sowie ein anschraubbares Lanyard (Halskordel). Die Befestigung erfolgt über dieselben zwei Schrauben, mit denen sich auch der Akku erreichen lässt. Das ist praktisch und konsequent nachhaltig gedacht, wirkt gegenüber magnetischen Zubehörsystemen der Konkurrenz aber weniger bequem und etwas rustikaler.

Kleiner Nachteil der Kameraposition: Da die Kameralinsen kaum aus dem Gehäuse herausragen, liegt das Smartphone beim Ablegen auf einem Tisch direkt auf den Linsen auf – das kann auf Dauer zu Kratzern führen.

Zudem wirken die Displayränder für 2026 vergleichsweise breit und asymmetrisch, was dem Gerät eine etwas klobige Optik verleiht.

Display

Das Fairphone (Gen. 6+) übernimmt weitgehend unverändert das 6,31 Zoll große LTPO-pOLED-Display mit einer Auflösung von 2.484 × 1.116 Pixeln (431 ppi) vom Vorgängermodell. Der Bildschirm arbeitet mit einer adaptiven Bildwiederholrate von 10 bis 120 Hz. Bemerkenswert: Ab Werk sind lediglich 90 Hz voreingestellt, was sich in den Einstellungen jedoch anpassen lässt.

Im Alltag hinterlässt das Display einen guten Eindruck: Farben sind leuchtend, der Kontrast hoch, dank 120-Hz-Technik zeigen auch schnelle Bewegungen keine Ruckler. Mit einer Helligkeit von bis zu 1.400 Nits ist das Display auch bei Sonnenschein gut ablesbar – ein Rekordwert ist das nicht, aber praxisgerecht. HDR-Inhalte werden unterstützt, wobei es im direkten Vergleich mit teureren Modellen erwartungsgemäß etwas an Punch fehlt.

Kritisch angemerkt werden die recht breiten, asymmetrischen Displayränder, die dem Telefon eine unzeitgemäße, klobige Optik verleihen. Positiv: Bei Beschädigung lässt sich das Display im Fairphone-Shop nachbestellen und selbst austauschen – ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber praktisch der gesamten Konkurrenz.

Performance

Im Fairphone (Gen. 6+) arbeitet der Snapdragon 7s Gen 4 mit 12 GB RAM – ein Upgrade gegenüber dem Fairphone (Gen. 6), das noch mit dem älteren Snapdragon 7s Gen 3 und 8 GB RAM auskommen muss. Der neue Chip stammt allerdings selbst schon aus dem August 2025 und ist im Wesentlichen nur eine kleine Evolution seines Vorgängers: Performance-Kern und GPU wurden etwas höher getaktet, die Energieeffizienz blieb unverändert. Massive Leistungssprünge sollte man daher nicht erwarten.

Benchmark-Vergleich: Fairphone 6 vs. Fairphone 6+

BenchmarkFairphone 6Fairphone 6+
Geekbench 6 Single-Core1.1671.272–1.302
Geekbench 6 Multi-Core3.4713.532–3.616
AnTuTu v111.104.3891.101.953
3DMark Wild Life Extreme4.4134.665
PCMark Akkulaufzeit13:36 Std.12:02–14:00 Std. (je nach Testquelle)

Die Zahlen zeichnen ein uneinheitliches Bild: Im Single-Core-Test legt das (Gen. 6+) sichtbar zu, beim Multi-Core-Test beträgt der Vorsprung nur rund zwei Prozent. Bei AnTuTu liegen beide Modelle praktisch gleichauf – das Fairphone 6 erzielt in einem Test sogar einen minimal höheren Wert als das (Gen. 6+). Im direkten Vergleich mit Konkurrenten wie dem Samsung Galaxy A57 5G oder dem Google Pixel 10a fällt das Fairphone (Gen. 6+) leistungsmäßig zurück; das deutlich teurere iPhone 17e ist klar schneller.

Im Alltag reicht die Leistung für normale Tätigkeiten vollkommen aus: Das System reagiert schnell und flüssig, Surfen, Social Media und Videos sind kein Problem. Bei grafiklastigen Spielen stößt der Adreno-Grafikchip aber schneller an seine Grenzen als bei der Konkurrenz. Das neue Modell (Gen. 6+) fühlt sich im Alltag kaum schneller an als das günstigere Fairphone (Gen. 6) – der Unterschied zeigt sich fast ausschließlich in synthetischen Benchmarks, nicht im gefühlten Nutzungserlebnis.

