G74 Rugged: BMW greift mit neuem Luxus-Offroader Mercedes G-Klasse an

BMW will ab 2029 mit einem vollkommen neuen Modell im Segment der Luxus-Offroader starten. Das Projekt trägt den Codenamen G74 „Rugged“ und wird im US-Werk Spartanburg gebaut. Es ist klar positioniert als direkter Rivale von Mercedes G-Klasse und Land Rover Defender.
Die ersten Studien dazu reichen bis ins Jahr 2022 zurück, als BMW Wettbewerber wie den Rivian R1T intensiv testete. Ursprünglich war ein reines E-SUV vorgesehen, das auf der NA5-iX3-Struktur basieren sollte. Weil der Elektro-Markt zuletzt an Dynamik verlor, entschied sich der Hersteller jedoch für die CLAR-Basis, die unterschiedliche Antriebsarten erlaubt – darunter auch Plug-in-Hybride.
Technisch orientiert sich der Rugged am kommenden BMW X5 G65. Für die reine Elektro-Version werden über 600 PS Leistung erwartet – vergleichbar mit dem iX5 M70. Die Hybridvariante dürfte zwischen 500 und 550 PS bieten. Beide Antriebsvarianten könnten auf die Gen6-Batterietechnologie zurückgreifen, mit Reichweiten von bis zu 700 Kilometern WLTP. Offizielle Bestätigungen stehen hier noch aus.
Der Fokus liegt nicht nur auf Kraft, sondern auch auf Vielseitigkeit. Geplant sind drei Sitzreihen, ein Panoramadach mit großer Öffnung sowie eine Sitzfläche im Kofferraum. Im Innenraum soll BMW Designelemente der „Neuen Klasse“ übernehmen. Zielgruppe sind Käuferinnen und Käufer, die Abenteuerlust mit Luxus-Ausstattung verbinden möchten.
In der Marktstrategie tritt der Rugged als Nachfolger des BMW XM auf, dessen Produktion Ende 2028 endet. BMW sieht darin die Chance, eine ähnliche Profitmarge wie die Konkurrenz zu erzielen: Die Mercedes G-Klasse erzielt im Durchschnitt Verkaufspreise von über 200.000 US-Dollar. Mit der Kombination aus M-Performance-Know-how und robuster Offroad-Tauglichkeit will BMW ein starkes Alleinstellungsmerkmal schaffen.
Die größte Schwierigkeit bleibt die Konkurrenz durch Traditionsmodelle. Die G-Klasse punktet mit ikonischem Design und jahrzehntelanger Historie, während der Defender auf eine treue Fangemeinde setzt. Fachleute warnen, dass BMW eine klare, eigene Designsprache finden muss, um nicht als bloßer Nachahmer wahrgenommen zu werden. Hinzu kommt: Im Hochpreissegment läuft der Absatz von E-Antrieben bislang schleppender als bei klassischen Motoren. Deshalb will BMW mit einem breiten Motorisierungsportfolio starten und nicht ausschließlich auf Elektro setzen.
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