Akku & Laden

Der Akku des Fairphone (Gen. 6+) hat mit 4.415 mAh exakt dieselbe Kapazität wie beim günstigeren Basismodell. Im direkten PCMark-Vergleich hält das teurere Fairphone (Gen. 6+) kürzer durch als das günstigere Fairphone (Gen. 6) – trotz identischer Akkukapazität. Als Upgrade-Argument taugt der Akku damit nicht; für einen normalen Arbeitstag reicht die Laufzeit aber in jedem Fall.

Geladen wird mit soliden, aber nicht überragenden 30 Watt. Eine vollständige Ladung von 0 auf 100 Prozent dauert rund 78 Minuten. Kabelloses Laden wird nicht unterstützt – bei einem Gerät, das explizit auf einfache Reparierbarkeit setzt, ist das nachvollziehbar, da Wireless-Charging-Spulen die Modularität erschweren würden.

Kamerasystem

Das Kamerasystem bleibt gegenüber dem Vorgänger nahezu unverändert: ein 50-Megapixel-Hauptsensor Sony Lytia 700C mit optischer Bildstabilisierung (OIS) sowie eine 13-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Auf ein optisches Zoomobjektiv verzichtet Fairphone weiterhin komplett. Die 32-Megapixel-Frontkamera löst vergleichsweise hoch auf.

Bildqualität bei Tageslicht

Die Hauptkamera liefert bei guten Lichtverhältnissen Fotos mit natürlicher Farbdarstellung und guter Detailwiedergabe, wobei ein leichtes Bildrauschen sichtbar bleibt. Typisch für Mittelklasse-Smartphones fällt die Nachschärfung teils zu aggressiv aus – besonders erkennbar an feinen Strukturen wie Blättern. Auch eine gewisse Tendenz zur Überbelichtung wurde beobachtet, tritt aber nicht durchgängig auf. Für die Preisklasse werden die Aufnahmen insgesamt als ordentlich eingestuft.

Makro als Stärke, Zoom als Schwäche

Der Makromodus liefert eine ansprechende Unschärfe für den Hintergrund. Deutlich schwächer schneidet dagegen der digitale Zoom ab: Der zehnfache Digitalzoom liefert häufig verwaschene, detailarme Ergebnisse und ist im Alltag kaum zu gebrauchen. Konkurrenzmodelle wie das Nothing Phone (4a) Pro bieten in ähnlicher Preisklasse bereits ein echtes optisches Teleobjektiv.

Porträt & Selfies

Bei Porträtaufnahmen zeigt sich ein gemischtes Bild: Oft entscheidet sich die Software nicht klar, welche Bildbereiche in Unschärfe gehüllt und welche scharf gehalten werden sollen, was zu unnatürlichen Ergebnissen führen kann. Interessanterweise gelingt dieselbe Aufnahme im digitalen Zoom-Modus mit demselben Motiv teils deutlich besser.

Positiv kann man den Autofokus der Frontkamera hervorheben: Selfies wirken scharf und natürlich. Im Vergleich mit Konkurrenzgeräten liefert das Fairphone hier ein ausgewogeneres, weniger weichgezeichnetes Ergebnis, selbst bei aktivierter Verschönerungsfunktion.

Low-Light & Video

Bei wenig Umgebungslicht bricht die Bildqualität schnell ein. Videos lassen sich mit 4K bei maximal 30 fps aufnehmen; wird auf 60 fps geschaltet, reduziert sich die Auflösung auf 1080p. Die Bildstabilisierung arbeitet zuverlässig und sorgt sowohl bei Fotos als auch bei Videos für spürbar ruhigere Ergebnisse.

Software: Android 16 & Fairphone Moments

Das Fairphone (Gen. 6+) läuft mit einem unmodifizierten Android 16 – ohne nennenswerte Bloatware, mit Ausnahme der hauseigenen Shop-App, über die Ersatzteile bestellt werden können. Ein Kritikpunkt betrifft die Update-Aktualität: Während Android 17 zum Testzeitpunkt bereits verfügbar war, lief auf dem Gerät noch die Vorgängerversion.

Fairphone Moments

Ein auffälliges Designelement ist der gelbe Schiebeschalter an der Seite des Gehäuses, über den sich der Fokusmodus „Fairphone Moments“ aktivieren lässt. Dieser beschränkt den Zugriff auf wenige, wichtige Apps wie Kamera oder Karten und schränkt Benachrichtigungen ein, um Ablenkung zu reduzieren. Der Modus lässt sich individuell anpassen; eigene Profile („Moments“) können erstellt werden. Alternativ lässt sich der Schalter in den Einstellungen mit anderen Funktionen belegen, etwa dem Ein- und Ausschalten der Taschenlampe.

Da kommt es dann aber wohl auf den persönlichen Geschmack an, für die Einen sicherlich „ganz cool“, für Andere eher ein nettes Extra ohne großen praktischen Mehrwert im Alltag – wer bewusst weniger Zeit am Smartphone verbringen möchte, kann ihn sinnvoll nutzen, für die meisten dürfte er aber kein täglicher Begleiter werden.

Wer möchte, kann das Fairphone (Gen. 6+) alternativ mit dem Google-freien Betriebssystem e/OS erwerben – eine Option, die das Gerät auch für Nutzer interessant macht, die möglichst unabhängig von Googles Software-Ökosystem bleiben wollen.

Telefonie & Lautsprecher

Telefonieren funktioniert mit dem Fairphone (Gen. 6+) ohne Auffälligkeiten. Die integrierten Stereo-Lautsprecher sind „ok“ für den Alltag, für Multimedia-Wiedergabe empfiehlt sich aber der Griff zu Kopfhörern – ein Kopfhöreranschluss ist allerdings nicht vorhanden, sodass Bluetooth-Kopfhörer oder ein USB-C-Adapter nötig sind.

Fairphone (Gen. 6) vs. (Gen. 6+): Lohnt sich der Aufpreis?

Die wichtigsten Unterschiede zum rund 100 Euro günstigeren Basismodell Fairphone (Gen. 6):

MerkmalFairphone (Gen. 6)Fairphone (Gen. 6+)
ProzessorSnapdragon 7s Gen 3Snapdragon 7s Gen 4
RAM8 GB DDR512 GB DDR5
FarbenHorizon Black, Forest Green+ Cobalt Blue
Display, Kamera, Akkuidentischidentisch
Software-Supportbis 2033bis 2033
Preisca. 549–599 Euro649 Euro

Der Leistungsunterschied ist im Alltag praktisch nicht spürbar, die 4 GB mehr RAM sind eher eine Zukunftsreserve. Besitzer eines Fairphone (Gen. 6) haben keinen vernünftigen Grund zum Wechsel. Neukäufer, die das Gerät möglichst lange behalten möchten, profitieren von der zusätzlichen RAM-Reserve; wer primär auf Preis-Leistung achtet, fährt mit dem günstigeren Fairphone (Gen. 6) wahrscheinlich besser.

Stärken & Schwächen

  • Zwölf selbst austauschbare Komponenten – einzigartig am Markt
  • Software-Updates bis 2033 zugesichert
  • 5 Jahre Herstellergarantie
  • Über 50 % faire/recycelte Rohstoffe, 93 % Post-Consumer-Rezyklat
  • Unmodifiziertes Android, kaum Bloatware
  • Optional mit Google-freiem e/OS erhältlich
  • Gutes OLED-Display mit 1.400 Nits
  • Hervorragender Makromodus
  • Zuverlässige Bildstabilisierung bei Foto und Video
  • Modulares, individualisierbares Zubehörsystem
  • Leistung im Alltag kaum besser als beim günstigeren Fairphone 6
  • Digitaler 10x-Zoom liefert unbrauchbare Ergebnisse
  • PCMark-Akkulaufzeit teils schlechter als beim Basismodell
  • Kein Ladekabel im Lieferumfang
  • Kein kabelloses Laden
  • Breite, asymmetrische Displayränder
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • USB 2.0 statt aktuellerem Standard
  • Kein optisches Zoomobjektiv
  • Hoher Preis für die gebotene Rohleistung

Fazit

Auf den ersten Blick ist das Fairphone (Gen. 6+) ein solides, wenn auch etwas klobiges Mittelklasse-Smartphone: gutes Display, ausreichende Alltagsleistung, eine Kamera mit bekannten Schwächen. Wer nur diese Werte betrachtet, für den bewegt sich das Gerät preislich in einem für die gebotene Hardware-Leistung schwer zu rechtfertigenden Bereich.

Was diese Betrachtung jedoch außer Acht lässt, ist das eigentliche Fairphone-Versprechen: konsequente Nachhaltigkeit, faire Löhne, ein kleiner CO2-Fußabdruck und vor allem eine Reparierbarkeit, die kein anderer Hersteller in dieser Konsequenz bietet. Zwölf austauschbare Komponenten, Updates bis 2033 und fünf Jahre Garantie ergeben in Summe ein Gerät, das über viele Jahre hinweg genutzt und repariert statt ersetzt werden kann.

Ob sich der Aufpreis von 50 bis 100 Euro gegenüber dem Fairphone (Gen. 6) lohnt, bleibt fraglich – die zusätzlichen 4 GB RAM sind eher eine Zukunftsreserve als ein spürbarer Alltagsvorteil. Wer an einem nachhaltigen, langlebigen Smartphone interessiert ist und mit den bekannten Schwächen bei Kamera-Zoom und Rohleistung leben kann, sollte das Fairphone (Gen. 6+) dennoch auf dem Schirm haben.

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